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·17. September 2026

Null Tore, Tabellenkeller – und beim HSV gibt’s eine Vertragsverlängerung

Artikelbild:Null Tore, Tabellenkeller – und beim HSV gibt’s eine Vertragsverlängerung

Drei Spiele, null Punkte, 0:12 Tore. Wer bei solchen Zahlen zuerst an eine Entlassung denkt, hat den HSV offenbar nicht auf dem Schirm. Denn Merlin Polzin bekommt trotzdem einen neuen Vertrag. Ja, wirklich.

Der Trainer selbst hat die „grundsätzliche Einigung“ am Donnerstag bestätigt und dabei ziemlich entspannt geklungen für jemanden, dessen Team gerade zweimal in Serie mit 0:5 untergegangen ist. „Es ist noch nicht unterschrieben, aber wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Polzin. Nach Informationen von BILD und Sky sollen die Unterschriften noch vor dem Heimspiel gegen Köln am Samstag folgen. Auch die beiden Co-Trainer Loïc Favé und Richard Krohn sollen neue Papiere bekommen.


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Der Haken an der Sache

Ganz ohne Absicherung geht der HSV die Sache aber nicht an. Die neuen Verträge sollen laut den bisherigen Berichten bis 2029 laufen, allerdings nur für die erste Liga gelten. Steigt der Klub am Saisonende ab, würde die neue Vereinbarung damit nicht für die 2. Bundesliga greifen. Klingt fast schon wie eine Wette gegen sich selbst, oder?

Immerhin zeigt es, dass die Vereinsführung trotz des schwachen Starts langfristig an Polzin und seinem Trainerteam festhalten will. Sportvorständin Kathleen Krüger hatte schon vor dem Spiel bei RB Leipzig gesagt: „Wir wissen, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden.“

Wie schlimm der Start wirklich ist

Und der Reihe nach, damit man die Dimension versteht. Der HSV hat seine ersten drei Bundesligaspiele allesamt verloren, dabei kein einziges eigenes Tor erzielt und zwölf kassiert. Zweimal stand am Ende ein 0:5 auf der Anzeigetafel.

Das Ganze, obwohl der Verein im Sommer kräftig investiert hat. Der Druck vor dem Heimspiel gegen Köln am Samstag kommt also nicht aus dem Nichts. Mit null Punkten und 0:12 Toren steht der HSV nach drei Spieltagen am Tabellenende.

Warum Polzin trotzdem gesetzt ist

Ganz aus der Luft gegriffen ist das Vertrauen trotzdem nicht. Polzin ist HSV durch und durch, stand als Jugendlicher selbst in der Kurve im Volkspark und arbeitete später im eigenen Nachwuchsbereich. 2020 kam er als Co-Trainer zurück, ehe er Ende 2024 zunächst als Interimslösung und anschließend fest als Cheftrainer übernahm.

Im Mai 2025 führte er den Klub zurück in die Bundesliga. Dort hielt der HSV in der vergangenen Saison die Klasse. Diese Entwicklung hat ihm offenbar genügend Kredit verschafft, um auch einen Fehlstart wie den aktuellen zu überstehen.

Ein bisschen Ablenkung vom Tabellenkeller gibt’s derzeit immerhin durch Mario Vušković, der nach fast vier Jahren Dopingsperre zuletzt vor rund 6000 Fans im Volksparkstadion sein Comeback im Mannschaftstraining gefeiert hat. Spielberechtigt ist der Kroate allerdings erst nach Ablauf seiner Sperre am 15. November.

Polzin dämpft die Erwartungen schon jetzt. Vušković sei „kein Heilsbringer“ für alles, sagte der HSV-Coach.

Geht es um Rückendeckung für Polzin?

Eine Vertragsverlängerung trotz katastrophalem Saisonstart, das hat schon etwas Trotziges.

Vielleicht ist es Rückendeckung in einem Moment, in dem sie am meisten gebraucht wird. Vielleicht ist es aber auch einfach der Versuch, Ruhe reinzubringen, bevor am Samstag gegen Köln der Druck noch größer wird.

Die Bundesliga-Klausel im neuen Vertrag verrät jedenfalls, dass beim HSV trotz aller warmen Worte auch mit kühlem Kopf gerechnet wird. Polzin bekommt das Vertrauen – aber offenbar nicht ohne Sicherheitsnetz.

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