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·27. September 2026
Neun Elfmeter in Folge verwandelt, dann rutscht der linke Fuß weg – Kanes Patzer und seine Folgen

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·27. September 2026

London. Es war die 54. Minute, England führte 2:1 gegen den Weltmeister, und Harry Kane stand am Punkt. Was dann passierte, hatte es seit dem WM-Viertelfinale 2022 gegen Frankreich nicht mehr gegeben: Der Kapitän rutschte beim Anlauf weg, der linke Fuß gab nach, er berührte den Ball doppelt und traf nur den Querbalken. Neun Elfmeter in Folge hatte er zuvor für England verwandelt.
„Leider bin ich ausgerutscht, mein linker Fuß hat nachgegeben, aber so ist das Leben eines Stürmers“, sagte Kane danach bei ITV Sport.
Hier lohnt der genaue Blick auf die Regel. Durch die Doppelberührung hätte ein Treffer ohnehin nicht gezählt – der Versuch wäre wiederholt worden. Kanes Fehlschuss war also im Ergebnis exakt das, was ein Tor gewesen wäre: keine Führung. Nur eben ohne zweite Chance.
Das ist mehr als eine Fußnote. Wer dem Kapitän die Niederlage anlasten will, muss zur Kenntnis nehmen, dass der entscheidende Fehler nicht der Schuss war, sondern der Ausrutscher davor – und der lag nicht in seiner Kontrolle.
Die Bilanz erklärt, warum die Szene überhaupt Schlagzeilen macht. Seit dem verschossenen Elfmeter gegen Frankreich bei der WM 2022 war Kane in sämtlichen Pflichtspielen fast drei Jahre ohne Fehlschuss geblieben. Für Bayern hat er in diesem Kalenderjahr zwei Strafstöße vergeben – in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise und in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg. 13 weitere Versuche saßen.
Schon der Pfiff selbst war umstritten. Jude Bellingham spitzelte den Ball im Strafraum an Rodri vorbei und hob nach leichtem Kontakt am Schienbein ab. Schiedsrichter Davide Massa ließ zunächst weiterlaufen. Dann meldete sich der Videoassistent und schickte ihn an den Bildschirm; nach kurzer Ansicht zeigte Massa doch auf den Punkt.
DAZN-Experte Sebastian Kneißl hielt das für einen Eingriff zu viel: „Das ist für mich keine klare Fehlentscheidung und er hatte die perfekte Sicht drauf.“
Spanien drehte das Spiel binnen 20 Minuten. Álex Baena traf in der 60. Minute, Mikel Oyarzabal in der 74. – beide waren in der 55. Minute eingewechselt worden. Zuvor hatte Lamine Yamal nach zwei Minuten getroffen, ehe Anthony Gordon (36.) und Kane selbst (40.) die Partie drehten.
Die Reaktionen kreisten alle um dieselbe Szene. Thomas Tuchel: „Hätten wir den Elfmeter verwandelt, hätte das der entscheidende Moment sein können. Der Einsatz und die Qualität waren heute Abend da, aber das Ergebnis spiegelt das heute nicht wider.“ Gordon: „Wäre der Elfmeter reingegangen, hätten wir meiner Meinung nach gewonnen. Ich denke, man hat heute Abend gesehen, dass wir eine Spitzenmannschaft sind.“
Der Kapitän suchte nicht nur die Entlastung, sondern benannte das strukturelle Problem: „Wir haben bei der Weltmeisterschaft ein gutes Niveau erreicht, konnten aber nicht über die gesamten 90 Minuten konstant gute Leistungen abrufen. Heute war es dasselbe.“
Rund um die Halbzeitpause sei die Leistung „so gut wie seit Langem nicht mehr“ gewesen – das mache Mut. „Wir wissen, dass wir dieses Niveau erreichen können, und an einem anderen Tag hätten wir das Spiel gewonnen.“
Tuchel sah es ähnlich, mit einem härteren Zusatz: „Es war ein furchtbarer Start, der schlechteste Start, den man sich vorstellen kann, was es gegen eine Mannschaft wie diese so schwer macht. Die Reaktion war sehr gut. Nach zehn bis zwölf Minuten waren wir die bessere Mannschaft, aber wir haben zu viele Fehler gemacht.“
Die englische Presse war weniger nachsichtig; Sport1 fasst das Urteil unter der Überschrift „Wieder machtlos“ zusammen. Für Kane, der in vier Wochen in London zu den Ballon-d’Or-Kandidaten zählt, war es ein Abend, an dem er traf und trotzdem als der Mann dastand, der es nicht tat.







































