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·19. Juni 2026
Polats Prognose: Orkun Kökcü – Qualität erzeugt quicklebendige Qual der Wahl

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·19. Juni 2026

Die WM läuft und für die Türkei steht bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in der Gruppe D gegen Paraguay das zweite und äußerst kritische Spiel im kalifornischen San Jose an. Die türkische Auswahl ist mit großen Hoffnungen und Erwartungen angereist, spricht doch jeder von der neuen Goldenen Generation nach der legendären „Milli Takim“ von 2002, die beim letzten WM-Auftritt der Türkei in Japan und Südkorea sensationell den dritten Platz belegte. Seither wartete das fußballverrückte Land vom Marmarameer bis zum Schwarzen Meer und Mittelmeer 24 lange Jahre auf die erneute Teilnahme an der Endrunde. In den USA, Kanada und Mexiko möchte das Team von Trainer Vincenzo Montella wie schon bei der EURO 2024 einen starken Eindruck hinterlassen und mit einer guten Leistung und Platzierung glänzen. Der Auftakt gegen Australien verlief jedoch wenig rühmlich und am Ende musste sich das türkische Team mit 0:2 geschlagen geben.
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Der Kader ist gespickt mit großen Talenten und Akteuren mit ungeheurem Potenzial. Darunter Kapitän Hakan Calhanoglu, Arda Güler, Kenan Yildiz, Orkun Kökcü, Baris Alper Yilmaz, Ugurcan Cakir, Kerem Aktürkoglu oder Yunus Akgün. Zudem gibt es mit Spielern wie Can Uzun und Deniz Gül Profis in der Mannschaft, die zur Überraschung des Turniers für die Türkei werden könnten. Daher erhoffen sich die türkischen Fußballfans viel von diesen Akteuren, von denen sich GazeteFutbol-Chefredakteur Anil P. Polat diverse vor und während der WM-Start ansehen wird. Dabei werden Stärken und Schwächen der Spieler hervorgehoben. Heute geht es um ein „echtes Luxusproblem“ im Kader: Orkun Kökcü, dessen möglicher Einsatz oder Verbannung auf die Bank die Geister scheidet und die Gemüter erhitzt.
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Der im niederländischen Haarlem geborene Profi hat eine echte Debatte rund ums türkische Mittelfeld ausgelöst und spaltet die Lager in zwei Teile. Viele würden den 25-Jährigen statt Ismail Yüksek gerne neben Kapitän Hakan Calhanoglu als zweiten ballsicheren Spielmacher auf dem Platz sehen. Andere bemängeln indes, dass das Zentrum durch Kökcü ohne Yükseks Energie, Defensivstärke, Pressing und Balleroberungen zu „weich“ werden würde. Doch was bringt Kökcü wirklich aufs Spielfeld? Nach einem holprigen und durchwachsenen Saisonstart infolge seines Wechsels von Benfica Lissabon nach Istanbul avancierte der 51-malige Nationalspieler zum absoluten Führungsspieler von Besiktas.
In 41 Pflichtspielen für die „Schwarzen Adler“ verzeichnete Kökcü zehn Tore und zehn Assists. Damit bewies der Mittelfeld-Maestro, dass er sowohl als Torschütze, Vorbereiter, Spielgestalter und Passgeber enorm wichtig sein kann. Darüber hinaus glänzt Kökcü durch seine Ruhe, Ballsicherheit, Übersicht sowie seine starken Diagonalpässe und langen Bälle. Seine Schuss- und Freistoßstärke, aber auch seine Qualität bei ruhenden Bällen wie Ecken und langen Standards sind Fähigkeiten, die dem türkischen Spiel mehr Optionen und Variationen auf dem Feld bieten. Zugleich hat er schon in jungen Jahren als Kapitän von Feyenoord Rotterdam sein Team angeführt, zur niederländischen Meisterschaft geführt und wurde zum Spieler der Saison 2022/23 in der Eredivisie gewählt. Nach seiner Zeit in Portugal wechselte er zu Besiktas und übernahm auch sofort die Spielerführerbinde und somit viel Verantwortung. Das macht Kökcü zu einem der wenigen international extrem erfahrenen „Leitwölfe“ im Team, der mit seinen gefährlichen Distanzschüssen auch aus dem Spiel heraus für Überraschungen sorgen kann.
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Wie schon angedeutet, bemängelt Trainer Vincenzo Montella die Defensivarbeit und Laufbereitschaft von Kökcü und setzt oftmals lieber auf Ismail Yüksek neben Calhanoglu. Einerseits zur Absicherung, andererseits, weil dieser eine hohe Energie und Aggressivität ins Mittelfeldzentrum bringt, die Kökcü fehlen. Die Defensivstabilität leidet gelegentlich, wenn das Mittelfeld neben Arda Güler und Calhanoglu mit Kökcü besetzt wird. Angekreidet wird Kökcü auch, von einigen Ausnahmen abgesehen, dass er im Nationalteam noch nicht seine ideale Rolle gefunden hat und daher oftmals sein Potenzial nicht abrufen kann. Die Leistungen seien zu häufig eher durchschnittlich.
Auch die Kondition reicht nicht immer für die vollen 90 Minuten. Immer wieder sieht man, dass Kökcü bei intensiven Spielen nach den ersten 45 bis 60 Minuten spürbar abbaut. Hier in den finalen 30 Minuten als Joker eingesetzt zu werden, um das türkische Spiel neu zu beleben, erscheint als zweite Option ebenfalls sinnvoll und nicht undurchdacht. Wenn es negativ läuft, neigt Kökcü überdies dazu, zu überdrehen und übermotiviert in die Zweikämpfe zu gehen sowie viel mit dem Schiedsrichter zu diskutieren, was Karten und andere Probleme wie eine aufgeheizte, unkonzentrierte Stimmung erzeugen kann. Allerdings gehört er zu den formstärksten Akteuren im Kader der Türken, was eine Entscheidung pro oder contra Kökcü in der Startelf zweifellos zum angesprochenen „Luxusproblem“ und zur „Qual der Wahl“ von Teamchef Montella macht.







































