Pep Guardiolas wichtigste Erkenntnis: Er hört auf, weil ihm Energie fehlt | OneFootball

Pep Guardiolas wichtigste Erkenntnis: Er hört auf, weil ihm Energie fehlt | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: feverpitch.de

feverpitch.de

·23. Mai 2026

Pep Guardiolas wichtigste Erkenntnis: Er hört auf, weil ihm Energie fehlt

Artikelbild:Pep Guardiolas wichtigste Erkenntnis: Er hört auf, weil ihm Energie fehlt

Pep Guardiola gibt nach zehn Jahren und zwanzig Titeln auf, will pausieren und künftig als Botschafter der City Football Group arbeiten.

Zehn Jahre, zwanzig Titel, ein Schlusspunkt, der nicht erzwungen ist. Pep Guardiola verlässt Manchester City zum Saisonende, ein Jahr vor Vertragsende, und er nennt dafür keinen einzigen sportlichen Grund. „Ich denke, der Verein braucht einen neuen Trainer, neue Energie für diese unglaublichen Spieler und das nächste Kapitel", sagte er auf der Pressekonferenz vor dem letzten Spiel am Sonntag gegen Aston Villa. Es ist ein nüchterner Abschied, vorgetragen ohne Inszenierung. Wer Guardiola kennt, weiß, dass diese Tonlage selten ist. Bemerkenswert ist, was er hinzufügt. „Ich fühle, dass ich nicht die Energie habe, die es benötigt", erklärt Guardiola, „für die Erwartungen, um Titel zu kämpfen, um sich vor die Spieler zu stellen." Ein Trainer, der den modernen Klubfußball über mehr als anderthalb Jahrzehnte mitgeprägt hat, spricht offen über das eigene Limit. Das ist im Spitzenfußball, in dem Erschöpfung sonst als Schwäche kaschiert wird, ungewöhnlich. Guardiola macht daraus weder eine Beichte noch ein Manifest, er beschreibt einen Zustand. Die Konsequenz folgt unmittelbar. „Ich werde für einige Zeit nicht trainieren", sagte der Katalane, „ich muss ein bisschen atmen, mich entspannen. Das ist mein Gefühl gerade." Gründe für seine Entscheidung konnte er nicht nennen, es sei ein Gefühl gewesen. Auch das ist eine Botschaft an eine Branche, die alles in Daten, Zyklen und strategischen Plänen abzubilden versucht. Manchmal entscheidet eben nicht das Modell, sondern der Mensch, der im Modell arbeitet. Wer Guardiolas Laufbahn abschreitet, sieht, wie selten Pausen darin vorkommen. Seit seinem Amtsantritt beim FC Barcelona stand er, mit Ausnahme eines Sabbatjahres vor dem Wechsel zum FC Bayern und anschließend nach England, durchgehend an der Seitenlinie. Drei Klubs, drei Ligen, ein durchgehender Anspruch. Dass dieser Rhythmus jetzt unterbrochen wird, ist in seiner eigenen Biografie der eigentliche Bruch, mehr noch als der Klubwechsel an sich. Eine Auszeit dieser Länge hat sich Guardiola in seiner aktiven Trainerzeit nur einmal genommen. Für City endet damit eine Periode, in der die Maßstäbe für sportlichen Erfolg in der Premier League verschoben wurden. Zwanzig Titel in zehn Jahren sind eine Marke, an der sich der Nachfolger zwangsläufig messen lassen muss, ob er will oder nicht. Den Abschied teilte der Verein am Freitag mit, einen Namen für die Nachfolge nicht. Guardiola selbst formuliert die Aufgabe stellvertretend: neue Energie für die vorhandenen Spieler, ein nächstes Kapitel. Wer auch immer übernimmt, übernimmt zugleich diese Sprache. Ganz aus dem Kosmos verschwindet Guardiola allerdings nicht. Künftig wird er als globaler Botschafter für die City Football Group arbeiten, zu der unter anderem New York City FC und weitere Klubs rund um den Globus gehören. Die Rolle ist eine andere, die Bindung bleibt. Er tritt von der Seitenlinie ab, nicht aus dem Geschäft. Was an diesem Wechsel bemerkenswert ist, ist nicht das Ende einer Zusammenarbeit, sondern der offen vorgetragene Verweis darauf, dass auch ein Trainer dieser Statur die Grenze der eigenen Kräfte benennt, bevor andere sie für ihn benennen.

Impressum des Publishers ansehen