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·28. September 2026

Ohne Alaba, ohne Arnautovic – Österreich gewinnt trotzdem

Artikelbild:Ohne Alaba, ohne Arnautovic – Österreich gewinnt trotzdem

Kein Alaba, kein Arnautovic, kein Sabitzer, sechs neue Gesichter in der Startelf – und trotzdem sieben Tore aus zwei Spielen, sechs Punkte, Tabellenführung. Wer nach der WM auf den Absturz des ÖFB-Teams gewartet hat, wartet weiter.

Sechs Neue, drei Tore, null Stress

Ralf Rangnick stellte gegen den Kosovo auf sechs Positionen um, schickte den 19-jährigen Christian Zawieschitzky ins Tor und ließ Junior Adamu stürmen, der zuletzt im November 2024 ein A-Länderspiel bestritten hatte. Das Ergebnis vor 47.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion: 3:1 gegen den Aufsteiger, den ausgerechnet Vorgänger Franco Foda betreut. David Affengruber köpfte nach 23 Minuten sein erstes Tor im Nationaltrikot, Adamu vollendete kurz vor der Pause einen Angriff über vier Stationen – ebenfalls sein Premierentreffer, im zehnten Einsatz.


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Laut Sofascore brachte der Kosovo in der ersten Hälfte genau einen Torschuss zustande, keinen aufs Tor. Nach der Pause hielt Zawieschitzky einen Kopfball von Vedat Muriqi mit dem Fuß, Nikolas Veratschnig blockte den Nachschuss. Danach war die Partie wieder ein Heimspiel im wörtlichen Sinn.

Joker mit Ansage

In der 58. Minute kamen Sasa Kalajdzic, Alexander Prass und Carney Chukwuemeka. Drei Minuten später stand es 3:0: Kalajdzic per Ferse auf Paul Wanner, dessen Hereingabe ließ Arijanet Muric nach vorne prallen, der Dortmunder Chukwuemeka staubte ab – sein zweites Länderspieltor. Edon Zhegrovas Elfmeter in der 83. Minute änderte nichts mehr an der Statik des Abends. Und der 18-jährige Vasilije Markovic von der Austria durfte auch noch debütieren, als jüngster Spieler, den Rangnick je einberufen hat.

16 Heimspiele in Folge ungeschlagen, ÖFB-Rekord. Makelloses Konto in der Gruppe B3. Und das mit einer Elf, die vor der Nominierung kaum jemand so aufgeschrieben hätte.

Das System überlebt die Stars

Die Abgänge, die Rangnick kompensieren muss, wären für die meisten Verbände ein Notstand. David Alaba fehlt, weil er nach dem Abschied von Real Madrid vereinslos ist. Marko Arnautovic hat seine Karriere im Nationalteam nach der WM beendet. Marcel Sabitzer nimmt eine Auszeit. Michael Gregoritsch trägt vorerst die Binde. Neun Spieler des aktuellen Kaders waren bei der WM nicht dabei, sechs hatten vor diesem Lehrgang kein einziges A-Länderspiel.

Dazu hat Rangnick nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Spanien eine selbstkritische Analyse vorgelegt und den Spielern weniger Freiheiten in den Lehrgängen angekündigt. Gleichzeitig hat er sich keinen Millimeter von seinem Fußball entfernt. „Gegenpressing ist das Maß aller Dinge“, sagte er vor dem Start – und eine Startelf mit sechs Neuen spielte es, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Ein Prinzip, das Personalwechsel überlebt, ist im Nationalteam die eigentliche Währung. Das Personal ist nur die Kleingeldschublade.

Nebenbei bemerkt: Während Wien den zweiten Sieg feierte, holte Jürgen Klopp mit dem DFB-Team in Amsterdam und Augsburg einen Punkt aus zwei Spielen. Wer daraus einen Vergleich bastelt, vergleicht Liga B mit Liga A und 50 Rangnick-Länderspiele mit zwei Klopp-Länderspielen. Man kann das tun. Man sollte es nicht.

Debrecen: drei Tore in zwölf Minuten, kein Handschlag

Das zweite Spiel der Gruppe war sportlich schneller entschieden als politisch. Irland führte in Debrecen nach 25 Minuten 3:0 – Troy Parrott, Adam Idah, Jack Moylan – und ließ Israel im „Heimspiel“ auf ungarischem Boden vor begrenztem Publikum nichts mehr zu. Die Iren trugen schwarze Armbinden, senkten während der israelischen Hymne die Köpfe, verzichteten auf Handshake und Wimpeltausch. Torhüter Gavin Bazunu hatte sich am Vortag aus persönlichen Gründen aus dem Kader zurückgezogen, Caoimhín Kelleher hielt stattdessen die Null. Trainer Heimir Hallgrímsson sprach im RTE-Interview von einer der schwierigsten Wochen seiner Laufbahn.

Für Österreich heißt das: Der 3:0-Sieger von Debrecen wartet am Donnerstag in Dublin, mit Wut im Bauch nach dem 0:1 im Kosovo zum Auftakt und mit einer Heimkulisse, die deutlich lauter sein wird als Debrecen.

Dublin klärt, wie viel Wien wirklich wert ist

Zwei Heimsiege gegen Israel und den Kosovo sind Pflicht für ein Team, das in Liga A will. Der erste echte Prüfstein kommt auswärts, gegen Iren, die ihre Woche gerade anders gewichtet haben als jede andere Mannschaft in Europa. Zwei Heimsiege belegen, dass das Fundament steht. Ob das Haus trägt, zeigt sich erst, wenn es draußen stürmt – und am Donnerstag stürmt es in Dublin.

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