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·13. März 2026
Oliver Kahn kritisiert Bayern-Strukturen und Rolle von Hoeneß

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·13. März 2026

Oliver Kahn hat mit deutlichen Worten die Machtstrukturen beim FC Bayern hinterfragt. Der frühere Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters äußerte Zweifel daran, dass sich die langjährigen Klub-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge tatsächlich bald aus dem Hintergrund zurückziehen werden.
Im Gespräch mit Sky spielte der ehemalige Bayern-Vorstandsboss auf Aussagen von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge an, wonach sich die langjährigen Bayern-Verantwortlichen erst dann vollständig zurückziehen wollen, wenn geeignete Nachfolger gefunden sind.
Kahn reagierte darauf mit einer spitzen Bemerkung: „Man hört dann: ‚Wir werden uns irgendwann zurückziehen, wenn die richtigen Leute gefunden sind.‘ Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin.“ Anschließend setzte er noch einen nach: „Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden.“

Foto: IMAGO
Hoeneß und Rummenigge prägen den FC Bayern seit Jahrzehnten und gehören weiterhin dem einflussreichen Aufsichtsrat des Vereins an. Hoeneß ist darüber hinaus Ehrenpräsident des Klubs und gilt weiterhin als eine der prägendsten Figuren im Münchner Machtgefüge.
Der 73-Jährige hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass er sich erst dann vollständig zurückziehen wolle, wenn der Verein organisatorisch optimal aufgestellt sei.
Kritik daran, dass er und Rummenigge weiterhin starken Einfluss auf Entscheidungen im Klub ausüben, hatte Hoeneß zuletzt allerdings entschieden zurückgewiesen. Bei einer Veranstaltung in München erklärte er im vergangenen Herbst: „Das stimmt überhaupt nicht.“
Kahn sieht die strukturelle Weiterentwicklung des FC Bayern dennoch kritisch. Aus seiner Sicht schreitet die Neuaufstellung des Vereins nur langsam voran.
Zwar habe der Klub mit Rouven Kasper inzwischen einen neuen Marketingvorstand verpflichtet, insgesamt verlaufe die Entwicklung aber weiterhin „im Schneckentempo“.
Der frühere Weltklasse-Torhüter kennt die internen Abläufe beim FC Bayern sehr genau. Von Januar 2020 bis Juni 2021 war er zunächst Vorstandsmitglied, ehe er anschließend zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg. Im Mai 2023 kam es jedoch zum Bruch: Trotz der damals gewonnenen elften deutschen Meisterschaft in Folge trennten sich die Münchner sowohl von Kahn als auch von Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
Sportlich zeigte sich Kahn dagegen beeindruckt von der aktuellen Entwicklung der Mannschaft. Nach dem 6:1-Erfolg im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo lobte er insbesondere die enorme Kadertiefe der Münchner. „Du kannst im Grunde spielen lassen, wen du willst – und die Qualität fällt kaum oder teilweise gar nicht ab“, erklärte der 56-Jährige.
Für Kahn spielt der FC Bayern derzeit „fast schon wie ein Uhrwerk“. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, sich von der aktuellen Erfolgsserie zu sehr blenden zu lassen – denn auch zu viel Harmonie könne langfristig Risiken bergen.









































