Nur die Raute
·27. Januar 2026
Noch Luft nach oben! HSV-Zugang hat überraschende Schwäche

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·27. Januar 2026

Seinen Start beim HSV hatte sich Damion Downs zweifellos anders vorgestellt. Nach seinem Winter-Wechsel vom FC Southampton galt der ehemalige Kölner als Hoffnungsträger.
Sein Arbeitsauftrag war von Beginn an klar formuliert: Downs sollte dem bislang harmlosen Angriff der Rothosen neues Leben einhauchen. Im Werben um den US-Amerikaner setzte sich der HSV gegen teils namhafte Konkurrenz durch, was die Erwartungen nochmals steigen ließ. Ein erstes Zwischenfazit nach drei Einsätzen fällt jedoch ernüchternd aus.
Rein statistisch lässt sich Downs’ Start noch erklären: Drei Einsätze ohne Torbeteiligung sind für einen Neuzugang in einer ohnehin schwächelnden Offensive kein ungewöhnlicher Wert. Deutlich problematischer waren allerdings die gezeigten Leistungen. Beim Auswärtsspiel in Freiburg (1:2) hing Downs über weite Strecken komplett in der Luft, kam aufgrund der passiven HSV-Spielweise lediglich auf 15 Ballkontakte. Eine dieser wenigen Aktionen hätte dennoch zur Führung reichen können. Nach einem Zuspiel von Sambi Lokonga legte er sich den Ball allerdings zu weit vor und verpasste es, im Eins-gegen-Eins auf den gegnerischen Keeper zuzulaufen.
Gegen Borussia Mönchengladbach (0:0) waren erste Fortschritte erkennbar. Downs überzeugte im Pressing, harmonierte gegen den Ball gut mit Sturmpartner Ransford Königsdörffer und spielte einen starken Steckpass auf Nicolas Capaldo. Bitter: Der Argentinier, von Berufswegen her Defensivspieler, scheiterte freistehend. Dennoch blieb auch dieser Auftritt insgesamt unglücklich. Sinnbildlich dafür stand eine kläglich vergebene Kopfballchance aus aussichtsreicher Position.
Seinen bislang schwächste Partie im HSV-Trikot zeigte Downs im Stadtderby gegen den FC St. Pauli (0:0). Mit nur elf Ballkontakten blieb er nahezu unsichtbar, strahlte keinerlei Torgefahr aus und übersah in einer potenziell vielversprechenden Situation den völlig freistehenden Fabio Vieira. Schon nach drei Spielen ist der anfängliche Kredit bei vielen Fans aufgebraucht.
Besonders auffällig sind Downs’ Probleme in den direkten Duellen. Nur eines von 13 Kopfballduellen konnte er bislang für sich entscheiden, insgesamt gewann er lediglich zwei von 22 Zweikämpfen. Gerade seine Schwäche in der Luft überrascht angesichts einer Körpergröße von 1,92 Meter und passt nur schwerlich zum flankenlastigen Spielstil des HSV.
Trotzdem wäre es verfrüht, den Stürmer bereits abzuschreiben. Downs kam mit wenig Spielpraxis in die Hansestadt und braucht dementsprechend Zeit. Gleichzeitig ist der Unmut der Anhänger nachvollziehbar. Das gesamte HSV-Umfeld sehnt sich nach einem Angreifer, der sich über Tore definiert – nicht über Laufarbeit oder gelegentlich gut getimte Läufe. Unter anderem deshalb dürfte der Verein vor dem Deadline Day am 2. Februar noch einmal in der Offensive nachlegen. Und auch wenn der Fokus dabei klar auf den Flügelpositionen liegt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der kommenden Woche ein weiterer Neuner seinen Weg in den Volkspark findet.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Abseits des Rasens hat sich Downs in Hamburg bestens eingelebt. „Seit ich hier bin, fühle ich mich extrem wohl“, betonte er zuletzt und erklärte, dass Einsamkeit in England seine fußballerischen Leistungen belastet habe. Die Hoffnung auf eine erfolgreiche HSV-Zeit lebt also. Doch ein gelungener Start sieht anders aus.









































