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Matti Peters·29. November 2025

Profidebüt vor 17 Jahren: Dieser Angreifer rennt immer noch allen davon

Artikelbild:Profidebüt vor 17 Jahren: Dieser Angreifer rennt immer noch allen davon

"Ich hoffe, er kann noch zehn Jahre spielen, denn er ist ein wahrhaft großartiger Champion", sagte sein Coach Roberto De Zerbi nach der jüngsten Galavorstellung seines Stürmers. Eine Aussage, die man von einem Trainer über sein größtes Juwel im Verein erwarten würde. Oder etwa über einen Leistungsträger, der sich gerade auf höchstmöglichen Leistungsniveau befindet. 

Der Italiener begann die Lobeshymne aber mit einem entscheidenden Vorsatz: "Sein einziger Makel ist sein Alter von 36 Jahren." Die Rede ist von Pierre-Emerick Aubameyang. Der Angreifer war gefühlt schon mehrfach über seinen Zenit hinaus und doch zeigt nach seiner Rückkehr zu Olympique Marseille aktuell wieder Leistungen, die an den Stürmer erinnern, der über Jahre zu den besten Torjägern der Welt gehörte. In der Ligue und auch in der Champions League.


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Wettbewerbsübergreifend sammelte Auba für OM in dieser Saison 16 Scorer in 16 Spielen. Trotz des gehobenen Fußballeralters hat er nichts an Explosivität, Schnelligkeit und Treffsicherheit verloren. Er ist auch einer der Gründe, warum Marseille dem großen Rivalen PSG dicht auf den Fersen ist und das Starensemble aus Paris sogar offensiv überstrahlt. Mit 33 Buden (PSG steht bei 27 Toren) bilden Aubameyang und Co. den erfolgreichsten Angriff der Ligue 1

Auch in der Königsklasse bestätigte der ehemalige Borusse seine hervorragende Form mit drei Toren und drei Vorlagen. Im Duell mit Newcastle United drehte er die Partie beinahe im Alleingang zu einem 2:1-Sieg gegen die formstarken Engländer. Auch weil er den zum Teil deutlich jüngeren Abwehrspielern regelmäßig im Laufduell entwischte oder im Strafraum den entscheidenden Schritt schnell war. 

Im Sommer 2024 sah das noch ganz anders aus. Da gab es, wie schon häufiger in seiner Karriere, bereits den Abgesang, als er Marseille Richtung Saudi Professional League verließ.

Der pfeilschnelle Angreife, der im August 2008 sein Profidebüt feierte, galt schon öfter als "finished". Als es bei Arsenal 2021 nicht mehr lief, ihm die Kapitänsbinde abgenommen wurde und er Richtung Barcelona vom Hof gejagt wurde.

Dort taute er die nach Lionel Messis Abschied schockgefrorenen Blaugrana wieder auf. Speziell sein Doppelpack im Estadio Santiago Bernabéu beim furiosen 4:0-Sieg im Clásico ist in Erinnerung geblieben. Damals hatte er eine Message für alle, die ihn bereits abgeschrieben hatten. 

Angesichts der wirklich positiven Rückrunde bei den Katalanen (elf Tore in 18 Spielen), kam der erneute Wechsel im Sommer 2022 durchaus überraschend. Erst recht, weil es zu Chelsea ging. 

"Der Wechsel war ein verdammt großer Fehler", sagte der Routinier kürzlich offen in einem Livestream mit Content-Creator Troopz. Aubameyang erklärte, dass er gerade eine sehr beunruhigende Zeit bei Barcelona hinter sich hatte, wo er und seine Familie Opfer eines gewaltsamen Einbruchs geworden waren. Die Angreifer schlugen den gabunischen Nationalspieler, brachen ihm den Kiefer und hinterließen bleibende psychische Narben. Zudem war es ein Zeitpunkt, zu dem der FC Barcelona einen Spieler verkaufen musste.

"Die einzige Option war Chelsea, also sagte ich meiner Familie, dass ich einverstanden sei – auch wenn es Chelsea war", so der 36-Jährige. Bei Chelsea hoffte der Stürmer auf ein Wiedersehen mit Thomas Tuchel, seinem früheren BVB-Trainer. Doch der wurde kurz nach der Verpflichtung entlassen. Es folgten schwierige Monate und nur drei Tore in 21 Einsätzen für die Blues. Natürlich war er an diesem Punkt für viele Experten mal wieder "finished".

27 Tore in Ligue 1 und Europa League sprachen da aber eine andere Sprache. Es folgte besagter Wechsel nach Saudi Arabien, wo er es ebenfalls nur eine Saison aushielt, ehe es wieder zurück zu Olympique Marseille ging. Beim 5:1 gegen Nizza am vergangenen Wochenende traf Auba natürlich auch wieder. Es war sein insgesamt 400. Karrieretor. Als erster Afrikaner überhaupt konnte er diese Marke knacken. 

Diese monströse Zahl überrascht keineswegs, wenn man sich die Quoten bei seinen einzelnen Stationen vor Augen führt. Wo er auch kickte, hagelte es Tore. 

Artikelbild:Profidebüt vor 17 Jahren: Dieser Angreifer rennt immer noch allen davon

Und das auch im dritten Spätherbst seiner Karriere, wie die jüngste Wiederauferstehung beim französischen Topklub eindrucksvoll zeigt. Für Aubameyang ist das Alter scheinbar nur eine Zahl und ganz sicher kein Makel. Vielleicht erfüllt er seinem Klubtrainer ja den Wunsch und zockt tatsächlich noch weitere zehn Jahre. Wer mit 36 Lenzen noch immer allen davon rennt, dem ist auch dieses Hirngespinst zuzutrauen.


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