LIGABlatt
·18. August 2026
Online-Casino-Steuern in Deutschland einfach erklärt

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·18. August 2026

Beim Thema Casino und Steuern kommt es vor allem darauf an, wer eigentlich besteuert wird. Für Online-Casino-Anbieter gelten in Deutschland eigene Glücksspielsteuern. Spieler müssen dagegen nicht automatisch Einkommensteuer auf jeden Gewinn zahlen. Entscheidend sind die persönlichen Umstände und teilweise auch die Art des Spiels. Gerade bei Online-Poker kann die steuerliche Bewertung anders ausfallen, wenn aus gelegentlichem Spielen eine dauerhaft und planmäßig ausgeübte Tätigkeit wird. Das hat auch der Bundesfinanzhof bestätigt.
Gewinne aus rein privatem Glücksspiel unterliegen in Deutschland grundsätzlich nicht der Einkommensteuer. Davon zu trennen sind die Glücksspielsteuern, die für bestimmte Spielformen vom Veranstalter geschuldet werden. Ob für einen Spieler Einkommensteuer relevant wird, hängt vor allem davon ab, ob das Spielen noch privat oder bereits als gewerbliche Tätigkeit einzustufen ist.
Bei virtuellen Automatenspielen wird die 5,3-%-Steuer vom Veranstalter geschuldet. Wie diese Kosten in die Spielkonditionen einfließen, kann sich jedoch von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Eine Übersicht zu Angeboten ohne separaten Steuerabzug beim Spieleinsatz bietet Slotozilla unter Steuerfreie Online-Casinos, einschließlich Angaben zu RTP, Einsätzen und Auszahlungen. Das sagt allerdings nichts darüber aus, ob ein Gewinn beim Spieler einkommensteuerpflichtig ist. Dafür kommt es weiterhin auf die Art und den Umfang der Spieltätigkeit an.

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Die Steuer landet nicht zwingend als eigener Posten auf der Rechnung des Spielers, kann sich aber trotzdem bemerkbar machen. Nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt die Virtuelle Automatensteuer 5,3 % des Spieleinsatzes, für Online-Poker gilt eine eigene Pokersteuer in gleicher Höhe. Steuerschuldner ist jeweils der Veranstalter. Wichtig ist die Bemessungsgrundlage: Besteuert wird der Einsatz und nicht das Spielergebnis. Die folgende Übersicht ordnet die vier steuerlichen Ebenen einander zu:
Für Anbieter ist die Steuer ein Kostenfaktor. Wie ein Casino damit wirtschaftlich umgeht, ist jedoch nicht gesetzlich vorgegeben. Möglich sind Anpassungen bei Bonusangeboten, Spielauswahl oder der Kalkulation einzelner Spiele. Deshalb sollte man nicht pauschal behaupten, die Steuer senke bei jedem Spiel automatisch den RTP.
Besonders wichtig ist die Trennung beim Poker. Die Online-Pokersteuer schuldet zunächst der Veranstalter. Unabhängig davon können Gewinne eines Spielers als gewerbliche Einkünfte der Einkommensteuer unterliegen. Der Bundesfinanzhof bestätigte dies für Online-Poker im Urteil vom 22. Februar 2023 und erneut 2025 für die Variante Pot Limit Omaha.
Nicht die Höhe eines Gewinns entscheidet allein darüber, ob Steuern anfallen. Wichtiger ist, wie jemand spielt und was später mit dem gewonnenen Geld passiert. Besonders genau sollte man bei regelmäßigem, professionell organisiertem Spielen und bei Erträgen aus angelegten Gewinnen hinschauen.
Vor allem Online-Poker ist steuerlich ein Sonderfall. Aus einem Hobby kann eine gewerbliche Tätigkeit werden, wenn das Spielen dauerhaft einen professionellen Charakter annimmt. Die allgemeinen Merkmale eines Gewerbebetriebs nennt § 15 EStG. Dazu gehören unter anderem eine selbstständige und nachhaltige Tätigkeit sowie die Absicht, Gewinn zu erzielen. Auf eine gewerbliche Tätigkeit können beispielsweise hindeuten:
Ob eine Pokertätigkeit bereits gewerblich ist, lässt sich nicht an einem einzelnen Merkmal festmachen. Entscheidend ist das Gesamtbild und insbesondere, ob die Tätigkeit noch einem Freizeit- oder Hobbyspieler entspricht oder bereits strukturell einem Berufsspieler ähnelt.
Eine zweite Steuerfrage entsteht, wenn gewonnenes Geld anschließend selbst Erträge erwirtschaftet. Ein einfaches Beispiel: Ein Spieler gewinnt 20.000 € und legt einen Teil davon auf einem verzinsten Konto an. Dann sind der ursprüngliche Spielgewinn und die später erhaltenen Zinsen steuerlich zwei verschiedene Dinge.
Zinsen, Dividenden und bestimmte Veräußerungsgewinne gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Die aktuellen Steuerhinweise des Bundesfinanzministeriums zu § 20 EStG nennen einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person beziehungsweise 2.000 € für zusammen veranlagte Ehegatten. Besteuert wird dabei nicht erneut der ursprüngliche Spielgewinn, sondern der daraus entstandene Kapitalertrag. Steuerlich betrachtet wird hier also nicht noch einmal der Casino-Gewinn besteuert, sondern der neue Ertrag, der daraus entstanden ist.
Auch wer nur gelegentlich spielt, sollte größere Geldbewegungen nachvollziehen können. Bei Anbietern wie Hitnspin können verfügbare Einzahlungs-, Auszahlungs- und Spielhistorien zusammen mit den eigenen Kontoauszügen helfen, Zahlungen später zuzuordnen. Sinnvoll ist es, folgende Informationen aufzubewahren:
Eine solche Übersicht kann besonders bei ungewöhnlich hohen Auszahlungen hilfreich sein. Banken und andere Verpflichtete müssen nach dem Geldwäschegesetz in bestimmten Risikofällen auch die Herkunft von Vermögenswerten näher prüfen. Wer seine Casino-Unterlagen noch besitzt, kann entsprechende Rückfragen leichter beantworten.
Die Dokumentation hilft außerdem, private Gewinne von möglichen gewerblichen Einkünften oder später entstandenen Kapitalerträgen abzugrenzen. Im Zweifel sollte die konkrete steuerliche Einordnung mit einem Steuerberater geklärt werden.
Foto: https://www.magnific.com/







































