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·28. Juli 2026

Playoffs wären auch etwas für die Männer-Bundesliga

Artikelbild:Playoffs wären auch etwas für die Männer-Bundesliga

Als am Montag die genauen Ansetzungen für die ersten 5 Spieltage der Frauen-Bundesliga veröffentlicht wurden, habe ich zunächst gedacht: Scheiße. Freitagabend für das Eröffnungsspiel war klar. Montagabend und Sonntagabend sind für die nächsten Heimspiele aber wirklich bescheidene Termine. Union schrieb dazu bei Insta: „Könnte besser sein.“

Aber wenn wir mal die Wut, Empörung oder Enttäuschung darüber weglassen (wer das mag, wird bei der Berliner Zeitung fündig) und uns die Frage stellen: Wie könnte es denn besser sein? Was wäre unsere Antwort darauf?


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Denn natürlich möchte ich, dass Union immer Samstagnachmittag oder Sonntagnachmittag spielt. Aber das würde bedeuten, dass andere Teams die schlechten Anstoßzeiten bekommen. Grüße an den FC Bayern, dessen Fans gleich 2 Montagsspiele für den Saisonanfang erhalten haben. Deshalb wollen sie das Montags-Auswärtsspiel in Leverkusen boykottieren.

Der aktuelle TV-Vertrag des DFB ist das Übel

Die Ursache ist also nicht die Terminierung der einzelnen Spieltage, sondern die prinzipiell katastrophalen Anstoßzeiten und die Zerstückelung des Spieltags auf 7 verschiedene Anstoßzeiten an vier Tagen. Das wird auch bei den Clubs größtenteils so gesehen. Nicht nur aus diesem Grund möchte man sich als Liga vom DFB trennen. Der eigene Ligaverband FBL wurde gegründet und er soll ab 2027 die Organisation der Liga übernehmen. Soweit die Vereinbarung auf einen Grundlagenvertrag. All das muss noch von einem außerordentlichen DFB-Bundestag bestätigt werden. Ihr könnt das zum Beispiel bei der Sportschau nachlesen.

Das bedeutet für uns, dass wir gerne in dieser Saison noch „Scheiß DFB!“ rufen und über die Terminierungen schimpfen können, aber die Messen dafür bereits gesungen sind. Wichtig ist, was ab 2027 passieren wird. Denn die TV-Rechte (und die dort den Sendern/Streamern angebotenen Anstoßzeiten sind für uns Fans relevant) werden in diesem Herbst neu vergeben bzw. erst einmal ausgeschrieben.

Idee für neuen TV-Vertrag: Konferenz und Playoffs

In dem Zusammenhang ist dieser Ballon ganz interessant, der bei der Sportbild hochgelassen wurde. Demnach kann sich die FBL-Chefin Katharina Kiel nämlich vorstellen, den Wettbewerb nicht nach der Ligatabelle nach Hin- und Rückspiel abzuschließen, sondern Playoffs um Titel und Champions-League-Plätze einzuführen. Dazu wären auch Abstiegsrunde mit zusätzlicher Relegation möglich.

Zusätzlich möchte man die verschiedenen Anstoßzeiten auflösen und nur noch ein Topspiel am Freitagabend und eins am Samstagnachmittag haben. Alle anderen sollen am Sonntag in einer Konferenz stattfinden. Das würde dem Rechnung tragen, was verschiedene Clubs wollen (auch Union-Präsident Dirk Zingler hatte den Wunsch nach besseren Anstoßzeiten geäußert, Tagesspiegel): eine Ankerspielzeit, die mit der Liga verknüpft sein soll und die dem Publikum entgegenkommt, das beim Frauenfußball familiärer als beim Männerfußball ist.

Artikelbild:Playoffs wären auch etwas für die Männer-Bundesliga

Sollte der neue TV-Vertrag so abgeschlossen werden, wie sich die FBL das vorstellt, könnte dieses Banner vom Dezember 2025 wieder eingemottet werden, Foto: Matthias Koch

Playoffs könnten auch Problem in der Männer-Bundesliga lösen

Ich finde den Ansatz mit den Anstoßzeiten sehr gut und bin selbst darüber erstaunt, wie gut ich die Playoff-Variante für Meisterschaft und Champions League finde. Vor über 20 Jahren habe ich noch die Augenbraue über die Schweizer Variante gehoben, weil mir der Ligamodus so viel gerechter vorkam. Aber angesichts der Tatsache, dass die Spitzenplätze im deutschen Fußball (da müssen wir keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern machen) zementiert sind, ist das eine Möglichkeit, die Chancen auf FC-Bayern-Meisterabos zu verringern. Also wieso diese Option nicht auch für die Männer mitdenken?

Mir muss niemand damit kommen, dass der Ligamodus Tradition hätte. Die Modi für Meisterschaften wurden so oft geändert, dass das wirklich egal ist. Wichtig ist, dass es eine sportliche Entscheidung bleibt und es spannend ist. Und wenn man nicht an die Einnahmesituation gehen möchte, wäre aus meiner Perspektive die logische andere Variante, den Wettbewerbsmodus zu verändern.

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