Neu im Brustring: Leo Sauer | OneFootball

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Rund um den Brustring

·10. August 2026

Neu im Brustring: Leo Sauer

Artikelbild:Neu im Brustring: Leo Sauer

Bereits am ver­gan­ge­nen Mitt­woch hat der VfB Leo Sau­er unter Ver­trag genom­men. Wir haben uns in Rot­ter­dam und Bre­da über ihn erkun­digt und stel­len Euch den Neu­zu­gang vor.

Mit Leo Sau­er wech­selt der ers­te Spie­ler aus der heu­ti­gen Slo­wa­kei zum VfB. Der 20jährige Außen­stür­mer kommt als gro­ßes Talent vom elf­ma­li­gen nie­der­län­di­schen Meis­ter Feye­noord Rot­ter­dam und unter­schreibt einen Ver­trag bis 2031. Sei­ne Kar­rie­re star­te­te in der Jugend des slo­wa­ki­schen Rekord­meis­ters Slo­van Bra­tis­la­va. Mit 13 Jah­ren wech­sel­te er in die Jugend von MSK Zili­na ehe er 2022 den Schritt ins Aus­land wag­te und zu Feye­noord Rot­ter­dam ging. Nach einer kur­zen Zeit in der U21 debü­tier­te er am drit­ten Spiel­tag der Sai­son 2023/2024 im Der­by gegen Spar­ta Rot­ter­dam, wo er in der Nach­spiel­zeit zum 2:2‑Ausgleich traf. Ins­ge­samt kam er in sei­ner ers­ten Sai­son auf 275 Spiel­mi­nu­ten, in denen er zwei Mal traf und vier Assists lie­fer­te, außer­dem gewann er mit Feye­noord den nie­der­län­di­schen Pokal und Super­po­kal.


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Werdegang

Artikelbild:Neu im Brustring: Leo Sauer

Leo Sau­er im slo­wa­ki­schen Natio­nal­tri­kot. © Chris­ti­an Hofer/Getty Images

Er wech­sel­te nach einer Sai­son mit Kurz­ein­sät­ze leih­wei­se zum Auf­stei­ger NAC Bre­da. Bei Bre­da eta­blier­te sich der mitt­ler­wei­le 18jährige und wur­de Stamm­spie­ler. Der NAC Bre­da Blog B‑Side Rats mein­te dazu „Er war noch sehr jung, des­halb war sei­ne Ver­pflich­tung zunächst ein gewis­ses Risi­ko. Man hat aber sofort gese­hen, dass er ein gro­ßes Talent ist und auf Ere­di­vi­sie-Niveau sehr gut mit­hal­ten kann. Beson­ders für einen Auf­stei­ger wie NAC, der gegen den Abstieg kämpf­te, war er eine ech­te Ver­stär­kung.“  In der glei­chen Sai­son debü­tier­te er in der slo­wa­ki­schen Natio­nal­mann­schaft. Nach­dem er alle U‑Mannschaften durch­lief, nomi­nier­te ihn Trai­ner Fran­ce­so Cal­zo­na für das Län­der­spiel gegen Nor­we­gen, wo er auch zu sei­nem ers­ten Ein­satz kam. Mit sei­nen 18 Jah­ren ist er der jüngs­te slo­wa­ki­sche Natio­nal­spie­ler seit der Auf­lö­sung der Tsche­cho­slo­wa­kei. Mit sie­ben Tref­fern sowie sei­nen zwei Vor­la­gen trug er zum Klas­sen­er­halt des Meis­ters von 1921 bei. Dies bestä­tig­ten auch die B‑Side Rats:“ Er war der Haupt­grund dafür, dass wir in der Liga geblie­ben sind. Unse­re Offen­si­ve bestand im Grun­de oft dar­aus, Sau­er den Ball zu geben und zu hof­fen, dass er etwas dar­aus macht.“

