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·20. September 2026

Pascal Groß erklärt seinen DFB-Rücktritt – nachdem er Arsenal zerlegt hat

Artikelbild:Pascal Groß erklärt seinen DFB-Rücktritt – nachdem er Arsenal zerlegt hat

Brighton. Es gibt Rücktritte, die mit einer Pressemitteilung kommen, und es gibt Rücktritte wie diesen. Pascal Groß hatte am Samstag im American Express Stadium gerade den FC Arsenal mit einem Tor und einer Vorlage auseinandergenommen, 3:0, die erste Saisonniederlage des englischen Meisters. Dann stand er vor dem Sky-Mikrofon und wurde nach der Nationalmannschaft gefragt. „Ich bin schon zurückgetreten“, sagte er. „Für mich war’s das nach der WM.“

Offiziell verkündet hatte er es nie. Der Grund ist so profan wie sympathisch: „Ich habe kein Social Media.“ Ein 35-Jähriger, der seine DFB-Karriere beendet, ohne dass es jemand merkt, weil er keinen Kanal hat, auf dem er es hätte schreiben können.


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Die kürzeste lange Karriere

19 Länderspiele, ein Tor, eine Vorlage. Es ist eine Bilanz, die nach wenig aussieht und viel bedeutet. Groß debütierte im September 2023 unter Hansi Flick, beim 1:4 gegen Japan – mit 32 Jahren, nach mehr als 250 Pflichtspielen für Brighton, nach Stationen in Neckarau, Hoffenheim, Karlsruhe und Ingolstadt. Unter Julian Nagelsmann gehörte er durchgehend zum erweiterten Kader, war bei der EM 2024 dabei und bei der WM 2026 in Nordamerika.

Dort kam er auf 17 Minuten, im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador. In den anderen Partien spielte er nicht. Deutschland schied im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus. Für Groß war es der Schlusspunkt – gesetzt, bevor jemand ihn für ihn setzen konnte.

„Der neuen Generation die Daumen drücken“

Seine Begründung ist frei von Bitterkeit. „Ich glaube, es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen und ihnen die Daumen zu drücken“, sagte er. Von den jungen Spielern, die Jürgen Klopp jetzt nominiert hat, erwarte er „sehr viel“.

Im XXL-Kader des neuen Bundestrainers – 44 Spieler, zwei Listen, 16 ohne Länderspiel – tauchte sein Name nicht auf. Das war keine Überraschung, aber es war auch keine Selbstverständlichkeit. Denn Groß spielt gerade den besten Fußball seit Jahren.

Die Ironie: Er ist in Form wie selten

Nach eineinhalb Jahren bei Borussia Dortmund, in denen er unter Niko Kovač zuletzt nicht mehr gesetzt war, kehrte Groß im vergangenen Winter für bis zu drei Millionen Euro nach Brighton zurück – zu Fabian Hürzeler, dem deutschen Trainer, der ihn als Spieler „sehr schätzt“. Sieben Jahre hatte er dort schon verbracht, 261 Pflichtspiele, Publikumsliebling, Spieler der Saison 2017/18.

Der Rest ist Statistik: drei Tore und vier Vorlagen in den ersten fünf Ligaspielen dieser Saison, wettbewerbsübergreifend vier Treffer und vier Assists in acht Partien. Gegen Arsenal traf er in der 31. Minute zur Führung und legte das 3:0 auf; den zweiten Treffer erzielte Chema Andrés, der im Sommer für bis zu 23 Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekommen war. Brighton steht nach fünf Spieltagen auf Rang drei.

Ein Spieler in dieser Verfassung wäre für Klopps Kader ein Kandidat gewesen – erst recht für einen Kader, der auf 44 Namen aufgebläht wurde, um Spieler zu sichten. Dass Groß dort nicht auftauchte, hat also weniger mit Leistung zu tun als mit dem Jahrgang. Und Groß hat die Konsequenz gezogen, bevor er sie ziehen musste.

Der dritte in drei Wochen

Er ist nicht allein. Manuel Neuer hat sich nach der WM endgültig verabschiedet, Antonio Rüdiger trat am 1. September nach 86 Länderspielen zurück, Oliver Baumann wurde von Klopp gestrichen und sagte auf Kreta, die Entscheidung gefalle ihm nicht. Innerhalb weniger Wochen hat die Nationalmannschaft vier Spieler verloren, die im Sommer noch im WM-Kader standen – drei durch eigene Entscheidung, einen durch die des Trainers.

Das ist der Umbruch, den Klopp angekündigt hat, und er vollzieht sich schneller, als es ein Bundestrainer allein könnte. Groß hat ihn mit einem Satz begleitet, der ohne Vorwurf auskommt. Für einen Spieler, der neun Jahre gebraucht hat, um überhaupt nominiert zu werden, ist das bemerkenswert.

Am Samstag hat er gezeigt, was der DFB verpasst. Am selben Tag hat er gesagt, dass es ihm nichts ausmacht. Beides stimmt vermutlich.

90PLUS Redaktion

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