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·30. Juni 2026

Neuer & Wirtz gut, Doppelsechs versagt erneut – Deutschland in der Einzelkritik

Artikelbild:Neuer & Wirtz gut, Doppelsechs versagt erneut – Deutschland in der Einzelkritik

Im WM-Sechzehntelfinale traf Deutschland auf Paraguay. Nach einer unfassbar intensiven Partie, in der Deutschland in der Verlängerung zudem noch VAR-Pech hatte, setzte sich am Ende Paraguay im Elfmeterschießen durch und erreichte somit das Achtelfinale, wo es dann entweder gegen Frankreich oder Schweden gehen wird. Wie die einzelnen deutschen Spieler bei dieser bitteren Niederlage performten, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Manuel Neuer: Es war das beste Spiel des 40-Jährigen bei diesem Turnier. Hatte er in vorherigen Spielern mehrfach unglücklich ausgesehen, brauchte sich Manuel Neuer an diesem Tag nichts vorwerfen lassen, da er gleich zwei Großchancen Paraguays in der regulären Spielzeit vereitelte und im Elfmeterschießen sogar noch einen Ball hielt. (Note: 2)


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Joshua Kimmich: Kämpferisch war dies ein guter Auftritt des deutschen Kapitäns, der viele Zweikämpfe führte und zudem versuchte, immer wieder Angriffe zu initiieren. Nachdem der eingewechselte Waldemar Anton auf die Rechtsverteidigerposition ging, rückte Kimmich ins Zentrum, wo er deutlich sicherer wirkte als Aleksandar Pavlović. Im Elfmeterschießen behielt der 31-Jährige die Nerven und verwandelte seinen Strafstoß. (Note: 2,5)

Jonathan Tah: Es war ein unfassbar bitterer Auftritt für den gebürtigen Hamburger, da er eigentlich eine ordentliche Partie machte, viele Bälle ablief und nur wenig zuließ. In der Verlängerung erzielte er dann per Kopf das vermeintliche 2:1, doch nach VAR-Überprüfung wurde der Treffer wegen eines vermeintlichen und strittigen Foulspiels wieder einkassiert. Im Elfmeterschießen dann schoss Tah den Ball übers Tor, sodass der starke José Canale den Sieg für Paraguay eintüten konnte. (Note: 4)

Antonio Rüdiger: Der Mann von Real Madrid machte seine Sache deutlich besser, als noch gegen Ecuador und wirkte hinten insgesamt sicher. Nach vorne hin versuchte der 33-Jährige durch Halbfeldflanken für Gefahr zu sorgen, doch fanden diese praktisch nie ihren Abnehmer. In der 110. Spielminute wurde Antonio Rüdiger dann für Malick Thiaw ausgewechselt. (Note: 3)

Nathaniel Brown: Der Noch-Frankfurter war wieder einer der besseren deutschen Spieler, war präsent in den Zweikämpfen und nach vorne hin agil. Beim 0:1 allerdings ließ er den Gegner flanken, was das Gegentor zur Folge hatte. Ab der zweiten Hälfte wirkte Brown aber sicher und sorgte auch durch Eckbälle für Gefahr. Einer hätte um ein Haar die Entscheidung gebracht, doch wurde der Kopfballtreffer von Jonathan Tah dann durch den VAR zurückgenommen. (Note: 3)

Leroy Sané: Es war ein couragierter Auftritt des Galatasaray-Profis, der weite Wege ging, gewissenhaft verteidigte und ständig anspielbar blieb. Mit dem Ball am Fuß wollte dem 30-Jährigen gegen tief verteidigende Paraguayer allerdings nicht allzu viel gewinnen, weshalb er im Ballbesitz praktisch nur im rechten Halbraum stattfand, ohne, dass einmal ein besonderer Moment dabei herumkam. In der 88. Spielminute wurde Leroy Sané dann durch Nick Woltemade ersetzt. (Note: 3,5)

Felix Nmecha: Sehr unauffällig und kaum ins deutsche Spiel eingebunden. Weder das Passspiel nach vorne, noch die Arbeit gegen den Ball waren wirklich von Erfolg gekrönt. Beim 0:1 in der 42. Spielminute ließ Felix Nmecha Julio Enciso völlig ungestört einnicken. Zur Pause blieb der Dortmunder dann in der Kabine und für ihn kam Felix Nmecha in die Partie. (Note: 5)

Aleksandar Pavlović: Gegenüber seiner schwachen Leistung aus dem Ecuador-Spiel zeigte sich der Münchner zunächst leicht verbessert, hatte den Kopf oben und ließ sich nicht mehr so leicht vom Ball trennen. Hinzu kamen die vielen sicheren Pässe, die man von ihm gewohnt ist. Nach der "Trinkpause" allerdings tauchte der 22-Jährige komplett ab und konnte nur selten für kreative Momente sorgen, sondern entschleunigte das Spiel eher. Gegen den Ball allerdings war es erneut ein äußerst schwaches Spiel von Aleksandar Pavlović, der keinen einzigen seiner Defensivzweikämpfe gewinnen konnte. In der 79. Spielminute wurde er dann durch Waldemar Anton ersetzt. (Note: 5)

