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Matti Peters·22. Februar 2026
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Matti Peters·22. Februar 2026
Bei seinem Wechsel von Borussia Dortmund zu Aston Villa vor knapp einem Jahr war Donyell Malen noch richtig euphorisch. Weitere zwölf Monate später war davon wenig bis nichts mehr übrig. Die Unzufriedenheit in Birmingham nahm stetig zu, auch aufgrund von mangelnder Einsatzzeiten. Durch den Wechsel in die Serie A hat er seiner Karriere nun einen neuen Anstrich verpasst.
Malen liefert Zahlen. In seinen ersten fünf Spielen für die AS Roma erzielte der Niederländer direkt fünf Treffer. Das gelang bei den Giallorossi vor ihm nur dem großen Gabriel Batistuta in den 2000ern. Ein Start auf Legenden-Niveau also.
Gleich zweimal trat Malen schon als Doppelpacker in Erscheinung. So auch am vergangenen Spieltag im Topspiel gegen den Meister aus Neapel. Da ballerte Malen die Römer fast im Alleingang zum Achtungserfolg beim 2:2.
Während in den italienischen Gazetten vom Glücksgriff der Roma oder der größten Transfer-Überraschung der letzten Jahre die Rede ist, wusste sein neuer Trainer Gian Piero Gasperini ganz genau wen er da verpflichten ließ.
"Ich war immer überzeugt, dass Malen die idealen Eigenschaften für meinen Fußball mitbringt: Er ist ein kompletter Stürmer, kommt schnell zum Abschluss, ist schnell und kann mit seinen Mitspielern kombinieren", sagte der 68-Jährige nach dem Napoli-Spiel bei 'DAZN'.
📸 CARLO HERMANN - AFP or licensors
"Diese Mannschaft braucht einen Stürmer wie ihn. Er trifft auch deshalb so häufig, weil wir ihn in Positionen bringen, in denen er konstant gefährlich ist", so Gasperini weiter. Damit nannte er auch gleichzeitig den Hauptgrund für Malens massiv ansteigende Formkurve.
Anders als bei Aston Villa und größtenteils bei Borussia Dortmund agiert Malen unter Gasperini nicht auf dem Flügel oder in offensiven Halbpositionen, sondern als Mittelstürmer. Die Aussicht als echte Nummer neun auflaufen zu können, war eines der Hauptargumente für einen Wechsel in die Hauptstadt Italiens.
"Ich spiele lieber im Zentrum. Ich denke, dass ich als echter Mittelstürmer gefährlicher sein kann, Chancen für die Mannschaft herausspiele und Tore erziele. Deshalb mag ich diese Position", sagte Malen noch bei seiner Vorstellung in Rom vor knapp vier Wochen.
Gasperini scheint das entscheidende Puzzleteil für sein Erfolgskonzept mit der Roma gefunden zu haben. Wie schon in Bergamo, wo er sogar die Europa League gewann, setzt der Trainerfuchs auf ein 3-4-2-1-System, in dem die Sturmspitze als Vollstrecker, aber auch spielstarker Ballverteiler und Vorbereiter agieren soll. Ademola Lookman zeigte das Eindrucksvoll in seiner Durchbruchsaison bei Atalanta vor zwei Jahren.
Malen kann in ähnliche Sphären vorstoßen. Seine Beteiligung im letzten Drittel ist beeindruckend: Er kommt im Schnitt auf 4,2 Ballkontakte pro Spiel in der gegnerischen Box und weist in der offensiven Hälfte eine Passquote von 82 Prozent auf. Darüber hinaus hat er in seinen fünf Einsätzen zwölf erfolgreiche Dribblings abgeschlossen und 25 Abschlüsse genommen. Er präsentiert sich dabei so zielstrebig und gefährlich, wie es sich der Verein im Januar-Transferfenster erhofft hatte.

Die Roma ist Vierter in der Serie A, liegt 14 Punkte hinter Spitzenreiter Inter und hofft auf die erste CL-Qualifikation seit der Saison 2017/18. Diesem Ziel wären die Giallorossi sogar noch näher, wenn sie Malen schon im Sommer geholt hätten, behauptet Gasperini: "Ich scheue mich nicht zu sagen: Hätten wir Malen schon in der ersten Saisonhälfte gehabt, hätten wir jetzt ein paar Punkte mehr."
Auch Malen hätte wohl von einem früheren Tapetenwechel profitiert. Ihm wären vermutlich ein paar Monate Frust und Stagnation erspart geblieben. Malen hat nicht nur den Verein gewechselt, sondern die Perspektive. Und die gefällt allen Beteiligten so gut, dass die verpflichtende Kaufoption im Sommer fast schon ein Geschenk ist.
📸 Leon Kügeler - 2024 Getty Images









































