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·17. Januar 2026

Olise, Musiala & Neuer glänzen bei Bayerns Comeback-Show

Artikelbild:Olise, Musiala & Neuer glänzen bei Bayerns Comeback-Show

Man wollte ihn einfach nur umarmen. Aber das taten in dem Moment ja schon Michael Olise und Alphonso Davies. Die Rede ist natürlich von Jamal Musiala, einer der Männer des Abends beim im zweiten Durchgang furiosen 5:1-Auswärtssieg des FC Bayern bei RB Leipzig. Jeder, der es mit dem FC Bayern hält, freute sich an diesem kalten Januarabend in Leipzig im Stadion oder vor den Endgeräten einfach nur mit der über das ganze Gesicht strahlenden Nummer zehn des FC Bayern. Musiala ist zurück. Und wie.

196 Tage nach seiner schweren Verletzung gab der 22-Jährige am Samstag sein vielumjubeltes Comeback, als er nach 87 Minuten für den starken Serge Gnabry eingewechselt wurde. Keine Minute danach hatte der Ballzauberer schon wieder seine magisch anmutenden Füße im Spiel. Beim 5:1-Schlusspunkt des sensationellen Olise kam Musiala zuvor noch kurz an den Ball und verzeichnete so direkt seinen ersten Assist nach dem Comeback. In den Szenen danach schlug dem einen oder anderen Bayern-Fan wohl das Herz bis hoch in die Kehle oder es wurde eine Träne verdrückt. Denn die Szenen auf dem Leipziger Rasen hätten schöner kaum sein können. 


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Der ganze FC Bayern freut sich mit Musiala

Michael Olise drehte nach seinem herrlichen Linksschuss erstmal zum Jubeln ab, machte dann aber wieder kehrt, als ihm klar wurde, was da gerade passiert war. Er rannte zu Kumpel Musiala, herzte ihn und sprintete zusammen mit Alphonso Davies, der nach kurzer Krankheit gegen Leipzig ebenfalls zurückkehrte, in Richtung der tobenden Bayern-Fankurve. Jetzt schon einer der Highlight-Moment der laufenden Saison. Zurück im Anstoßkreis kam Joshua Kimmich - noch so ein ersehnter Rückkehrer an diesem grandiosen Bayern-Abend - mit geballten Fäusten auf Musiala zu und der sonst so nonchalante Olise motivierte die Bayern-Fans mit wedelnden Armen, noch mehr Lärm zu machen. Bayern-Herz, was willst du mehr. 

„Jeder von uns freut sich unglaublich für ihn. Wir haben ihn jeden Tag gesehen, wie er ackert, wie er kämpft, dass er schnell wieder zurück ist“, sagte Aleks Pavlović. „Er ist ein überragender Weltklassespieler. Wir freuen uns jetzt, dass er wieder da ist und dass wir wieder mit ihm zocken können.“

Joker Olise weiter auf Rekordjagd

Neben den Comebacks von Musiala, Davies und Kimmich war auch die Performance von Olise ein absoluter Höhepunkt dieses Topspiels. Der Franzose, der ansonsten so gut wie keine Minuten der Bayern-Spiele verpasst, bekam gegen die Sachsen zunächst eine wohlverdiente Pause und kam nach 56 Minuten für Lennart Karl von der Bank. Wobei er eigentlich nicht kam, er flog, er rauschte ab seiner Einwechslung über den rechten Flügel über die Leipziger Defensive hinweg. Drei Assists und ein Tor standen am Ende für den 24-Jährigen auf dem Score Board. Vier Torbeteiligungen in einem Bundesliga-Spiel als Joker waren seit 2004 nur Miroslav Klose im September 2004 für Bremen gegen Bochum (vier) und Robert Lewandowski im September 2015 für Bayern gegen Wolfsburg (fünf) gelungen.

Olise legte vor seinem Tor in der überragenden zweiten Halbzeit des FC Bayern bereits Aleksandar Pavlović (85. Minute) das 4:1 auf, flankte einen Eckball direkt auf Jonathan Tahs Kopf, der auf 3:1 stellte (82.) - und bediente zuvor auch Harry Kane bei dessen so wichtigen 2:1 (67.). In dieser Aktion legte er in einer Phase, als das Spiel noch auf Messers Schneide stand, von rechts auf den Engländer am langen Pfosten quer. Kane profitierte vom Ausrutscher Ridle Bakus und versenkte die Kugel im kurzen Eck. Nach 18 Spieltagen kamen nur Kane selbst in der Saison 2023/24 (22) und Robert Lewandowski in 2020/21 (23) auf mehr Tore als der britische Goalgetter.

Der Momentum-Wechsel

In den Szenen rund um Kanes Führungstor wechselte das Momentum in dieser denkwürdigen Partie langsam auf die Seite der Münchner. Davor machten die Leipziger ein bärenstarkes Heimspiel, hatten die Münchner am Rande einer Niederlage - was natürlich nach dem 5:1-Endstand auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen ist. „Sie haben uns in der ersten Halbzeit richtig Probleme gemacht, sie waren klar besser. Aber die zweite Halbzeit – mein Gott. Das war top, was die Jungs da gebracht haben: Ich glaube, wir sind in der zweiten Halbzeit sechs Kilometer mehr gelaufen als der Gegner“, freute sich Trainer Vincent Kompany. „Das war alte Schule: Mentalität zeigen, laufen, kämpfen, grätschen, nach vorne gehen.“

Neuers Weltklasse-Paraden

Neben den zahlreichen Großchancen in Durchgang zwei - am Ende stand es in dieser Statistik 8:6 für die Münchner - war auch ein brillanter Torhüter ein großer Faktor. Manuel Neuer zeigte gleich zwei Weltklasse-Paraden, erst gegen Rômulo in der 65. Minute, dann im Eins-gegen-eins mit Yan Diomande, der den fünfmaligen Welttorhüter auch nicht aus kurzer Distanz beim Stand von 2:1 überwinden konnte (72.).

