RB Leipzig
·19. August 2026
Pokalcoup, Abbruch, Heimspiel-Odyssee: Der Zauber der 1. Runde

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·19. August 2026

Großer Favorit gegen Außenseiter, 90 Minuten Fußball – und am Ende zieht einer weiter. So einfach könnte die 1. Runde des DFB-Pokals sein. Könnte.
Denn unsere bisherigen Auftaktspiele liefern Geschichten, die wohl kein Drehbuch besser hätte schreiben können: ein sensationeller Dreierpack gegen einen Bundesligisten, ein Spielabbruch in Osnabrück und eine Auswärtspartie, die nach einer kuriosen Odyssee plötzlich in der Red Bull Arena stattfindet.
Drei Spiele, drei außergewöhnliche Geschichten – und jede Menge Pokalwahnsinn.
Es ist einer dieser Abende in der Red Bull Arena, an denen der Pokal seinem Ruf alle Ehre macht. Sommer 2011, erste Runde – und unser Debüt in diesem besonderen Wettbewerb.
Auf der einen Seite: RB Leipzig, Regionalligist, damals noch ein junger Club und im deutschen Fußball längst nicht dort angekommen, wo er heute steht. Auf der anderen: der VfL Wolfsburg, Bundesligist – angeführt von Kapitän Marcel Schäfer. Die Rollen sind verteilt. Eigentlich.
Doch schon in der ersten Hälfte nimmt dieser Abend eine Richtung, mit der wohl kaum jemand gerechnet hat. Daniel Frahn trifft gleich dreimal und bringt die Red Bull Arena zum Beben. Sein Treffer zum 3:2 kurz vor der Pause ist tatsächlich schon der Endstand.
Der große Favorit ist raus, RBL eine Runde weiter. Ein echter Pokalcoup – und der perfekte Einstand in diesem Wettbewerb.

Vier Jahre später führt der Weg zum Drittligisten nach Osnabrück. Wieder entwickelt sich ein intensiver Pokalabend. Diesmal nimmt die Partie allerdings eine Wendung, mit der niemand gerechnet hat. In der 71. Minute ist plötzlich Schluss.
Beim Stand von 1:0 für die Gastgeber wird Schiedsrichter Martin Petersen von einem Feuerzeug am Kopf getroffen, das aus dem Osnabrücker Zuschauerblock auf das Spielfeld fliegt. Der Unparteiische geht in die Kabine, auch beide Mannschaften verlassen den Rasen.
Kurz darauf steht fest: Die Partie wird abgebrochen.
Die Entscheidung fällt damit nicht mehr auf dem Platz. Das DFB-Sportgericht wertet das Erstrundenspiel anschließend mit 2:0 für RB Leipzig.
Keine Jubelszenen nach dem Abpfiff, kein später Siegtreffer. Der Gewinner dieses Pokalabends wird am grünen Tisch ermittelt.

Manchmal braucht es im DFB-Pokal nicht einmal einen dramatischen Spielverlauf, damit eine Begegnung unvergessen bleibt.
2022 heißt unser Gegner in der 1. Runde Teutonia 05 Ottensen. Eigentlich reisen die Roten Bullen zum Regionalligisten. Doch dessen heimische Spielstätte kommt für den DFB-Pokal nicht infrage – und damit beginnt eine bemerkenswerte Suche nach einem Austragungsort.
Zunächst bietet sich das Millerntor des FC St. Pauli an. Der Club stimmt einer Austragung dort jedoch nicht zu. Schließlich scheint mit dem Paul-Greifzu-Stadion in Dessau eine Lösung gefunden.
Doch wenige Tage vor der Partie folgt die nächste Wendung: Der Rasen wird beschädigt und ist für das Spiel nicht mehr nutzbar.
Der DFB genehmigt daraufhin ausnahmsweise einen Tausch des Heimrechts. Und so führt die lange Reise nach einem geeigneten Stadion ausgerechnet dorthin, wo sie niemand erwartet hätte: zurück nach Leipzig.
Die Roten Bullen lassen sich vom ganzen Hin und Her nicht beeindrucken und gewinnen als amtierender Pokalsieger mit 8:0 in der Red Bull Arena.

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