Miasanrot
·29. Januar 2026
Platz Zwei zementiert! FC Bayern gewinnt auch gegen PSV Eindhoven

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·29. Januar 2026

Der FC Bayern hat auch das letzte, achte Spiel der Vorrunde in der Champions League gewonnen und sich mit einem fast makellosen Punktestand als Zweiter für das Achtelfinale direkt qualifiziert. Zum ersten Mal blitzte dabei das Potenzial des neuen Duos Karl und Musiala auf.
Sich für das Achtelfinale bereits qualifiziert habend, schmiss Vincent Kompany im letzten Vorrundenspiel der Champions League die Rotationsmaschine an. Oder besser gesagt, er beließ sie nach Augsburg an, man spielte ja auch nur noch um die Silbermedaille dieser Vorrundenphase und das sich dadurch ergebende Heimrecht in den Rückspielen der künftigen K.O.-Runden.
Jonas Urbig blieb nach dem Augsburg-Spiel im Tor, die Außenverteidiger blieben abermals linksfüßig, diesmal mit Ito und Bischof. Pavlović und Kimmich bildeten das Mittelfeldherz, Díaz und Karl die Flügelzange, im Offensivzentrum gab es gleich zwei Comebacks: Jackson spielte erstmals nach dem gewonnen Afrika-Cup von Beginn an, das Highlight bildete allerdings sein Partner: Jamal Musiala spielte erstmals seit seiner Verletzung bei der Klub-WM von Anfang an.
Beim PSV spielten mit Paul Wanner und Ivan Perišić alte Bekannte des FC Bayerns. Fans des Transfer-Boulevards dürften auch beim Namen Sergiño Dest aufhorchen, hatte dieser doch immerhin schon sicher ein halbes dutzend Mal angeblich beim FC Bayern unterschrieben.
Bayern wackelte zum Anfang und Schluss der ersten Halbzeit deutlich. Fehlpässe und fehlende Befreiung standen an der Tagesordnung. Eindhoven brach immer wieder über die Außen durch und schlug Flanke um Flanke. Der Mittelteil der ersten Halbzeit war eigentlich ziemlich annehmbar, überzeugend mochte zwar anders aussehen, aber die Rahmenbedingungen der Partie waren eben so, wie sie nunmal waren: Nur Eindhoven ging es wirklich um etwas, das Rückspielheimrecht war für den FCB nice to have, aber viel mehr offenbar auch nicht.
In der zweiten Hälfte wurde es besser, die Bayern sicherer und mit der Sicherheit kamen auch die Tore. Karl und Musiala spielten auf der halbrechten Seite den doppelten Doppelpass, am Ende tunnelte Karl noch seinen Gegenspieler und Musiala jagte die Kugel über die Innenseite des rechten Pfostens ins kleine Netz (58.).
Noch schöner machte es Saibari nach miesem Einwurf Davies’ auf Kane. Der Marokkaner spielte ebenfalls noch einen Doppelpass und feuerte dann ein wahres Geschoss in den Winkel (78.). PSV war zu diesem Zeitpunkt qualifiziert, doch der FC Bayern kannte kein Pardon. Zumal Liverpool zu diesem Zeitpunkt durch ihren Kantersieg gegen Qarabağ dem FCB gefährlich nahe kam. Urbig schlug einen neueresquen langen Schlag auf Díaz, der zum eingewechselten Kane weiterleitete, welcher mit einem überlegten Innenspannabschluss eindhovener Herzen zerbarst.
PSV Eindhoven versuchte nochmal das rettende Unentschieden zu erreichen, ganz aufmachen und alles nach vorne werfen, taten sie allerdings – ganz untypisch für Peter Bosz – auch nicht.
Erstmals durfte Jonas Urbig trotz fittem Manuel Neuer zwei aufeinanderfolgende Spiele absolvieren. Sicherlich dürfte das nicht der ursprüngliche Plan Vincent Kompanys gewesen sein. Es war viel mehr eine Reaktion auf sein schwaches Spiel vom Samstag. Der Trainer setzt auf Urbig, vertraut ihm, wenn Neuer dann doch passen muss und sieht ihn tatsächlich als künftige Nummer Eins.
Urbig zahlte es mit erstklassigen Paraden auf der Linie zurück, gab sogar einen tollen Pre-Assist zum 2:1, nur in der Strafraumbeherrschung, insbesondere nach Standards, wackelte er abermals grundlegend. In diesem Bereich muss er noch deutlich zulegen.
Erst gestern analysierten wir die Problemzone Außenverteidiger, in Eindhoven machte sich dies erneut auffällig. Weder Bischof noch insbesondere Ito kamen mit ihren Gegenspielern zurecht. Beide sind keine Außenverteidiger, Bischof kommt aus dem Mittelfeld, Ito aus dem Abwehrzentrum. Gegen Eindhoven fehlte ihnen der Zugriff und die Zweikampfhärte. Insbesondere Ito hatte mit der starken Eindhovener rechten Seite und dem quirligen Dest zu kämpfen.
Der Japaner steht am Scheidepunkt seiner Karriere. Als er zu den Bayern kam, verletzte er sich sofort, kam erst im Winter der letzten Saison wieder, überzeugte dann aber schlagartig in allen Bereichen. Mehrere Wochen lang gehörte er stets zu den besten Bayern Akteuren, überzeugte mit defensiver Klasse, Spielintelligenz und tollem Aufbau. Dann verletzte er sich erneut schwer und nun sieht die Sache anders aus.
Itos Comeback jetzt steht leider unter einem anderen Stern. Die Defensiv-Fertigkeiten und sofortige athletische Spitzenklasse vom letzten Jahr lässt er vermissen. Grundsätzlich ist das auch nur logisch, immerhin hat er in den letzten zwei Jahren mehr als eines komplett auf verpasst. Es wird festzustellen sein, ob die Probleme jetzt die erwarteten fehlenden Prozente eines Rekonvaleszenten sind oder ob die vielen Verletzungen ihn grundlegend aus der Bahn geworfen haben. In den vergangenen 15 Jahren hatte der FC Bayern mit Holger Badstuber einen ähnlichen Fall, bleibt zu hoffen, dass es bei Hiroki Ito anders ausgeht.
Diesmal hat der FC Bayern die Play-Offs umgangen und wird die Beine genüsslich hochlegen können, während Vereine wie Real Madrid, PSG, Dortmund oder Leverkusen durch die Knochenmühle eines Sechzehntelfinals gehen müssen. Die deutschen Vereine sind hier gesondert zu benennen, denn schon jetzt wissen wir, dass es mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit wieder zu einem deutschen Duell im Achtelfinale kommen wird.
Der FC Bayern wird in der nächsten Runde auf einen aus Atalanta Bergamo, Olympiacos Piräus, dem BVB oder Bayer Leverkusen treffen. Danach drohen Real Madrid oder Manchester City.
Am Freitag wird der Pfad sich lichten, der Turnierbaum entsponnen. Sicher ist nur das Heimspielrecht der Bayern in den jeweiligen Rückspielen der Knockout-Phase. Oft war das in der jüngeren Vergangenheit für den FC Bayern eher Fluch als Segen, da allerdings meist gepaart mit der glücklicherweise gekippten Auswärtstor-Regel.
In der Verfassung jetzt wird der FC Bayern die Königsklasse nicht gewinnen können, dafür wirkt das Team zu überspielt, die ausbleibenden Spiele im Februar kommen für die Mannschaft daher gerade recht, um im März und April voll angreifen zu können.








































