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·19. April 2026
Paulas Vorwurf nach Lippmann-Abschied: Zu wenig Affinität zu 1860

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Am vergangenen Mittwoch hat db24 die Löwen-Base mit der Meldung überrascht: „Wechselt Clemens Lippmann ablösefrei zu einem Bundesliga-Aufsteiger?“ Nur wenige Stunden später bestätigte das „Westfalen-Blatt“ den Transfer des Löwen-Talents zum aktuellen Zweitliga-Tabellenführer SC Paderborn. Und wieder einmal stehen die Löwen mit leeren Händen da: keine Ablöse, keine Perspektive – ein bekanntes Muster. Schon bei Marius Wörl (heute Arminia Bielefeld) oder Mansour Ouro-Tagba (aktuell VfB Stuttgart II) schaute 1860 in die Röhre.

Dabei hatte Präsident Gernot Mang einen Kurswechsel in der Talente-Politik angekündigt. Im vergangenen November kritisierte der Ober-Löwe bei einer „AZ“-Veranstaltung: „Wir haben Tim Kloss und Lukas Reich abgegeben für einen Apfel und ein Ei. Tim Kloss hat in 14, 15 Spielen drei Tore geschossen, ist Stammspieler – den könnten wir dringend gebrauchen. Bei Greuther Fürth sind sie glücklich über Lukas Reich.“ Wobei man fairerweise sagen muss: Ex-Geschäftsführer Dr. Christian Werner hatte für Reich immerhin 500.000 Euro Ablöse herausgehandelt – kein Pappenstiel. Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Reich mit Fürth kommende Saison in der Dritten Liga spielt.
Doch Mang ging noch weiter: „Im Gegenzug kaufen wir wieder teurere Spieler, zahlen Ablöse und so weiter – und dann sehen wir, dass unten Geld fehlt. Das ist eine Konstellation, die ich überhaupt nicht verstehe. Das muss anders sein.“
Und jetzt? Wieder ein Talent weg. Wieder für „einen Apfel und ein Ei“. Lippmann bringt lediglich eine überschaubare Ausbildungsentschädigung ein – auch, weil er erst 2023 vom Bayernligisten FC Deisenhofen kam. Bitter, aber Realität: Solange der TSV 1860 sportlich auf der Stelle tritt, bleibt der Klub ein Ausbildungsverein. Nur eben nicht für sich selbst – sondern für andere.
Umso erstaunlicher war die Begründung von Geschäftsführer Manfred Paula am Rande des 0:0 in Saarbrücken bei “MagentaSport”: “Clemens Lippmann ist ein Spieler, der erst in der U19 zu uns kam und hat da einen guten Weg gemacht. Wir hatten das Gefühl, dass er in den zweieinhalb Jahren allerdings nie so diese Beziehung, diese Affinität zum Verein aufgebaut. Er hat sich mit seinen Beratern jetzt entschieden einen anderen Weg zu gehen. Deswegen sind wir in den Gesprächen nicht zueinander gekommen. Wir wünschen ihm alles Gute.” Lippmann, der für rund 500 Euro im Monat bei 1860 angeblich spielen soll, wurde beim 0:0 in Saarbrücken nicht für den Kader berücksichtigt.
db24 meint: Diese Erklärung wirkt leider wie eine Ausrede. 1860 wollte mit dem Spieler verlängern. Lippmann jetzt fehlende Identifikation zu unterstellen, ist kaum haltbar. Der 19-Jährige hat die Bühne Dritte Liga genutzt – und dem Verein gleichzeitig sportlich und finanziell (Fördertopf) geholfen. Dass sogar sein Bruder Xaver im Löwen-Nachwuchs spielt, passt nicht zum Bild des „distanzlosen Profis“. Die Wahrheit ist einfacher – und unbequemer: 1860 verliert weiterhin seine Talente, weil es sportlich und strukturell nicht attraktiv genug ist. Und Lippmann wird definitiv nicht der letzte sein. Das hat nichts mit Paula oder Werner zu tun, sondern mit dem Zustand des TSV.
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