Offiziell: Süper Lig übernimmt neue WM-Regeln | OneFootball

Offiziell: Süper Lig übernimmt neue WM-Regeln | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: LIGABlatt

LIGABlatt

·21. Juli 2026

Offiziell: Süper Lig übernimmt neue WM-Regeln

Artikelbild:Offiziell: Süper Lig übernimmt neue WM-Regeln

In der Süper Lig gibt es einige offizielle Regelanpassungen. Entsprechend der Vorlagen, die bei der diesjährigen FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko umgesetzt wurden, zieht jetzt auch die TFF nach, um neue Regeln einzuführen, die das Spiel flüssiger gestalten sollen. 

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika brachte viel Diskussionsstoff mit; egal, ob es ums Sportliche, um Politik, oder um steigende Kommerzialisierung, es wurde stets heftig diskutiert. Ein Aspekt, der zwar zunächst durchaus kritisch beäugt wurde, im Verlaufe des Turniers aber zunehmend in den Hintergrund rückte, waren die diversen kleineren Regeländerungen, die die FIFA für dieses Turnier umsetzte. So war der Plan, dass Zeitspiel stärker reglementiert werden sollte, um eine längere Nettospielzeit herauszuholen. Auch wurden die Kompetenzen des VAR an der einen oder anderen Stelle angepasst. Ein Großteil dieser Regelungen wird es künftig auch in der Süper Lig geben.


OneFootball Videos


TFF folgt WM-Vorbild mit kleinen Anpassungen 

Wie der türkische Fußballverband TFF mitteilte, werde man einige neue Regelanpassungen, die bei der Weltmeisterschaft auf großer Bühne umgesetzt wurden, teils angepasst übernehmen. Diese Übernahmen werden sofort umgesetzt, was bedeutet, dass bereits die Saison 2026/27 in der Süper Lig mit neuen Regeln ausgestattet sein wird. Im Mittelpunkt stehen vor allem Anpassungen, die von Verbänden und Beobachtern bei der WM tendenziell positiv aufgenommen wurden. So soll primär gegen Zeitspiel vorgegangen werden sowie gegen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, bei denen der VAR bislang noch keine Eingriffsmöglichkeit hatte.

Die neuen Regeln gegen Zeitspiel 

  • Nachdem ein Schiedsrichter einen Wechsel anzeigt, hat der Spieler, der ausgewechselt werden soll, nur noch zehn Sekunden Zeit den Platz zu verlassen. Er kann egal an welcher Stelle vom Feld gehen und muss nicht mit dem eingewechselten Mitspieler abklatschen. Werden die zehn Sekunden überschritten, darf der einzuwechselnde Spieler für eine Minute nach Wiederanpfiff nicht aufs Spielfeld und seine Mannschaft spielt in dieser Zeit in Unterzahl.
  • Ein Spieler, der verletzt ist, bzw. eine Verletzung vorgibt und dadurch das Spielgeschehen unterbricht, muss nach Wiederanpfiff durch den Schiedsrichter eine Minute außerhalb des Spielfelds warten, ehe er wieder teilnehmen kann. Ausnahmen sind offenkundig schwere Verletzungen sowie Kopfverletzungen. Dies liegt im Ermessen der Unparteiischen.
  • Bei Einwürfen und Abstößen gibt es ab der Freigabe durch den Schiedsrichter einen Countdown über fünf Sekunden, den der Unparteiische anzeigt. Wenn die Aktion innerhalb dieser Zeit nicht ausgeführt wird, gibt es Gegenmaßnahmen. So wird bei einem verzögerten Einwurf dieser an der gleichen Stelle der gegnerischen Mannschaft zugesprochen und wenn ein Abstoß zu lange dauert, gibt es einen Eckball für den Gegner.

Der VAR bekommt mehr Eingriffsmöglichkeiten

Auch der Kompetenzrahmen des "Video Assistent Referee" (VAR) wird in der Süper Lig künftig entsprechend des WM-Vorbilds ausgeweitet. Wird ein Spieler wegen einer Gelb-Roten Karte beispielsweise vom Platz gestellt, die zweite Gelbe Karte war aber eine klare Fehlentscheidung, kann der VAR eingreifen. Gleiches gilt bei Spielerverwechslungen bei Verwarnungen. Auch sollen eindeutige Fehlentscheidungen bei Eckbällen in Zukunft korrigiert werden. Fouls, die vor der Ausführung einer Standardsituation begangen werden, aber dadurch zu einem Tor, oder einer Elfmeterentscheidung führen (so eine Szene gab es im WM-Viertelfinalspiel zwischen England und Norwegen), werden ebenfalls durch den VAR geprüft und gegebenenfalls einkassiert.

Reden mit Hand vorm Mund wird bestraft 

Die berühmte Szene aus dem Spiel Türkei gegen Paraguay, bei der Paraguay-Spieler Miguel Almirón mit Hand vorm Mund energisch auf seine türkischen Gegenspieler einredete und diese mutmaßlich beleidigte, was dazu führte, dass dieser nach VAR-Eingriff vom Platz gestellt wurde, könnte es bald auch in der Süper Lig geben. Auch in der Türkei soll das Reden mit Hand vorm Mund während des laufenden Spiels bestraft werden. Jedoch soll das nicht zwingend zu einem Platzverweis führen. Einfaches Reden mit absichtlich verdecktem Mund wird mit Gelb bestraft. Sollte es "offensichtlich" sein, dass Beleidigungen ausgetauscht werden, kann auch eine Rote Karte gezeigt werden. Sollte es durch Analyse entsprechender Szenen nach Spielende eindeutig sein, dass auf diese Weise Beleidigungen, vornehmlich rassistischer Natur, gefallen sind, soll der Disziplinarausschuss der TFF künftig harte Sanktionen verhängen.

"Hydration Breaks" nur unter Umständen auch in der Süper Lig 

Ein Thema, das sehr viele Gemüter bei der diesjährigen WM erhitzte, war das der obligatorischen "Hydration Breaks", bei denen es sich laut Kritikern in erster Linie um Werbeunterbrechungen handelte. Hierbei wurden die beiden regulären Halbzeiten in der Mitte jeweils um drei Minuten unterbrochen, sodass die Spieler trinken und sich abkühlen konnten. Dass in dieser Zeit Werbung lief, war natürlich reiner Zufall… Viele Fans befürchten nun, dass es diese Unterbrechungen künftig auch auf Klub-Ebene geben könnte, so auch in der Süper Lig. Tatsächlich hat die TFF nun "Hydration Breaks" beschlossen, doch gelten diese nicht für jedes Spiel, sondern unterliegen klaren Auflagen. Sollte die Lufttemperatur bei einem Spiel 32 Grad Celsius oder mehr betragen, darf und soll der Schiedsrichter künftig das Spiel einmal pro Halbzeit unterbrechen, um durch Trinkpausen Kreislaufproblemen, Dehydration und Hitzeschlägen vorzubeugen. Diese Pausen dürfen dabei nicht länger als drei Minuten betragen. Liegt die Lufttemperatur unterhalb dieses Schwellenwertes, sind "Hydration Breaks" nicht zulässig. Trinkpausen hatte es zwar auch zuvor schon gegeben, doch werden diese nun das erste Mal mit klaren Rahmenbedingungen ausgestattet.

Impressum des Publishers ansehen