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·12. Juni 2026
Pérez löst nur sein Wahlversprechen ein – mit Mourinho als Unterschrift

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·12. Juni 2026

Real Madrid holt José Mourinho von Benfica zurück. 15 Millionen Euro Ablöse, Dienstantritt am 13. Juli, Vertrag über drei Jahre bis 30. Juni 2029.
Manche Personalien lassen sich nüchtern abhaken, andere nicht. Die Rückkehr von José Mourinho zu Real Madrid gehört in die zweite Kategorie, nicht weil ein Klub einen Trainer verpflichtet, sondern weil ein Präsident ein Wahlversprechen einlöst. Florentino Pérez hat am Sonntag seine Bestätigung im Amt bekommen, und einen seiner zentralen Sätze aus dem Wahlkampf hat er nun in einen Vertrag übersetzt. Drei Jahre, gültig bis zum 30. Juni 2029. Dienstantritt: 13. Juli, Beginn der Saisonvorbereitung.
Es ist die zweite Amtszeit eines Trainers, der die erste 2013 nicht im Frieden beendet hat. Zwischen 2010 und 2013 saß Mourinho schon einmal auf der Bank der Königlichen und gewann in dieser Zeit je einmal die spanische Meisterschaft, den Pokal und den nationalen Supercup. Drei nationale Titel in drei Jahren, das war damals viel und doch zu wenig für einen Klub, dessen Maßstab in Europa hängt. Dass Pérez gerade ihn zurückholt, ist deshalb kein sentimentaler Akt, sondern eine Aussage darüber, wie der Präsident die nächsten Jahre denkt: kein Konsens, keine Geräuschlosigkeit, sondern eine klare Linie mit klarem Gesicht davor.
Mourinhos bisheriger Klub Benfica Lissabon hat den Wechsel bereits am Dienstagabend bestätigt. 15 Millionen Euro Ablöse fließen nach Lissabon, eine Summe, die für einen Trainerwechsel selten ist und die andeutet, wie weit Pérez bereit war zu gehen, um sein Versprechen pünktlich zu erfüllen. Die 63 Jahre, die Mourinho mittlerweile auf dem Buckel hat, dürften in Madrid niemanden gestört haben. Eher umgekehrt: Wer einen erfahrenen Trainer holt, holt einen Trainer mit fertigem Kompass.
Drei Jahre Laufzeit klingen ambitioniert, wenn man bedenkt, wie kurz Mourinhos jüngere Stationen oft waren. Aber drei Jahre sind auch genau die Spanne, in der sich ein Projekt aufbauen, justieren und ernten lässt, ohne dass nach jeder Niederlage die Vertragsfrage gestellt wird. Pérez gibt seinem Trainer damit eine Bühne, die jenseits der Tagesform funktioniert, und er bindet sein eigenes politisches Schicksal an dessen Erfolg. Das eine ohne das andere wird in den kommenden Monaten kaum noch zu denken sein. Wer Pérez kritisiert, kritisiert Mourinho. Wer Mourinho lobt, lobt Pérez.
Was bleibt, ist eine Konstellation, die spanischer Fußball nur selten kennt: ein Trainer, der schon einmal da war, ein Präsident, der ihn schon einmal entlassen wissen wollte, und ein Klub, der zwölf Jahre nach dem ersten Abschied bereit ist, das Kapitel neu aufzuschlagen. Solche zweiten Anläufe gehen selten besser aus als die ersten, weil die Erinnerung an das Erste die Bewertung des Zweiten überlagert. Mourinho weiß das. Pérez weiß das. Beide haben sich trotzdem dafür entschieden.
Am 13. Juli beginnt die Vorbereitung, und mit ihr beginnt eine Phase, in der Real Madrid wieder eine Hauptfigur an der Seitenlinie hat, deren Mimik genauso berichtet wird wie das Spiel selbst. Es ist die alte Mourinho-Rechnung: Aufmerksamkeit gegen Resultate. Pérez hat den Vertrag unterschrieben, weil er weiß, was er bekommt. In Madrid wird wieder mehr geredet werden. Und vermutlich auch wieder mehr gewonnen.
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