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·20. August 2026

Nils Petersen: "Olympia hat uns verbunden"

Artikelbild: Nils Petersen: "Olympia hat uns verbunden"

Heute vor zehn Jahren stand eine Männerauswahl des DFB im Olympia-Finale. Es war eine Premiere, und obwohl er dabei eine unglückliche Rolle spielte, hat Nils Petersen vorwiegend gute Erinnerungen an die drei Wochen in Brasilien. Im DFB.de-Interview spricht der inzwischen 37 Jahre alte Rekordjoker der Bundesliga über den Gewinn der Silbermedaille und das olympische Endspiel in Rio.

DFB.de: Sie haben mit der deutschen Olympiamannschaft vor zehn Jahren in Rio die Silbermedaille gewonnen. Wissen Sie noch, wo die ist?


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Nils Petersen: Natürlich, die ist dauernd im Einsatz. Manchmal werde ich zu Vorträgen eingeladen, dann nehme ich sie mit.

DFB.de: Sie sind der Rekordjoker der Bundesligahistorie, haben zwei A-Länderspiele und sogar mal beim FC Bayern gespielt. Welchen Stellenwert hat da die Olympiateilnahme für Sie?

Petersen: Einen sehr hohen. Erst im Rückblick habe ich realisiert, was es heißt, ein Olympionike gewesen zu sein. Wenn Olympia im TV kommt, dann sage ich mir immer: "Mensch, da warst du ja auch mal dabei - beim Fest, zu dem die besten Sportler der Welt zusammenkommen."

DFB.de: Für den Fußball trifft das allerdings nicht zu, da gibt es bekanntlich Einschränkungen. Da spielt quasi eine U 23, nur drei ältere Spieler sind erlaubt - und einer davon waren Sie. Wie war Ihre Rolle im Team?

Petersen: Trainer Horst Hrubesch hat mich angerufen und gefragt, ob ich dabei sein will, auch wenn ich nicht von Anfang an spielen würde. Das war denen vorbehalten, die die Qualifikation möglich gemacht hatten - im Sturm also vor allem Serge Gnabry und Davie Selke. Ich zögerte nicht, war einfach nur dankbar, Teil dieser Mission sein zu dürfen, und akzeptierte meine Rolle.

DFB.de: Die Kadernominierung war nicht einfach, die neue Bundesligasaison war nahe, man verpasste auch die erste Pokalrunde - und manche Spieler erhielten keine Freigabe. Wie war die Vorbereitung auf Olympia?

Petersen: Wir haben uns drei Tage vor dem ersten Spiel getroffen, und eigentlich kannte ich keinen, auch den Trainer nicht. Ich hatte aber gleich Anschluss, weil Matthias Ginter mich fragte, ob wir ein Zimmer belegen wollten. Der Teamgeist war top, da sind Freundschaften entstanden, die heute noch bestehen. Und wenn wir uns wiedersehen, ist es immer wieder schön, denn Olympia hat uns verbunden.

DFB.de: Die Vorrunde verlief noch recht mühsam...

Petersen: Wir waren quasi schon ausgeschieden. Nach dem 2:2 gegen Mexiko lagen wir gegen Südkorea in der Nachspielzeit zurück, dann schoss Serge Gnabry zum Glück das 3:3. Da haben wir schon gemerkt, dass es auch hier nicht mit 80 oder 90 Prozent geht.

DFB.de: In diesen Partien hatten Sie nur Kurzeinsätze. Dann hatten Sie beim 10:0 Ihren großen Auftritt gegen Fidschi. Wie stolz waren Sie auf fünf Tore gegen diesen Exoten?

Petersen: Der Gegner war fraglos schwach. Aber es bedeutet mir immer noch viel, wenn ich irgendwo als Torschützenkönig von Olympia vorgestellt werde. Insgesamt traf ich ja sechsmal.

DFB.de: Es folgten das 4:0 gegen Portugal und 2:0 gegen Nigeria, bei beiden Spielen kamen Sie wieder von der Bank. Warum lief es nun auf einmal fürs DFB-Team?

Petersen: Schwer zu sagen. Wir haben uns teilweise in einen Rausch gespielt und hatten immer unser Ziel vor Augen: Wir wollten unbedingt ins Olympische Dorf, und dafür mussten wir ins Finale.

DFB.de: Das haben Sie dann ja auch erreicht, nicht zuletzt dank Ihres Jokertores gegen Nigeria. Wie war es denn im Olympischen Dorf?

Petersen: So kurz wir auch da waren, es war faszinierend. Wir haben uns ein Handballspiel angeschaut und das Fußball-Finale der Frauen am Tag vor unserem natürlich. Dauernd liefen dir Athleten aus aller Welt über den Weg - Usain Bolt und Nikola Karabatic zum Beispiel.

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DFB.de: Dann kam der Tag von Maracanã. Brasilien wollte Revanche für das 1:7 im WM-Halbfinale 2014 und bot unter anderem Neymar auf. Zum Matchwinner der Brasilianer im olympischen Finale wurden dann aber quasi Sie...

Petersen: Ja, der Elfmeter... Alle anderen hatten getroffen, dann kam ich dran. Ich bin mehr ein Kopfmensch und habe mir wohl zu viele Gedanken gemacht. Der Elfmeter war einfach schlecht geschossen, es fehlte die Überzeugung. Es tat mir schon sehr leid, auch für meine Familie. Aber man hat mir schnell die Last von den Schultern genommen, ich wurde von vielen Leuten getröstet. Und Niklas Süle scherzte: "Jetzt kennt dich ganz Deutschland."

DFB.de: Wie waren die Stunden danach? Wie feiert man eine Niederlage?

Petersen: Wir waren im Deutschen Haus, zusammen mit der Frauenmannschaft. Es war ein sensationeller Abend, die beste Feier nach einer Niederlage jemals und der krönende Abschluss nach drei wunderbaren Wochen.

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