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·22. Juli 2026
Podiums-Eklat um Trump & Infantino beim WM-Finale

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·22. Juli 2026

Für ein paar Sekunden gehörte die Bühne im MetLife Stadium nicht den Weltmeistern. Sie gehörte einem Mann, der an diesem Abend nichts gewonnen hatte. Donald Trump blieb nach der Pokalübergabe im Bild stehen – und Gianni Infantino lief quer über die Rampe, um ihn herauszuholen. Vergeblich.
Schon der Weg zur Zeremonie war begleitet von deutlichen Pfiffen, als der US-Präsident und der FIFA-Boss über den Rasen schritten. Gemeinsam überreichten sie Kapitän Rodri die Trophäe, wechselten ein paar Worte. So weit protokollarisch. Doch als Rodri den Pokal in die Höhe stemmte, stand Trump noch immer da – mitten im Moment, der üblicherweise allein den Spielern gehört. Die Spanier feierten unbeirrt weiter. Infantino versuchte, die Situation aufzulösen, ging schließlich lachend auf Trump zu und verließ mit ihm die Bühne.
Wer die Szene für ein Versehen hält, hat das Vorspiel verpasst. Schon beim Finale der Klub-WM 2025 – ebenfalls im MetLife Stadium – war Trump nach der Pokalübergabe zwischen den Chelsea-Profis stehen geblieben und hatte die Spieler sichtbar irritiert. Dasselbe Stadion, dasselbe Muster, ein Jahr später. Man kann das als spontane Freude am Rampenlicht deuten. Man kann es auch als das erkennen, was es ist: eine Methode.
Und hier liegt der eigentliche Punkt, der über eine unbequeme Sekunde hinausreicht. Die Nähe zwischen Weltverband und Präsident ist kein Zufallsprodukt des Finalabends. Infantino war in den Monaten zuvor wieder und wieder Gast im Oval Office, die FIFA eröffnete ein Büro im Trump Tower, beim Auslosungstermin gab es sogar einen eigens geschaffenen „Friedenspreis“ für den Präsidenten. Wer eine solche Umarmung über Monate pflegt, darf sich über ein Siegerfoto mit Präsident nicht wundern. Er hat es bestellt.
Fairerweise: Dass ein Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes bei einem Finale im eigenen Land auf dem Podium steht, ist für sich genommen nicht ungewöhnlich. Trump hat die US-Bewerbung von Anfang an zu seiner Sache gemacht. Die Frage ist nicht, ob er anwesend sein durfte. Die Frage ist, warum die FIFA eine Grenze verwischen ließ, die den Spielern gehört.
Die Pfiffe von den Rängen waren das eine. Die Einordnung aus der Branche das andere. Bei MagentaTV wollte Experte Thomas Müller dem Präsidenten bewusst keine weitere Plattform geben: „Das macht er selber schon genug“, sagte der frühere Bayern-Profi, der inzwischen in Vancouver spielt. Ein trockener Satz, der die Debatte auf den Punkt brachte – ohne sie zu befeuern.
Bleibt der Ausblick. Die Turniere 2030 und 2034 sind vergeben, die nächste WM in den USA wäre frühestens 2038 denkbar. Bis dahin muss Trump das Amt längst verlassen haben. Der Präsident hat sich an diesem Abend ins letzte Bild eines Turniers gedrängt, das ohne sein Zutun gelaufen wäre – und die FIFA hat ihm den Rahmen dafür gehalten. Wer die Bühne mit der Politik teilt, sollte sich nicht beschweren, wenn die Politik nicht mehr abtreten will.







































