Nübel statt ter Stegen, Stehplätze nach 25 Jahren: Klopps Heimpremiere hat mehrere Premieren | OneFootball

Nübel statt ter Stegen, Stehplätze nach 25 Jahren: Klopps Heimpremiere hat mehrere Premieren | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·27. September 2026

Nübel statt ter Stegen, Stehplätze nach 25 Jahren: Klopps Heimpremiere hat mehrere Premieren

Artikelbild:Nübel statt ter Stegen, Stehplätze nach 25 Jahren: Klopps Heimpremiere hat mehrere Premieren

Augsburg. Es gibt an diesem Sonntagabend mehrere Dinge zum ersten Mal. Jürgen Klopp gibt sein Heimdebüt als Bundestrainer. Alexander Nübel steht erstmals unter ihm im Tor. Und die deutsche Nationalmannschaft wird erstmals seit 25 Jahren wieder von Stehplätzen aus angefeuert. Anstoß in der ausverkauften WWK Arena ist um 20.45 Uhr, live in der ARD ab 20.15 Uhr.

Der Torwartwechsel – und die Art, wie Klopp ihn erklärt

Die auffälligste Personalie kündigte der Bundestrainer bereits am Samstag an. Nübel beginnt, ter Stegen sitzt. Bemerkenswert war die Begründung, denn sie war keine Kritik, sondern das Gegenteil.


OneFootball Videos


„Ich habe gehört, dass Marc kritisch gesehen wurde – das hat mich überrascht nach einem Spiel, nach dem der gegnerische Trainer sagte, er habe uns den Arsch gerettet“, sagte Klopp. Ter Stegen habe „überragend gehalten, aber zweimal einen Ball gespielt, den er so nicht wollte und sollte – kommt vor, ich bin da nullkommanull kritisch, sondern sehr happy mit seiner Leistung.“ Über Nübel: „Ich hoffe, dass er es genießt und den Kasten sauber hält.“

Beim Abschlusstraining wurde Nübel von Torwarttrainer Andreas Kronenberg intensiv im Einzeltraining vorbereitet. Es ist der zweite Teil jener Entscheidung, die Klopp vergangene Woche mit „für den Moment“ versehen hatte: Die Nummer eins ist noch nicht vergeben, sie wird verteilt.

Was Klopp sonst gesagt hat

Der Anspruch ist klar formuliert: „Wir sind in einem Ergebnissport und wollen nicht die nächsten 500 Spiele unentschieden spielen, sonst kann ich zurück zum Padel gehen.“ Taktisch stellte er auf der Pressekonferenz klar, dass die Mannschaft zunächst defensiv stabil stehen müsse – eine Reaktion auf die zweite Halbzeit in Amsterdam, in der die Niederlande acht Ecken traten und Deutschland keine.

Zwei weitere Punkte fielen auf. Über Florian Wirtz, der sich bei Liverpool schwertut und laut den Vorberichten zunächst auf der Bank erwartet wird: „Wir müssen dafür sorgen, dass Flo sich bei uns wohlfühlt.“ Und über Karim Adeyemi, der in Amsterdam eine Großchance vergeben hatte, sagte Klopp sinngemäß, es gehe darum, den Angreifer auch nach solchen Szenen im Spiel zu halten.

Große Hoffnung setzt er auf die Stimmung in Augsburg. Über Griechenland sagte er: „Das ist eine großartige Generation, vielleicht eine goldene Generation.“

Der Gegner führt die Gruppe an

Das ist keine Höflichkeitsfloskel. Griechenland hat am Donnerstag 2:1 in Belgrad gewonnen – durch einen Kopfball von Tasos Douvikas in der fünften Minute der Nachspielzeit, nachdem Christos Tzolis zuvor ausgeglichen hatte. Ivan Jovanovićs Mannschaft führt damit die Gruppe A2 an, vor Deutschland mit einem Punkt.

Drei Namen sollten auffallen: Tzolis und Konstantinos Karetsas stehen beide bei Borussia Dortmund unter Vertrag – Karetsas kam im Sommer für 30 Millionen Euro plus Boni aus Genk und ist der zweitteuerste Zugang der BVB-Geschichte. Douvikas spielt für Como und traf vor zwei Wochen beim 4:1 gegen RB Leipzig. Dazu Kostas Tsimikas, der in Belgrad die Flanke zum Siegtor schlug.

Die personelle Lage

Klopp muss ohne Jamal Musiala und Kai Havertz auskommen. Musiala zog sich beim Aufwärmen in Amsterdam einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu, Havertz eine Muskelzerrung; beide sind zu ihren Klubs zurückgereist. Dafür wurden Wirtz und Jonathan Burkardt aus dem zweiten Aufgebot vorgezogen.

Aus dem 24er-Kader muss Klopp erneut einen Spieler streichen, weil die UEFA nur 20 Feldspieler und drei Torhüter pro Partie zulässt. In Amsterdam hatte es Bambasé Conté getroffen, der diesmal wieder dabei sein sollte.

Erwartet werden mehrere Änderungen in der Startelf. Nach dem unauffälligen Auftritt von Nadiem Amiri könnte ein anderer Mittelfeldspieler beginnen; auch hinten rechts, wo Philipp Treu bei seinem Debüt der beste Deutsche war, hat Klopp Alternativen. In Amsterdam hatte er die formstärkste Elf aufgeboten – in Augsburg dürfte er rotieren.

Die Ausgangslage

Deutschland ist klarer Favorit; die Bilanz spricht mit sieben Siegen und drei Remis aus zehn Duellen eindeutig für das DFB-Team, eine Niederlage gab es nie. Schon einmal trafen beide Nationen in Augsburg aufeinander.

Nach dem Spiel reist der zweite Kader an. Am 1. Oktober empfängt Deutschland Serbien in München, am 4. Oktober folgt das Rückspiel in Thessaloniki. Für Klopp ist der Sonntag die Gelegenheit, dem „theoretischen ersten Tag“ aus Amsterdam einen praktischen folgen zu lassen. Er hat selbst gesagt, wohin er sonst zurückkehren würde.

90PLUS Redaktion

Impressum des Publishers ansehen