LIGABlatt
·3. Oktober 2026
"Niemand ist schuld" – Türkei nach Belgien-Klatsche am Tiefpunkt

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·3. Oktober 2026

Das 0:3 gegen Belgien am Samstagabend hat die Krise der türkischen Nationalmannschaft nochmals verschärft. Zwar agierten die Halbmondsterne mit ihrem Gegner über weite Strecken auf Augenhöhe, spielten in allen Feldbereichen aber ineffizient. Trainer Montella schloss einen Rücktritt erneut aus.
Es war Vincenzo Montella am späten Samstagabend in Lüttich durchaus anzusehen, wie mühselig es gleich sein werde, wieder auf das Podest der Pressekonferenz zu sitzen. Wieder zu versuchen, die Niederlage zu erklären. Wieder hervorzuheben, was denn trotz des klaren Ergebnisses besser lief, als im vorherigen Spiel. Wieder klarzustellen, dass er nicht gewillt ist, sein Amt des Nationaltrainers niederzulegen. "Wir gehen mit vollem Einsatz auf den Platz. Es bringt nichts, den Spielern die Schuld zu geben. Niemand ist schuld. Auch ich kämpfe mit ganzem Herzen auf dem Platz", beteuerte Montella, dessen Kredit bei vielen türkischen Anhängern inzwischen aufgebraucht scheint.
Wie lange darf Montella noch weiterverlieren?
Das frühe Aus bei der Weltmeisterschaft im Sommer, nun die drei deutlichen Niederlagen in der Nations League gegen Frankreich, Italien und Belgien – die Türkei ist 2026 schlechter, als sie offensichtlich selbst von sich geglaubt hatte, aktuell meilenweit vom Status eines Top-Teams entfernt. Nur: Um künftig ein solches zu werden, sei es entscheidend die derzeitigen Spiele gegen Top-Gegner zu absolvieren, auch wenn man dabei viel Lehrgeld zahle, so zumindest die Theorie von Montella. "In der Liga A zu spielen ist ein Privileg, keine Strafe. Die Nationalmannschaft sammelt Erfahrung. Wir haben das Niveau jetzt kennengelernt und wir messen uns daran. Wir machen weiter, indem wir Erfahrung sammeln."
Stellt sich nur die Frage: Wie lange darf Montella noch weiterverlieren? Gegen Belgien war durchaus festzuhalten, dass die Mannschaft im Vergleich zu den vorherigen Spielen ballsicherer agierte, die Lernkurve in Sachen Effizienz aber weiterhin stagniert. Einzig Arda Güler überzeugte im ansonsten von Ideenlosigkeit geprägten Offensivspiel, konnte als Individualist aber nur wenig ausrichten. Montella glaubt trotzdem ans vorhandene Personal. "Wir sind mit diesen Spielern zur Weltmeisterschaft gefahren, wir sind mit diesen Spielern in die Liga A aufgestiegen", so der Italiener. Am kommenden Montag geht es zum Abschluss dieser Länderspielperiode zum Auswärtsspiel gegen Italien. Womöglich wird Montellas Gastspiel in der Heimat zu seinem persönlichen Endspiel.
Foto: X / MilliTakimlar
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