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·27. August 2026

Neue Ansätze, alte Baustellen: Die Erkenntnisse zum 4:1-Sieg

Artikelbild:Neue Ansätze, alte Baustellen: Die Erkenntnisse zum 4:1-Sieg
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Vinicius (l.) und Bellingham (r.) ließen das Bernabéu jubeln – Fotos: getty images

1. Real Madrid kann doch tiefe Blöcke?

Das alte Thema zeigt sich schon an Spieltag zwei: Gegen tiefstehende Gegner müssen Lösungen her. Das gilt nicht nur für Real Madrid, doch gerade die Blancos hatten vor allem in der vergangenen Saison große Probleme damit, kompakte Abwehrreihen auseinanderzuspielen. Unter José Mourinho soll das mit kreativeren Ansätzen besser funktionieren.


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Zur Wahrheit gehört zwar, dass La Real gerade in der zweiten Halbzeit einige Lücken ließ und hintenraus zunehmend den Zugriff verlor. Dennoch wirkten Bellingham, Güler und Co. im Laufe der Partie deutlich dynamischer und spielfreudiger beim Versuch, das gegnerische Abwehrbollwerk zu knacken. Statt sich in langen Ballbesitzphasen festzuspielen, suchten die Madrilenen immer wieder das schnelle Kombinationsspiel, One-Touch-Lösungen und gezielte Pässe in die Tiefe.

Das zeigte sich vor allem bei Mbappés Treffer zum 2:1, der durch eine sehenswerte Kombination über Valverde und Cucurella eingeleitet und schließlich von Jude Bellingham als Passgeber und dem Franzosen als Vollstrecker zu Ende gebracht wurde. Ähnlich das Bild beim 4:1: Vinícius erkennt die Lücke in der gegnerischen Defensive und spielt Mbappé mit einem präzisen Pass in die Schnittstelle frei – Hattrick perfekt.

2. Erst Chancenwucher, dann gnadenlos – doch La Real ist kein Getafe

Weiterhin zu beobachten bleibt jedoch die Chancenverwertung. Gerade zu Beginn war sie ein Thema, als Vinícius und Mbappé gleich mehrfach in aussichtsreichen Positionen vor Álex Remiro auftauchten, daraus aber zu wenig machten. Bei einem 4:1-Sieg fällt dieser Umstand am Ende kaum ins Gewicht. Doch – und diese Erkenntnis kommt wenig überraschend – nicht jeder Gegner wird trotz eines tiefen Blocks derartige Lücken anbieten und Real derart häufig zum Abschluss einladen. Das Ergebnis darf in diesem Fall nicht die Gesamtwahrnehmung verfälschen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es sich bei diesem Thema die gesamte Saison über um eine der größten Herausforderungen für die Madrilenen handeln.

Dennoch: Im weiteren Spielverlauf machte das Sturmduo seine anfänglichen Ungenauigkeiten mehr als wett. Mbappé schnürte einen Dreierpack, Vinícius traf per Abstauber selbst und bereitete zudem das 4:1 vor. Aus dem anfänglichen Chancenwucher wurde so doch noch die nötige Konsequenz vor dem Tor.

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3. Bellingham lässt Real glänzen – Zusammenspiel mit Güler funktioniert

Das leidige Thema: Jude Bellingham und Arda Güler gemeinsam auf dem Feld – kann das funktionieren? Unter José Mourinho und zumindest an diesem Abend lautet die Antwort: sehr wohl. Und das sowohl individuell als auch im Zusammenspiel.

Schon in der Vorbereitung zeichnete sich ab, dass Güler unter dem Portugiesen eine übergeordnete Rolle einnehmen würde. Offen war vor allem die Frage nach dem Wo und Wie. Gegen La Real besetzte der Türke überwiegend die rechte Seite, zog von dort aber vor allem ab Hälfte zwei immer wieder ins Zentrum und suchte anschließend den Weg in die Tiefe. Fünf Key-Pässe unterstreichen seinen Einfluss auf das Offensivspiel.

Bellingham hielt sich dagegen häufiger im linken Halbraum auf und bekam damit ebenfalls die nötige Freiheit, um sein Offensivpotenzial auszuspielen. Das tat er eindrucksvoll: Der Engländer war mit Abstand der auffälligste Akteur auf dem Platz, bereitete zwei der vier Treffer vor, fand immer wieder freie Räume und schaltete sich aggressiv ins Pressing ein. Gleichzeitig belebte er den Spielaufbau und steuerte selbst vier Key-Pässe bei.

Güler und Bellingham nahmen sich damit nicht gegenseitig die Räume, sondern besetzten unterschiedliche Zonen und interpretierten ihre Rollen verschieden. Nach nur zwei Spieltagen ist das sicherlich noch kein endgültiger Beweis dafür, dass das Dilemma gelöst ist. Gegen La Real lieferte Mourinho aber zumindest einen ersten vielversprechenden Lösungsansatz.

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4. Dumfries bringt Chancen und Risiken

Mit Denzel Dumfries hat Real Madrid einen weiteren Außenverteidiger verpflichtet, dessen Stärken vor allem in der Offensive liegen. Ähnlich wie bei Trent Alexander-Arnold birgt das Chancen, aber eben auch Risiken.

Gegen Real Sociedad hielt sich der Neuzugang von Inter Mailand häufig sehr hoch auf dem rechten Flügel auf und suchte selbst den Weg Richtung gegnerischen Strafraum. Davon profitierte insbesondere Güler: Weil Dumfries die Breite hielt, konnte der Türke später häufiger ins Zentrum ziehen, ohne dass Real die Besetzung des rechten Flügels vollständig aufgeben musste.

Die Kehrseite zeigte sich in der Rückwärtsbewegung. Sobald Dumfries weit aufgerückt war, musste Ibrahima Konaté den Raum in seinem Rücken absichern und dafür teilweise weit aus seiner Position herausrücken. In mehreren Situationen löste der Innenverteidiger das stark, doch die Abstimmung zwischen beiden wirkte noch nicht durchgehend sattelfest.

Auch vor dem Gegentor wurde die Gefahr sichtbar. Dumfries blockte zwar noch einen Abschlussversuch, hatte sich zuvor in der Entstehung der Situation jedoch verschätzt und kam beim langen Ball des Gegners einen Schritt zu spät. Genau diese Balance dürfte Mourinho in den kommenden Wochen beschäftigen: Wie lässt sich Dumfries‘ Offensivdrang nutzen, ohne die eigene rechte Defensivseite zu häufig zu entblößen?

Wie nach dem ersten Spieltag noch von keiner Renaissance die Rede war, kann auch nach dem zweiten noch nicht von klaren Erkenntnissen gesprochen werden. Es sind lediglich Tendenzen und Thesen, die sich mit den kommenden Wochen entweder bestätigen oder in eine andere Richtung entwickeln. Doch Mourinhos Idee scheint bisher zu fruchten und macht Lust auf mehr.

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