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·16. Juni 2026

Nichts für schwache Nerven: Hannover 96 zwischen Sommerloch und der neuen Saison

Artikelbild:Nichts für schwache Nerven: Hannover 96 zwischen Sommerloch und der neuen Saison

So fühlt es sich also an, wenn man denkbar knapp am möglichen Aufstieg vorbeigesegelt ist und in die Sommerpause entlassen wurde. Es erinnert ein wenig an einen Kinofilm, auf den man sich sehr gefreut hatte, an dessen Ende man aber eher unbefriedigt ins grelle Tageslicht zurückgeschickt wird. In den Zähnen hängt noch Popcorn, und das soll’s jetzt gewesen sein. Draußen vor dem Saal machen bereits die WM-Eventies Stimmung, während man zurück nach Hause schlurft …

Von wegen Sommer, Sonne, Beine hoch: Als Fan von Hannover 96 hängt man aktuell ziemlich durch. Nicht nur steckt der knapp verpasste Aufstieg noch in den Knochen, auch machen die Zündkerzen für die neue Spielzeit Probleme. Es ist so, als springe der Wagen nicht an. Man kommt nicht vom Fleck, an dem man nun genug Wochen im Selbstmitleid verbracht hat. Man steckt fest zwischen Nürnberg und dem Laktat-Test Ende Juni, ohne richtig abschalten zu können.

Hannover 96 hängt noch im Stimmungs-Loch

Zwar wurden mit Jonas Boldt und Paul Wagner schnell zwei bis dahin fehlende Puzzlestücke in der Profi-Struktur präsentiert, und auch Christian Titz sowie Sportchef Ralf Becker wurde das Vertrauen ausgesprochen. Nach einer kurzen, obligatorischen Analyse und der Berechnung eines diesmal geringeren Budgets konnte zumindest der Harmonie und Zuversicht ausstrahlende Trainer-Liebling Jean Hugonet als erster (und bislang einziger?) größerer Transfer präsentiert werden.


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Danach: Gerüchteküche ohne viele Namen, aber ordentlich Lärm auf den Kochtöpfen.

Wir Fans schleppen uns derzeit durch Mini-News wie den Beginn des Sitzschalen-Austauschs, die Ankündigung des Trainingslagers im nur zwei Stunden entfernten Sauerland und ein Testspiel gegen den Regionalligisten Phoenix Lübeck. Hm, na ja, okay – aber wer wird eigentlich Aseko und Leopold ersetzen?

Am Pool im Urlaub bricht dezente Langeweile aus, weil die Transfermarkt-App nicht zum Glühen kommt. Währenddessen schnappt sich die Konkurrenz schon überall ablösefreie Spieler. Keine Kracher, die uns schlaflose Nächte bescheren sollten, aber immerhin.

Die wöchentliche Dosis fehlt…

Wenn wir ehrlich sind, vermissen wir unsere wöchentliche Dosis Hannover 96 ganz dolle, vergessen aber sträflich, dass der Transfermarkt erst in drei Wochen offiziell öffnet. Und wenn alles doof läuft, müssen wir bis dahin noch auf unseren neuen Torwart warten und unzählige Gedankenspiele der Presse ertragen. Sommerloch kann echt fies sein.

Nach dem massiven Umbruch 2025 sind ein Jahr später die nächsten neun Verträge ausgelaufen, wobei mit Benjamin Källman und Virgil Ghita noch mindestens zwei weitere Abgänge diskutiert werden.

Es gilt, wichtige Schlüsselpositionen im Kader neu und effektiv zu besetzen, um Anfang August direkt wieder oben anzugreifen. Doch für diese Mission herrscht momentan zu viel Chill- und Relax-Modus am Maschsee. Das ist natürlich nur die Außenwahrnehmung, denn die Entscheider um Jonas Boldt werden ihre Namenslisten und Zielspieler sicher im Blick haben.

Kollege Artsy.ft schrieb passend bei X:

„Hab irgendwie das Gefühl, dass der Transfermarkt und Vereinsfußball von der WM völlig geschluckt werden. Es gibt kaum News und Transfers, obwohl die 2. Liga und 3. Liga in zehn Tagen oder so in die Vorbereitung einsteigen. Auch Content funktioniert seit der WM-Woche viel schlechter.“

Wird der Vereinsfußball von der WM geschluckt?

Nachdem direkt nach dem Saisonfinale noch geschäftige Diskussionen über mögliche Zu- und Abgänge stattfanden und der Transfermarkt von uns Sofatrainern im Tiefflug beackert wurde, ist es inzwischen recht still geworden. Zu still, um ehrlich zu sein. Ein paar Gerüchte würden uns ganz guttun. Oder direkt eine Entscheidung auf der vakanten Torhüter-Position. Nebenher triggert uns der irre Verpflichtungsaktionismus der Wolfsburger Nachbarn gewaltig.

War man letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt noch tiefenentspannt, weil man die Geschäfte in den Händen von Markus Mann wusste, könnte man aktuell bei der ebenfalls professionell stillen Arbeit von Jonas Boldt und seinem Team fast wahnsinnig werden. Am Ende werden wir hoffentlich völlig zufrieden mit den Ergebnissen des neuen Bosses sein, auch wenn man es gerade kaum abwarten kann.

Es ist ein komischer Sommer diesmal – nicht nur wettertechnisch. Man fühlt sich unruhig, weil wir uns nicht einigen konnten, ob wir nun zufrieden oder doch enttäuscht aus der letzten Saison gegangen sind. Dann kam gefühlt auch schon die WM..

Wir hatten monatelang ein echtes Hoch in Hannover und die Folgen fühlen sich einige Wochen später trotzdem noch wie ein schlechter Kater an. Ein Konterbier wäre jetzt toll – in Form eines Anheizers für die neue Saison. Bis dahin bleiben uns nur der Sommer-Blues und Schwarz-Rot-Gold …

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