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·18. Juni 2026
Polats WM-Prognose: Kerem Aktürkoglu – Allround-Alternative im Angriff oder Offensiv-Opfer aus Mangel an Optionen?

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·18. Juni 2026

Die WM läuft und für die Türkei steht bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in der Gruppe D gegen Paraguay das zweite und äußerst kritische Spiel im kalifornischen San Jose an. Die türkische Auswahl ist mit großen Hoffnungen und Erwartungen angereist, spricht doch jeder von der neuen Goldenen Generation nach der legendären „Milli Takim“ von 2002, die beim letzten WM-Auftritt der Türkei in Japan und Südkorea sensationell den dritten Platz belegte. Seither wartete das fußballverrückte Land vom Marmarameer bis zum Schwarzen Meer und Mittelmeer 24 lange Jahre auf die erneute Teilnahme an der Endrunde. In den USA, Kanada und Mexiko möchte das Team von Trainer Vincenzo Montella wie schon bei der EURO 2024 einen starken Eindruck hinterlassen und mit einer guten Leistung und Platzierung glänzen. Der Auftakt gegen Australien verlief jedoch wenig rühmlich und am Ende musste sich das türkische Team mit 0:2 geschlagen geben.
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Der Kader ist gespickt mit großen Talenten und Akteuren mit ungeheurem Potenzial. Darunter Kapitän Hakan Calhanoglu, Arda Güler, Kenan Yildiz, Orkun Kökcü, Baris Alper Yilmaz, Ugurcan Cakir, Kerem Aktürkoglu oder Yunus Akgün. Zudem gibt es mit Spielern wie Can Uzun und Deniz Gül Profis in der Mannschaft, die zur Überraschung des Turniers für die Türkei werden könnten. Daher erhoffen sich die türkischen Fußballfans viel von diesen Akteuren, von denen sich GazeteFutbol-Chefredakteur Anil P. Polat diverse vor und während der WM-Start ansehen wird. Dabei werden Stärken und Schwächen der Spieler hervorgehoben. Heute geht es um den viel diskutierten Offensivakteur Kerem Aktürkoglu, der mit seiner Leistung unfreiwillig auch im Duell mit Australien für viel Gesprächsstoff sorgte.
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Aktürkoglu ist ein klassischer Außenbahnstürmer. Auf dem linken Flügel ist der flinke 1,72-Meter-Mann zweifellos am effektivsten. Seine Dribbelstärke auf engstem Raum sowie seine Übersicht als Vorbereiter sorgen von der Seitenauslinie aus für permanente Gefahr rund um den gegnerischen Strafraum. Teils notgedrungen und aus Mangel an „Topclass“-Mittelstürmer-Lösungen, wird Aktürkoglu häufig von Trainer Montella in der Sturmspitze eingesetzt. Seine Hauptstärken sind dabei seine Spritzigkeit, sein Tempo und seine Abschlussqualitäten im Konterspiel sowie dann, wenn sich freie Räume bieten. Diese „Skills“ hat Aktürkoglu, was viele immer wieder vergessen, schon des Öfteren gezeigt. In 53 Länderspielen kommt der 27-Jährige auf 15 Länderspieltore und gehört zu den erfolgreichsten Torschützen der türkischen Nationalmannschaftsgeschichte. Doch diese Stärken kommen nur konkret zum Einsatz, wenn die Spielsituation und das gegnerische Spielverständnis darauf ausgerichtet sind. Wie deutlich das ausfallen kann, sah man im Australien-Spiel.
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Wie der WM-Auftakt gegen die „Socceroos“ zeigte, mangelt es Aktürkoglu, um die Rolle in der Sturmspitze oder sei es als „falsche Neun“ einzunehmen, an der physischen Robustheit und der nötigen Kopfballstärke, wenn der Gegner tief steht und mit hochgewachsenen Verteidigern mit starker Physis verteidigt. Aktürkoglu bekam so gut wie keinen Ball. Gerade die vielen hohen Flanken in den Sechzehner auf Aktürkoglu waren alles verschwendete Aktionen, die den Frust der türkischen Fußballfans mit jedem Versuch unermesslich anwachsen ließen. Aber auch mit dem Rücken zum Tor sah der Fenerbahce-Profi bei flachen Anspielen kein Land gegen seine aggressiven Gegenspieler, die extrem früh und rabiat störten und rigoros verhinderten, dass Aktürkoglu sich mit dem Gesicht zum Tor drehen oder als An- und Abspielstation für seine Mitspieler dienen konnte.
Dieses Szenario könnte auch gegen Paraguay auf den Angreifer warten, da die Südamerikaner ähnlich stark und diszipliniert in der Abwehr wie Australien agieren können. Der einzige Vorteil, auf den Trainer Montella hoffen dürfte, sofern er tatsächlich wieder mit Aktürkoglu im Angriff startet, ist, dass auch Paraguay punkten muss und sich daher, sollte es lange Remis stehen, öffnen könnte und mit zunehmender Spieldauer offensiver auftritt. Das wiederum würde die besagten Räume bieten, die dann Aktürkoglus beschriebenen Qualitäten bei Gegenstößen zugutekommen könnten.







