Bei sei­ner Rück­kehr zu Feye­noord gelang ihm zur Über­ra­schung vie­ler auch in Rot­ter­dam der Durch­bruch. Der Feye­noord-Pod­cast Kein Gel­oel erklärt, „Sau­er soll­te bei Feye­noord Igor Paixão erset­zen, der in der Vor­sai­son unser bes­ter Tor­schüt­ze war. Tat­säch­lich wur­de Paixão gar nicht durch einen Neu­zu­gang ersetzt, weil unser Trai­ner Robin van Per­sie davon über­zeugt war, dass Sau­er als Stamm­spie­ler bereit dafür sei. Ich glau­be, er war einer der weni­gen, die das wirk­lich geglaubt haben. Des­halb hat es uns durch­aus über­rascht, denn wir dach­ten nicht, dass Sau­er schon bereit wäre, dau­er­haft Stamm­spie­ler zu sein.” Wäh­rend er am 1. Spiel­tag gegen sei­nen Ex-Ver­ein Bre­da nur ein­ge­wech­selt wur­de, durf­te er die fol­gen­den Par­tien star­ten. Gleich am zwei­ten Spiel­tag zahl­te er das Ver­trau­en zurück, als er beim 2:1‑Auswärtssieg bei Excel­si­or Rot­ter­dam den Sieg­tref­fer vor­be­rei­te­te. Auch in der Euro­pa League setz­te Trai­ner Robin van Per­sie auf den jun­gen Slo­wa­ken. Leo Sau­er kam in sechs der acht Euro­pa­po­kal-Spie­le zum Ein­satz — unter ande­rem auch beim Gast­auf­tritt im Neckar­sta­di­on — und traf sogar beim rumä­ni­schen Ver­tre­ter FCSB, wo Rot­ter­dam aller­dings sich 3:4 geschla­gen geben muss­te. Lei­der kam er in der zwei­ten Sai­son­hälf­te auf­grund zwei­er Ver­let­zun­gen kaum zum Ein­satz. Zunächst labo­rier­te er an einer Ober­schen­kel­ver­let­zung, ehe ihn nach einem Kurz­ein­satz gegen Ajax ein Mus­kel­teil­ab­riss außer Gefecht setz­te, nach dem er in der Fol­ge kei­ne Minu­te mehr spie­len konn­te. Schuld an den Ver­let­zun­gen sei laut Kein Gel­oel ein Ein­satz in der Natio­nal­mann­schaft. „Als er end­lich wie­der fit war, wur­de er für die slo­wa­ki­sche Natio­nal­mann­schaft nomi­niert. Feye­noord ging davon aus, dass er dort höchs­tens kurz zum Ein­satz kom­men wür­de. Der Natio­nal­trai­ner stell­te ihn jedoch von Beginn an auf, wor­auf­hin er sich erneut ver­letz­te und den letz­ten Teil der Sai­son ver­pass­te. Ich hof­fe, dass das nur unglück­li­cher Zufall war und er künf­tig ver­let­zungs­frei bleibt. Aller­dings schien die Belas­tung durch Euro­pa­po­kal, Liga und Natio­nal­mann­schaft für ihn zu die­sem Zeit­punkt ein­fach zu hoch gewe­sen zu sein.“

Artikelbild:Neu im Brustring: Leo Sauer

Leo Sau­er bei Feye­noord. © Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Spieler-Profil

Leo Sau­er ist ein rechts­fü­ßi­ger Links­au­ßen, der auch auf der rech­ten Sei­te spie­len kann. Die „B‑Side Rats“ und Kein Gel­oel sind sich bei­de einig, dass er sehr schnell ist, was sich vor allem in Kon­ter­si­tua­tio­nen bewähr­te. Die B‑Side Rats heben sei­nen rech­ten Fuß her­vor. Außer­dem loben sie sei­ne Krea­ti­vi­tät und Stär­ke im eins gegen eins. Eben­falls sind sich bei­de einig, dass er sich gera­de bei domi­nan­ten Ball­be­sitz schwer tut. „Etwas anfäl­li­ger ist er, wenn er in einer Mann­schaft spielt, die stän­dig den Ball hat und über­wie­gend in der geg­ne­ri­schen Hälf­te agiert, so wie Feye­noord.“ mei­nen Kein Gel­oel.

Vorschau

Sein Wech­sel nach Stutt­gart soll ein nächs­ter Schritt sein. Die „B‑Side Rats“ waren von dem Wech­sel nach Deutsch­land nicht über­rascht „Uns war klar, dass sei­ne sport­li­che Ober­gren­ze nicht in der Ere­di­vi­sie liegt. Wir den­ken, er hat defi­ni­tiv das Talent, in der Bun­des­li­ga zu spie­len“. Sie fügen aber mah­nend hin­zu dass „er in sei­ner jet­zi­gen Kar­rie­re­pha­se in einer Mann­schaft spie­len [soll­te], die häu­fi­ger auf Kon­ter setzt“. Etwas, was kon­trär zu Hoe­neß’ Ball­be­sitz­spiel ste­hen könn­te. Die Pod­cas­ter von Kein Gel­oel sind eben­falls über­zeugt von sei­nem Talent: “Das Poten­zi­al ist defi­ni­tiv vor­han­den. Mal sehen, wie er sich bei Euch ent­wi­ckelt. Er muss sich noch ver­bes­sern. Im Moment wirkt der Wech­sel für ihn viel­leicht etwas ver­früht, aber mög­li­cher­wei­se fin­det er beim VfB sei­nen Rhyth­mus und wird für euch ein rich­tig guter Spie­ler.“ Mit sei­ner Ablö­se sind sie jeden­falls sehr zufrie­den und sie glau­ben, dass die 15 Mil­lio­nen Euro für den jet­zi­gen Zeit­punkt viel zu hoch sind, da er sie doch etwas ent­täusch­te.

Fazit

Am Bes­ten ist er mit Chris Füh­rich zu ver­glei­chen, der ähn­li­che Stär­ken hat, aber — vor allem in der Anfangs­zeit von Hoe­neß — mit dem weni­gen Raum sei­ne Pro­ble­me hat­te, wes­we­gen er auch zeit­wei­se aus der ers­ten Elf ver­schwand. Außer­dem bleibt die Fra­ge offen, ob die Ver­let­zung eine ein­ma­li­ge Sache war oder uns ein Al Dak­hil-Sze­na­rio dro­hen könn­te. Wich­tig wird es sein, ihn auch in engen Raum gegen tief­stehen­de Geg­ner zu schu­len. Zur­zeit hört er sich noch etwas nach einem One-Trick-Pony-Kon­ter­spie­ler an. Das ist auch auf­grund sei­nes jun­gen Alters nicht über­ra­schend. Aller­dings muss er spä­tes­tens in zwei Jah­ren ein Stamm­spie­ler sein. Andern­falls könn­te es auf­grund der doch recht hohen Ablö­se unru­hig um ihn wer­den.

Titel­bild: © Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

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