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·20. Juni 2026

Pressestimmen Türkei – Paraguay: WM 2026 Aus und eine historische Rote Karte

Artikelbild:Pressestimmen Türkei – Paraguay: WM 2026 Aus und eine historische Rote Karte

Die türkische Nationalmannschaft hat bei der WM 2026 den nächsten Rückschlag erlitten und ist nach der 0:1-Niederlage gegen Paraguay bereits vor dem letzten Gruppenspiel ausgeschieden. Während türkische Medien vor allem das sportliche Scheitern und den wachsenden Druck auf Trainer Vincenzo Montella thematisieren, rückten internationale Beobachter insbesondere einen historischen Regelvorfall in den Mittelpunkt. In Gruppe D liegt die Türkei nun mit 0 Punkten hinter USA, Australien und Paraguay.

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Santa Clara, Kalifornien, USA, 19. Juni 2026: Matías Galarza (23) aus Paraguay jubelt mit seinen Teamkollegen über den ersten Treffer seiner Mannschaft im WM-Gruppenspiel der Gruppe D gegen die Türkei im San Francisco Bay Area Stadium. (Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)


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Türkei im Kreuzfeuer der Kritik

Die deutsche Bild-Zeitung sieht die Niederlage als weiteren Rückschlag für Montella. Bereits vor dem Spiel stand der Nationaltrainer in der Kritik, das 0:1 gegen Paraguay dürfte die Diskussionen nun weiter verschärfen. Die sportliche Bilanz ist ernüchternd: Nach zwei Spielen steht die Türkei punktlos am Tabellenende der Gruppe D.

Noch deutlicher fiel die Reaktion in den türkischen Medien aus. Hürriyet verabschiedete die Nationalmannschaft praktisch bereits aus dem Turnier und titelte unmissverständlich: „Wir verabschieden uns von der WM.“ Im Fokus stand dabei weniger die Rote Karte gegen Paraguay als vielmehr die Tatsache, dass die Türkei trotz einer kompletten Halbzeit in Überzahl keinen Treffer erzielen konnte.

Internationale Medien loben Paraguays Widerstand

Der Guardian hob hervor, dass die Türkei zwar große Teile des Spiels kontrollierte, aus ihrem Ballbesitz und den zahlreichen Angriffen jedoch keinen Nutzen ziehen konnte. Besonders bemerkenswert sei gewesen, dass Paraguay den Vorsprung trotz Unterzahl über die gesamte zweite Halbzeit verteidigte.

Ähnlich fiel die Einschätzung der Times aus. Dort wurde vor allem die mangelnde Chancenverwertung der Türkei kritisiert. Die Mannschaft habe trotz numerischer Überlegenheit keinen Weg gefunden, Paraguays Abwehr ernsthaft zu überwinden und damit einen möglichen Punktgewinn verspielt.

Entsprechend respektvoll wurde international auch die Defensivleistung Paraguays bewertet. Das Team von Gustavo Alfaro verteidigte die frühe Führung von Matías Galarza über fast die gesamte Spielzeit und hielt dem türkischen Druck bis zum Schlusspfiff stand.

Historische Almirón-Rote Karte sorgt für Diskussionen

Während das sportliche Scheitern der Türkei in den türkischen Medien dominierte, konzentrierte sich ein großer Teil der internationalen Berichterstattung auf die Rote Karte gegen Miguel Almirón.

Reuters bezeichnete den Platzverweis als den eigentlichen Aufreger des Spiels. Der Paraguayer hatte kurz vor der Halbzeit während einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür seine Hand vor den Mund gehalten und wurde nach VAR-Intervention von Schiedsrichter Ivan Barton des Feldes verwiesen.

Nach Darstellung türkischer Medien handelte es sich um die erste Anwendung einer neuen FIFA-Regel bei dieser Weltmeisterschaft. Diese sieht harte Strafen für Spieler vor, die ihren Mund verdecken, um mögliche beleidigende oder diskriminierende Äußerungen zu verschleiern.

Hürriyet sprach von einem historischen Moment und betonte mehrfach, dass die neue Regel erstmals in einem Spiel der türkischen Nationalmannschaft angewendet worden sei.

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Die Anzeigetafel vermeldet eine Zuschauerzahl von 68.827 beim ausverkauften WM-2026-Gruppenspiel zwischen der Türkei und Paraguay am 19. Juni 2026 im San Francisco Bay Area Stadium in Santa Clara. (Dean Mouhtaropoulos / Getty Images)

Social Media zwischen Spott und Regeldiskussion

Auch in den sozialen Netzwerken standen zwei Themen klar im Vordergrund: die schwache türkische Chancenverwertung und die Almirón-Rote Karte.

Im Post-Match-Thread auf Reddit kritisierten zahlreiche Nutzer die türkische Offensive. Besonders häufig wurde bemängelt, dass die Mannschaft selbst mit einem Mann mehr kaum Torgefahr entwickelt habe.

Parallel entwickelte sich eine intensive Debatte über die neue FIFA-Regel. Viele Nutzer diskutierten weniger die Berechtigung der Roten Karte als vielmehr die grundsätzliche Frage, ob das Verdecken des Mundes künftig konsequent bestraft werden sollte.

Fazit zum frühen WM-Aus der Türkei

Der internationale Tenor fällt überwiegend kritisch gegenüber der Türkei aus. Die Mannschaft verlor nicht nur gegen Paraguay, sondern konnte auch eine komplette Halbzeit in Überzahl nicht nutzen. Während türkische Medien vor allem das vorzeitige WM-Aus und die Verantwortung Montellas diskutieren, rückten internationale Beobachter die historische Rote Karte gegen Miguel Almirón in den Vordergrund. Beide Themen zusammen prägen die Nachbetrachtung eines Spiels, das für die Türkei sportlich und symbolisch zu einem Tiefpunkt dieser Weltmeisterschaft geworden ist.

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