Gnabry mit 100. Bayern-Tor

Neben Musiala, Olise und Neuer sind aus dem überzeugenden Bayern-Kollektiv noch Joshua Kimmich und Serge Gnabry herauszuheben. Nach einem starken Forechecking von Dayot Upamecano stellte Gnabry nach 50 Minuten per Rechtsschuss auf 1:1 und unterstrich seine starke Frühform im neuen Jahr. Für den deutschen Nationalspieler war es das 100. Tor im 308. Pflichtspiel für den FC Bayern und er war damit im vierten Bundesliga-Spiel in Folge an einem Tor direkt beteiligt (zwei Treffer, zwei Vorlagen). Mit elf Torbeteiligungen (sechs Tore, fünf Assists) fehlt ihm nur noch ein Scorerpunkt für seine Ausbeute aus der Vorsaison (zwölf).

Anführer Kimmich kam seit dem 14. Dezember und dem Spiel gegen Mainz angeschlagen nicht mehr zum Einsatz. Nach seiner Einwechslung zur Halbzeit für den nach einem Zweikampf lädierten Leon Goretzka übernahm der FC Bayern mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. Das sah in der ersten Halbzeit über weite Strecken noch anders aus.

So lief die erste Halbzeit

Manuel Neuer musste bereits nach vier Minuten einen Klasse-Parade gegen RB-Stürmer Rômulo zeigen, drei Minuten später hatten die Heimfans schon den Torschrei auf den Lippen. Aber Antonio Nusa sprang nach einer Hereingabe in den Ball und dieser zischte nur knapp am linken Pfosten vorbei. Die Münchner schüttelten sich im Anschluss kurz und verzeichneten dann auch die ersten Offensivaktionen. Harry Kane spielte aus dem Rückraum einen Traumpass in den Lauf von Lennart Kart, der Luis Díaz im Zentrum bedienen wollte. Doch der Querpass auf den Kolumbianer geriet ein wenig zu steil (15.).

Nach 20 Minuten klingelte es dann doch im Kasten der Münchner. Rômulo verwertete im Zentrum eine scharfe Flanke des deutschen Nationalspielers David Raum zum 1:0 für RB. Die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt zwar 63 Prozent Ballbesitz, in beinahe allen anderen entscheidenden Statistiken lagen jedoch die Hausherren in Front: 5:2 Schüsse, 3:0 Großchancen und 57 Prozent gewonnen Zweikämpfe machten die Leipziger Führung nicht unverdient. Vier Minuten nach dem 1:0 hätte Nusa frei vor Neuer beinahe sogar auf 2:0 gestellt. In dieser Phase hätte Leipzig das Spiel in eine andere Richtung lenken können. Durchatmen, es blieb beim knappen Rückstand.

Bis zur Halbzeit trieben die Münchner die Kugel immer weiter nach vorne, nutzen ihre Räume aber zu selten. Am Ende von Abschnitt eins verzeichnete RB 8:2 Schüsse innerhalb des Strafraums. In der ersten Halbzeit eines Pflichtspiels ließen die Bayern unter Vincent Kompany noch nie so viele Expected-Goals-Against zu wie in Leipzig (1.73). Außerdem war es der erste Halbzeit-Rückstand der Bayern in der Liga seit dem letzten Gastspiel bei RB am 32. Spieltag der Vorsaison. Damals lag der FCB 0:2 hinten, am Ende stand ein furioses 3:3. Dieses Mal stand am Ende ein noch größeres Statement.

Bayern sind Comeback-Experten

Die Münchner holten durch den 5:1-Sieg nun 14 Punkte nach Rückständen in dieser Bundesliga-Saison, das ist Ligabestwert und bereits jetzt die Ausbeute aus der vergangenen Saison. „Wir sind schon öfters in Rückstand geraten in der Saison, aber wir sind immer zurückgekommen und das haben wir uns heute auch geschworen, auch in der Halbzeit“, so Kapitän Manuel Neuer. Außerdem trafen die Bayern auch im 26. Bundesliga-Spiel in Folge mindestens doppelt, das ist ausgebauter Rekord im deutschen Oberhaus.

Doch dieser Auswärtssieg in Leipzig war viel mehr als Statistiken, mehr als die souveräne Bestätigung der komfortablen Tabellenführung, mehr als ein Comeback-Sieg. Dieser Kantersieg war ein Highlight-Spiel der Saison, eine Partie, die Fans wieder einmal demonstrierte, warum ihr Verein der FC Bayern ist. Hier wird nicht nur Erfolg erarbeitet und zelebriert, hier geht es vor allem um Resilienz, Gemeinschaft und Emotionen. Man muss sich nur die Szenen nach Abpfiff vor der Kurve anschauen, wie Jamal Musiala nach vorne gerufen wird, während die Fans „Deutscher Meister wird nur der FCB“ und „Super Bayern, Super Bayern“ singen - und wie der Hoffnungsträger strahlt. Ein Bild für die Bayern-Seele. Und dann umarmen sich alle wieder.

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