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·10. Mai 2026
Nur zwei Jahre nach Aufstieg: Münster steigt aus der 2. Liga ab

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Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Darmstadt 98 steht mit Preußen Münster der erste Absteiger aus der 2. Bundesliga fest. Für die Adlerträger ist das Abenteuer in der Zweitklassigkeit somit nach zwei Jahren erst einmal wieder vorbei, an der Hammer Straße wird man sich neu aufstellen müssen.
Es war so etwas wie ein kleines Fußballmärchen, das die Fans von Preußen Münster in den vergangenen Jahren erlebten. Dümpelte ihr einstmals so großer Verein - immerhin Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga - seit 2020 nur noch in der viertklassigen Regionalliga West vor sich hin, sollte ab der Spielzeit 2022/23 die große Wiederauferstehung folgen. Gleich zwei Aufstiege in Serie feierten die Adlerträger und marschierten unter Erfolgscoach Sascha Hildmann bis in die Zweitklassigkeit durch. Die Bewilligung eines neuen und modernen Stadions sowie die Anerkennung der Nachwuchsabteilung als Leistungszentrum taten ihr Übriges, um die schwarz-weiß-grünen Anhänger von einen glorreichen Zukunft träumen zu lassen. Sie alle kehren nun - zumindest vorerst - wieder in die harte Realität zurück, denn der SC Preußen Münster steht nach 33. Spieltagen als erster Absteiger in die 3. Liga fest.
Bezeichnend, dass ausgerechnet unter einem Trainer mit dem Nachnamen "Ende" der schleichende Niedergang begann. Alexander Ende, mittlerweile als Coach bei Fortuna Düsseldorf untergekommen, war vor der Spielzeit vom SC Verl zu den Preußen gewechselt und versprach den Münsteranern, die in der Vorsaison noch hauptsächlich auf Konter, Standardsituationen und weite Einwürfe setzten, eine sportliche Weiterentwicklung. Die sollte tatsächlich zunächst auch einsetzen. Unter dem 46-Jährigen zelebrierte der SCP plötzlich Ballbesitzfußball und versuchte sich aus noch so auswegsam erscheinenden Situationen spielerisch zu befreien. Die Folge ist in immer noch aktuellen Statistiken abzulesen. Die Münsteraner sind das Team in der 2. Bundesliga mit den drittmeisten gespielten Pässen sowie der drittbesten Passquote. (hier gegenchecken https://www.sportschau.de/live-und-ergebnisse/fussball/deutschland-2-bundesliga/team-statistik-paesse)
Dass das alleine für den Erfolg aber nicht reicht, mussten Ende und sein Team spätestens nach dem Derbysieg gegen Arminia Bielefeld Ende November vergangenen Jahres erfahren. Bis hierhin spielte Münster eine gute Runde, belegte nach 14 Partien Rang neun und wies ein ordentliches Polster von fünf Zählern auf Rang 16 auf. Es sollten allerdings 20 Partien mit nur noch einem einzigen Sieg folgen, so dass im Verlauf der Negativserie auch Ende seinen Hut nehmen musste - nach einem 0:6-Debakel beim direkten Abstiegskonkurrenten Dynamo Dresden. Nachfolger wurde Alois Schwartz, von dem sich die Verantwortlichen beim SCP eine Trendwende versprachen - ungefähr so wie in der Vorsaison.
In der Spielzeit 2024/25 hatte Hildmann wegen anhaltender Erfolglosigkeit und weil sich der Mannschaftsrat für eine Neubesetzung der Trainerposition im Abstiegskampf aussprach, drei Spieltage vor Saisonende gehen müssen. Interimsweise übernahm der heutige Präsident Christian Pander und führte die zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Zähler hinter dem rettenden Ufer liegenden Münsteraner mit zwei Siegen und einem Remis noch zum direkten Klassenerhalt. Ein Jahr später war Schwartz eine Wiederholung der Geschichte nicht vergönnt, der 59-Jährige konnte den Erfolg nicht zurückbringen und auch den mit 38 Treffern drittschlechtesten Angriff der Liga nicht wiederbeleben.
An der Hammer Straße wird es zukünftig also zunächst einmal wieder nur drittklassigen Fußball zu sehen geben. Eigentlich kein Beinbruch, sah der vor ein paar Jahren aufgestellte sportliche Plan des SCP doch für die kommenden Jahre zunächst einmal eine Etablierung in der 3. Liga vor. Die gilt es nun aber auch als Absteiger erst einmal zu erreichen, der SSV Ulm - immerhin Mitaufsteiger in die 2. Bundesliga vor zwei Jahren - ist ein mahnendes Beispiel, dass es als ehemaliger Zweitligist auch ganz schnell noch weiter bergab gehen kann.
Und auch in Münster wird es nun einen größeren sportlichen Umbruch geben, an dessen Ende die Verantwortlichen einen schlagkräftigen Kader werden zusammensetzen müssen. Mit Etienne Amenyido hat bereits der erste Spieler seinen Abschied von den Adlerträgern verkündet, weitere werden alsbald folgen. Für die 3. Liga haben 15 aktuelle Spieler einen Vertrag, darunter auch die Langzeitverletzten Simon Scherder, Malik Batmaz und Antonio Tikvic. Bei den jungen Leistungsträgern wie Torhüter Johannes Schenk oder Rechtsverteidiger Jano ter Horst könnten zudem größere Vereine anklopfen.
Ebenso unklar ist auch noch, mit welchen Entscheidungsträgern die neue Saison angegangen wird. Sport-Geschäftsführer Ole Kittner ließ zuletzt verlauten, die volle Verantwortung für die sportliche Entwicklung zu tragen. Wird der 38-Jährige, der nach dem Zweitliga-Aufstieg auf den nach Bremen abgewanderten Peter Niemeyer folgte, den Schaden also selbst reparieren wollen oder Platz für jemand anderes machen? Und wie geht es mit Trainer Schwartz weiter, der seiner Aufgabe als Feuerwehrmann letztlich nicht wirklich nachkam? Im Sommer wird wieder einiges passieren an der Hammer Straße, wo anschließend nach dem Abstieg wieder die 3. Liga einkehrt.
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