Anfield Index
·15. September 2026
Paul Scholes fällt vernichtendes Urteil über Anfields Atmosphäre

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·15. September 2026

Anfield nahm früher schon vor dem Anpfiff die halbe Arbeit ab. Gegner kamen dorthin in dem Wissen, dass der Lärm unaufhörlich sein würde, der Druck sofort da wäre und der Spielraum für Fehler minimal. Dieser Vorteil ist verblasst. Die Zahlen sagen es, der Augentest sagt es, und jetzt sprechen es auch ehemalige Topspieler offen aus.
Liverpool hat im ersten Monat der Saison zu Hause gegen Nottingham Forest und Fulham unentschieden gespielt. Im Kalenderjahr 2026 haben sie an der Anfield Road nur vier von 12 Premier-League-Spielen gewonnen. Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Muster. Rechnet man noch die späten Patzer aus der vergangenen Saison hinzu, steht die sieglose Heimserie in der Liga nun bei vier Spielen.
Für einen Klub, der Titelrennen auf einer erdrückenden Heimintensität aufgebaut hat, ist diese Ausbeute schwach. Das muss man nicht schönreden.
Zwei jüngste Auftritte hätten sogar noch schlimmer enden können. Liverpool brauchte in beiden Spielen entscheidende Rettungstaten von Jeremy Jacquet, um eine Niederlage zu vermeiden. Wenn dein Innenverteidiger zu Hause immer wieder als Notbremse fungieren muss, stimmt etwas in der Gesamtstruktur nicht.
Die Kritik von Paul Scholes und Nicky Butt wird bei vielen Liverpool-Anhängern nicht gut ankommen, aber sie ist schwer von der Hand zu weisen. Im Gespräch mit James Milner verwiesen beide auf dasselbe Problem: Anfield fühlt sich für Auswärtsteams nicht mehr wie dieselbe Tortur an.
Scholes brachte es direkt auf den Punkt: „Wenn du nach Liverpool fährst, besonders als James dort war, als Jürgen Klopp dort war, spielte die Menge eine so große Rolle. Es fühlt sich so an, als wäre das verschwunden … Ich glaube im Moment nicht, dass die Fans wirklich hinter dem stehen, was dort passiert.
„Wenn wir früher dorthin gefahren sind, habe ich gedacht: ‚Verdammt noch mal, wie sollen wir überhaupt an den Ball kommen?‘, weil sie sofort auf dir drauf waren. Teams scheinen jetzt viel mehr Ballbesitz zu haben und wirken deutlich komfortabler, als sie es je waren.“
Das ist der entscheidende Punkt. Gegnerische Teams bekommen Zeit am Ball. Sie finden in die Spiele hinein. Sie werden nicht mehr von der Atmosphäre verschluckt. Anfield ist nicht leicht geworden, aber beherrschbar, und das ist eine große Veränderung.
Butt machte einen ähnlichen Punkt, und auch da gibt es kaum Raum für Widerspruch. Er sagte: „Teams wie Fulham vor fünf Jahren fahren nach Anfield und sind schon geschlagen, bevor sie überhaupt die Stufen hochgehen. Du siehst sie rüberschauen zu James’ Team, und sie denken: ‚Wie soll ich mit denen mithalten?‘
„Wenn du das verlierst und ihnen ein kleines bisschen Hoffnung gibst, denken sie: ‚Ich spiele an der Anfield Road. Ich will, dass die mich kaufen, also gehe ich raus und zeige, wie gut ich bin.‘ Das überträgt sich durch die ganze Mannschaft, und am Ende bekommst du genau solche Ergebnisse wie jetzt.“
An diesem Punkt wird die Diskussion meist emotional. Sie sollte sachlich bleiben. Atmosphäre ist wichtig, aber sie existiert nicht im luftleeren Raum. Zuschauer reagieren auf das, was sie sehen. Wenn der Fußball ideenlos, vorhersehbar oder zögerlich ist, spiegelt das Stadion genau das wider.
Das entlässt die Anhänger aber auch nicht völlig aus der Verantwortung. Ein Stadion wie Anfield war immer stolz darauf, das Team durch schwierige Phasen zu tragen. Aber diese Beziehung funktioniert in beide Richtungen. Die Spieler müssen dem Publikum etwas geben, woran es sich festhalten kann: Intensität, Aggressivität, Risiko, Zielstrebigkeit. Ohne das breitet sich Frust schnell aus.
Dass Anhänger gegen Fulham frühzeitig zu den Ausgängen strömten, blieb nicht unbemerkt. Das sollte es auch nicht. Jahrelang sprachen Gegner davon, die ersten 15 Minuten in Anfield zu überstehen. Jetzt sprechen sie davon, dort immer besser ins Spiel zu kommen. Das ist ein gravierender psychologischer Wandel.
Liverpool hat bereits im ersten Monat dieser Saison zu Hause mehr Punkte liegen lassen als in der gesamten titelgekrönten Saison 2019/20. Das sind keine bloß dekorativen Statistiken, sie definieren Maßstäbe. Und im Moment werden diese Maßstäbe nicht erfüllt.
Andoni Iraola ist noch nicht lange im Amt, aber das verschafft bei einem Klub dieser Größe nur begrenzt Geduld. Die Heimform ist der schnellste Weg, die Stimmung rund um eine Mannschaft zu prägen, und diese Stimmung ist wichtig. Wenn Anfield nervös wird, wirkt jeder Fehlpass schwerer, jede Verzögerung im Tempo fällt stärker auf, und jeder Gegner schöpft Mut.
Liverpools nächste Heimspiele müssen anfangen, die Erzählung zu verändern. Dass Tottenham Hotspur in dieser Saison noch ohne Tor dasteht, sollte eine Gelegenheit bieten. Niemand braucht ein großes Statement. Es braucht eine überzeugende Leistung, Spielkontrolle, Intensität gegen den Ball und genug Qualität, um die Aufgabe zu Ende zu bringen.
Dafür braucht es keine Nostalgie nach Klopps besten Tagen. Es braucht eine Rückkehr zu den Grundlagen. Schnell starten. Richtig pressen. Den Ball zielstrebig bewegen. Dem Gegner wieder das Gefühl geben, belagert zu werden.
Anfield hat immer noch die Geschichte, die Größe und die Symbolkraft. Was im Moment fehlt, ist Bedrohlichkeit. Solange Liverpool das nicht zurückbringt, werden Teams weiter dorthin kommen und glauben, etwas mitnehmen zu können, und allzu oft werden sie recht behalten.
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴 kannst du hier lesen.







































