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·15. September 2026
Nominiert Klopp am Donnerstag mehr als 27 Spieler? Wie Rangnick und Ancelotti als Vorbilder dienen

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Jürgen Klopp wird am Donnerstag seinen ersten Kader als Bundestrainer bekanntgeben. Die Erwartung: deutlich mehr als die von der UEFA für die Nations League vorgesehenen 23 Akteure. Wie viele es am Ende werden, ist offen – doch Vorbilder dafür, mit einem XXL-Aufgebot in eine neue Ära zu starten, gibt es bereits.
Brajan Gruda in Aktion für die deutsche U21-Nationalmannschaft: Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland am 27. März 2026 im Braunschweiger Eintracht-Stadion gehörte der Offensivspieler zu den auffälligsten Akteuren. (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)
Die Nations-League-Phase im September und Oktober ist ungewöhnlich lang: vier Partien binnen elf Tagen – in den Niederlanden (24. September), gegen Griechenland (27. September), gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober). Die UEFA schreibt für diese Spiele 23 Feldspieler plus drei Torhüter vor. Für jeden Spieltag muss der Bundestrainer bis 23.59 Uhr am Vortag entscheiden, wer auf dem Spielberichtsbogen steht. Wer nicht nominiert ist, kann nicht nachrücken.
Genau hier setzt Klopps Überlegung an. Wie der kicker berichtet, plant der 57-Jährige mit einem Kader von bis zu 30 Spielern. Damit will er die Belastung verteilen, Rekonvaleszenten wie Jamal Musiala oder Nico Schlotterbeck behutsam heranführen und sich bei Debütanten einen direkten Eindruck verschaffen. Bei seiner Vorstellung sprach Klopp von 57 Feldspielern auf seiner ersten Beobachtungsliste.
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Dass ein großer Kader mehr ist als bloße Symbolik, zeigt Ralf Rangnick bei Österreich. Der Teamchef nominierte für den Nations-League-Auftakt 27 Spieler – und legte darüber hinaus eine Reserveliste mit 16 weiteren Profis an. Darunter: Nicolas Kristof (SV Elversberg), Leopold Querfeld (Union Berlin) und Oluwaseun Adewumi (Hertha BSC). Diese Spieler trainieren mit, stehen aber nicht im offiziellen Aufgebot. Sollte jemand ausfallen, können sie kurzfristig nachrücken, ohne dass ein formales Nachnominierungsverfahren nötig wird.
Rangnicks Kader umfasst zudem 14 Bundesliga-Profis und sechs potenzielle Debütanten. Der Verzicht auf David Alaba (vereinslos nach Real-Madrid-Abschied) verdeutlicht: Wer nicht voll verfügbar ist, bleibt draußen – unabhängig vom Namen. Die Breite des Aufgebots gibt dem Trainer Optionen, ohne sich frühzeitig festzulegen.
Noch deutlicher ging Carlo Ancelotti bei Brasilien vor. Nach dem frühen WM-Ausscheiden 2026 berief er für die Testspiele gegen Australien und Indien 26 Spieler – nur neun stammten aus dem WM-Kader. Acht Debütanten erhielten ihre erste Chance, neun Akteure standen noch nie im A-Team. Das Durchschnittsalter sank auf 24,9 Jahre. Selbst Alisson, Casemiro und Neymar blieben zunächst unberücksichtigt.
Ancelotti formulierte es so: „Wir müssen junge Spieler priorisieren, die das Alter für die nächste Weltmeisterschaft haben.“ Gleichzeitig betonte er, dass erfahrene Kräfte nicht abgeschrieben seien – sie würden in den kommenden Monaten weiter beobachtet. Der Kader war ein Signal: Neuanfang mit offenem Visier, nicht mit geschlossenem Kreis.
Klopps Situation unterscheidet sich: Er übernimmt eine Mannschaft, die sportlich intakt ist, aber nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale und dem Rücktritt von Julian Nagelsmann eine neue Identität braucht. Ein Kader jenseits der 23er-Grenze erlaubt ihm drei Dinge gleichzeitig:
1. Belastungssteuerung über vier Spiele in elf Tagen – wer am Freitag spielt, kann am Montag pausieren, ohne dass die Qualität im Training abbricht. 2. Sichtung unter Wettkampfbedingungen – Debütanten erleben Nationalmannschafts-Alltag, ohne sofort liefern zu müssen. 3. Signalwirkung nach innen und außen – der Konkurrenzkampf beginnt im Training, nicht erst am Spieltag.
Die UEFA-Regeln lassen das zu. Klopp muss nur am Vortag jedes Spiels 23 Namen melden. Die übrigen Spieler bleiben im Team, trainieren mit, sind Teil der Gruppe. Genau das haben Rangnick mit seiner Abrufliste und Ancelotti mit seinem 26er-Kader vorgemacht: Mehr nominieren, um besser entscheiden zu können.
Am Donnerstag um 10 Uhr in der DFB-Zentrale wird sich zeigen, ob Klopp die 30er-Marke anpeilt – oder ob er sich bei 27, 28 Spielern einpendelt. Die Vorbilder sprechen für Mut zur Breite.







































