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·25. Juli 2026
"Noch nie erlebt": Über 6.000 Hansa-Fans bei Testspiel in Watford

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Historischer Tag für den F.C. Hansa Rostock: Beim ersten Spiel der Vereinsgeschichte auf englischem Boden anlässlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums verwandelten am Samstag mehr als 6.000 mitgereiste Fans die Vicarage Road des Watford FC in ein gefühltes Heimstadion. Trainer und Spieler zeigten sich von der Atmosphäre tief beeindruckt.
Bereits am Donnerstag und Freitag waren die ersten Fans im Vorort von London eingetroffen – und hatten teilweise lange Anreisen mit dem Auto auf sich genommen. Am Samstagvormittag versammelten sich dann mehrere hundert Anhänger in der Innenstadt von Watford und marschierten unter lautstarken Gesängen gemeinsam zum Stadion.
An der "Vicarage Road" bevölkerten die Rostocker nicht nur die Tribüne hinter dem Tor, sondern auch Teile der Gegengerade. Der Andrang war derart groß, dass sich der Anpfiff um 15 Minuten verzögerte. Weil alle Anhänger einheitlich in weiß gekleidet waren, ergab sich ein imposantes Bild. Und auch akustisch konnten die Hansa-Fans immer wieder auf sich aufmerksam machen – zumal sie angesichts von nur etwa 2.000 Watford-Fans im Stadion klar in der Überzahl waren. Besonders laut wurde es, als Rostocks Stadionsprecher Oliver Schubert über das Stadionmikrofon im Wechselspiel mit den Fans die Spieler vorstellte.
Sportlich lief es für die Kogge zwar nicht – bereits nach sieben Minuten ging der englische Zweitligist in Führung, erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 (18.) und legte in der Schlussphase sogar noch das 3:0 nach -, doch das tat der Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch. Auch nach Spielende wurde zusammen mit der Mannschaft gefeiert.
"Das waren gefühlt 10.000 Rostocker", meinte Jonas Dirkner im Vereins-TV und sprach von "Europa-League- und Champions-League-Feeling". Andreas Voglsammer war ebenfalls sichtlich beeindruckt ob der großen und lautstarken Fan-Unterstützung: "Absoluter Wahnsinn und schon erstaunlich, dass die Leute so eine Reise auf sich nehmen, nur um ein Testspiel zu sehen. Schon als wir zum Aufwärmen rausgekommen sind, hatten wir alle eine Gänsehaut", sagte der Stürmer. Auch während der Partie sei die Stimmung "richtig geil" gewesen. "Das war einmalig. Wir können uns bei den Fans nur bedanken."
Auch Trainer Daniel Brinkmann sprach den Anhängern ein großes Dankeschön aus. "Wir kommen am Flughafen an, und alles ist voller Hansa-Fans." Dasselbe Bild habe sich am Vormittag beim Spaziergang durch die Stadt geboten. Der 40-Jährige sprach von einem "unvergesslichen Erlebnis – für uns, aber auch für die Fans. Ich habe so etwas in meiner 20-jährigen Laufbahn im Profifußball noch nie erlebt. Einfach sensationell. Jetzt wird auch das letzte von den neuen Spielern kapiert haben, wie groß die Reichweite von Hansa ist". Positiv zudem: Rund um die Partie blieb alles friedlich.
Sportlich sah Brinkmann indes "Höhen und Tiefen" im Spiel, zeigte sich mit dem Auftritt insgesamt aber zufrieden. Gleichzeitig erkannte er auch noch Verbesserungsbedarf, wenngleich Watford mit einem zehnmal so hohen Marktwert wie die Kogge "nicht unsere Kragenweite ist". Dennoch habe die Mannschaft gezeigt, dass sie etwas drauf hat. Auch Voglsammer sprach von einem "ordentlichen Test", bemerkte aber ebenfalls, "dass wir defensiv wie offensiv nicht alles richtig gemacht haben". Gleichwohl seien aber auch gute Passagen dabei gewesen, "auf die wir aufbauen können".
In den verbleibenden zwei Wochen bis zum Saisonstart soll nun vor allem an der Frische gearbeitet werden, wie Brinkmann ankündigte. Denn diesbezüglich sei die Mannschaft noch nicht bei 100 Prozent. Um diesen Wert bis zum Auftakt bei Hoffenheim II am 9. August zu erreichen, soll der Trainingsumfang nun erst einmal reduziert werden. Trotz der Niederlage, es war die erste im fünften Spiel der Vorbereitung, "haben wir aber allen Grund, optimistisch in die nächsten beiden Wochen zu gehen", so Brinkmann.
Zurückreisen wird die Mannschaft übrigens erst am Sonntag, zuvor steht noch ein gemeinsames Abendessen an. Zudem sollen die Spieler auch Zeit zur freien Verfügung haben. Was die Mannschaft damit anstellen wird, vermochte der Hansa-Coach nicht vorherzusagen, war sich aber sicher: "Wir werden bestimmt den einen oder anderen Rostocker antreffen." Das dürfte gewiss sein, denn auch viele Fans wollen noch länger bleiben. Für viele Rostocker war der historische England-Besuch schließlich weit mehr als nur ein Testspiel.
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