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·29. September 2026

Neuer-Nachfolge: Maier bremst, Bayern plant längst weiter

Artikelbild:Neuer-Nachfolge: Maier bremst, Bayern plant längst weiter

Sepp Maier hält den Hype um Jonas Urbig für verfrüht – und der FC Bayern arbeitet nach übereinstimmenden Berichten von kicker und Bild bereits an genau dem Szenario, das der Weltmeister von 1974 im Interview mit der Abendzeitung als zu schnell bezeichnet: Urbig als Nummer eins nach Manuel Neuer, dahinter ein erfahrener Keeper ohne Anspruch auf den Stammplatz. Finn Dahmen steht auf dieser Liste.

Die Bühne für Maiers Einwand ist die Länderspielwoche. Urbig, 23, gehört zu Klopps zweitem Kader und kann am Donnerstag gegen Serbien oder am Sonntag in Thessaloniki debütieren. Nach Marc-André ter Stegen in Amsterdam und Alexander Nübel in Augsburg wäre er laut kicker der dritte Torhüter im dritten Spiel unter dem neuen Bundestrainer. Ter Stegen hatte in Amsterdam mit dem Fuß gewackelt, wie die Sportschau in ihrer Einzelkritik festhielt – Maier nennt dafür in der AZ einen Grund: fehlender Rhythmus.


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Foto: Getty Images

Maiers Einwand: Rhythmus schlägt Potenzial

„Der Hype um Urbig ist mir zu viel“, sagte Maier der Abendzeitung. Der 82-Jährige bestreitet nicht das Talent, er bestreitet das Tempo: Ein paar gute Spiele, und schon solle Urbig Deutschlands neue Nummer eins sein. Seine Forderung: erst beim FC Bayern die Nummer eins werden, dann über den DFB reden. Einen Nationaltorwart, der im Verein dauerhaft nur Ersatz ist, hält Maier auf lange Sicht für nicht tragfähig.

Die Zahlen geben ihm vorerst recht. Laut t-online kam Urbig in der vergangenen Saison auf 14 Bundesligaspiele, in dieser Saison auf zwei Einsätze. Sein Vertrag läuft bis 2029. Das ist ein Aufbauplan, kein Stammplatz.

Dahmen-Spur: Was der kicker meldet – und was nur Ekrem Konur weiß

Der belastbare Kern stammt vom kicker: Finn Dahmen gehört demnach zu den Namen, die an der Säbener Straße als künftige Nummer zwei diskutiert werden – intern, ohne Gespräche mit Spieler oder Klub. Der Bild-Podcast „Bayern Insider“ legte nach: Dahmen stehe weit oben auf der Liste, das Profil passe, gesprochen worden sei mit ihm aber noch nicht. Augsburgs Trainer Manuel Baum sagte der Bild, in Augsburg gebe es „Gespräche mit Finn“ – gemeint sind FCA-interne Gespräche über seine Zukunft, keine mit München.

Seit dem 28. September kursiert zusätzlich die Meldung von Transferinsider Ekrem Konur, Gespräche zwischen Dahmen und Bayern seien angelaufen. Das ist eine Einzelquelle mit wechselhafter Trefferquote und bislang von keinem deutschen Leitmedium bestätigt. Stand heute gilt: Bayern denkt, Bayern verhandelt nicht.

Dahmens Profil erklärt, warum der Name überhaupt fällt. 28 Jahre, 101 Bundesligaspiele, seit 2023 unumstrittene Nummer eins in Augsburg, Vertrag bis Sommer 2027 – im kommenden Jahr also ablösefrei zu haben. Und: der einzige Torhüter, den Klopp in beiden Kadern behalten hat, auch wenn das erste Länderspiel noch aussteht.

Bayerns Torwart-Szenario 2027 nach Berichten von kicker, Bild und t-online. Stand: 29. September 2026.

Der Plan verrät mehr als das Interview

Was Bayern sucht, ist ein Keeper nach dem Ulreich-Modell: Bundesliga-Erfahrung, Zuverlässigkeit, kein Ego für den Stammplatz. Diese Suche ergibt nur Sinn, wenn die Nummer eins intern feststeht. Der Dahmen-Gedanke ist damit das deutlichste Signal, das der Klub bisher zu Urbig gesendet hat – deutlicher als jede Kompany-Aussage.

Der Widerspruch zu Maier ist kleiner, als er klingt. Maier verlangt einen Nationaltorwart mit Stammplatz im Verein. Bayern baut exakt diesen Stammplatz, nur eben erst ab 2027 und nur unter der Bedingung, dass Neuer aufhört. Dessen Vertrag läuft aus, eine Entscheidung gibt es nicht. Uneinig sind sich Maier und Bayern also nicht über das Ziel, sondern über das Datum.

Das Muster dieser Woche: Der DFB testet Torhüter im Wochentakt, der Klub plant in Jahresschritten, und die Öffentlichkeit hat Urbig schon dort, wo beide ihn erst hinbringen wollen. Ob er am Donnerstag oder Sonntag debütiert, ist die erste Probe – die zweite folgt, sobald Neuer sich erklärt.

Maier will Urbig erst Spiele sehen lassen. Bayern hat den Spielplan dafür längst geschrieben – nur das Datum fehlt, und das gehört Manuel Neuer.

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