Florian Wirtz: Über den 23-Jährigen gingen einmal mehr die meisten Angriffe. Auch das Zusammenspiel mit Nathaniel Brown auf der linken Seite sah zunächst vielversprechend aus, jedoch wurde man nur selten wirklich gefährlich. Auch die Zuspiele des Liverpoolers fanden meist das Ziel nicht. In der zweiten Halbzeit dann deutlich variabler auf beiden Flügel aktiv. In der 53. Spielminute fand er dann per Hereingabe den Kopf von Kai Havertz, der das 1:1 erzielte. Hiernach blieb Florian Wirtz weiterhin ein Aktivposten im deutschen Offensivspiel, der viel versuchte und mehrfach gute Chancen einleitete, die aber nicht zum Torerfolg führten. In der 110. Spielminute ging er dann für Nadiem Amiri vom Platz. (Note: 2)

Kai Havertz: In der ersten Hälfte zwar viel unterwegs, aber nur selten mit guten Pässen gefüttert, weshalb er nur wenig für Torgefahr sorgen konnte. In der zweiten Halbzeit erhöhten die Deutschen den Druck und die Anzahl der Hereingaben stieg. In der 54. Spielminute konnte der Arsenal-Angreifer dann eine scharfe inverse Flanke von Florian Wirtz verwerten und per Kopf das 1:1 erzielen. Nach seinem Treffer blieb Kai Havertz sehr aktiv und hatte sogar noch die Chance aufs 2:1, scheiterte aber an Orlando Gill. Dieses Duell sollte der Paraguay-Keeper dann leider auch im Elfmeterschießen für sich entscheiden, als er den schwachgetretenen Strafstoß des 27-Jährigen herauswischte. (Note: 3)

Denis Undav: In der 6. Spielminute hatte der Publikumsliebling durch einen frechen Chip in die lange Ecke seine Chance, verzog aber leicht. Insgesamt aber war dies nicht das Spiel des Deniz Undav, der nur wenig ins aktive deutsche Ballbesitzspiel eingebunden wurde und die Aktionen, die er hatte, nicht viel einbrachten. Allerdings war früh zu spüren, dass Kai Havertz in der Box mehr Freiheiten hatte, weil der Stuttgarter immer mindestens einen Gegenspieler band. So kam es auch in der 54. Spielminute, als Kai Havertz eine scharfe Hereingabe von Florian Wirtz per Kopf zum 1:1 verwertete, während Undav zwei Gegenspieler auf sich zog. In der 63. Spielminute war für den 29-Jährigen dann Schluss und er wurde durch Jamal Musiala ersetzt. (Note: 4)

Leon Goretzka (ab Spielminute 46): Nach seiner Hereinnahme zur Pause war vom 31-Jährigen kaum etwas zu sehen. Er war nur selten am Ball und wenn er mal die Kugel hatte, viel ihm nur wenig damit ein. Auch in den Zweikämpfen war der Noch-Münchner nicht stabil, weshalb er kaum einen Mehrwert auf dem Platz bot. (Note: 5)

Jamal Musiala (ab Spielminute 63): Für den blassen Deniz Undav gekommen, machte "Bambi" noch einmal etwas Wirbel, weil er sehr viel versuchte, oft ins Dribbling ging, oder Flanken ansetzte. Oftmals blieb das allerdings ohne Erfolg. Dennoch schmiss er sich in jeden Zweikampf rein und versuchte bis zum Ende alles, um das Spiel noch zu deutschen Gunsten zu drehen. Auch am Punkt übernahm Jamal Musiala Verantwortung und verwandelte seinen Elfmeter. (Note: 2,5)

Waldemar Anton (ab Spielminute 79): Der Dortmunder hatte einen besonders bitteren Abend, da er, obwohl er es auf seiner rechten Abwehrseite eigentlich sehr ordentlich machte, zunächst in der 102. Spielminute leicht mit dem gegnerischen Torwart zusammenstieß, was dem Schiedsrichter reichte, nach VAR-Überprüfung den in dieser Szene entstandenen Treffer von Jonathan Tah einzukassieren. In der 119. Spielminute hatte Waldemar Anton per Kopf selbst noch einmal die Chance aufs 2:1, brachte den Ball aber zu zentral aufs Tor, sodass er nicht schwer zu parieren war. (Note: 4)

Nick Woltemade (ab Spielminute 88): Der ehemalige Stuttgarter hatte in diesem Spiel eine besondere Beziehung zu Elfmetern, da zuerst ein Schuss von ihm im gegnerischen Strafraum von einem Verteidiger mit der Hand gestoppt wurde, es dafür aber keinen Strafstoß gab, und er auch noch anschließend möglicherweise in der Box gefoult wurde, was aber auch nicht überprüft wurde. Hiervon abgesehen war der Stürmer allerdings ein Nichtfaktor. Im Elfmeterschießen scheiterte Nick Woltemade dann am starken Orlando Gill. (Note: 5)

Nadiem Amiri (ab Spielminute 110): In den Schlussminuten kam der Mainzer noch für Florian Wirtz in die Partie und versuchte durch Pässe und einen Freistoß noch das 2:1 zu erzielen, scheiterte daran aber. Im Elfmeterschießen behielt Nadiem Amiri dann aber die Nerven und verwandelte sicher. (Note: 3)

Malick Thiaw (ab Spielminute 110): Anders als ein Nadiem Amiri, der in der Offensive etwas wirbeln konnte und sich durch seinen Elfmeter noch einmal präsentierte, hatte Malick Thiaw keine Szene, in der er seine Qualitäten zeigen konnte, oder in der der gefordert wurde, weshalb eine Bewertung in dieser Partie entfällt.

Foto: Megan Briggs / Getty Images 

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