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·25. September 2026
„Prozess des Jahrhunderts“: Manchester City in 114 Anklagepunkten schuldig

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Manchester City steht im Verfahren um mutmaßliche Verstöße gegen die Finanzregeln offenbar massiv unter Druck. Medien zufolge wurde der englische Vizemeister in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Über mögliche Sanktionen ist allerdings noch nicht entschieden.

MANCHESTER, ENGLAND – 20. September 2026: Erling Haaland von Manchester City während des Premier-League-Spiels gegen Sunderland im Etihad Stadium. (Foto: Carl Recine/Getty Images)
Für den Klub könnten die Konsequenzen gravierend sein. Neben einem hohen Punktabzug stehen auch ein Ausschluss aus der Premier League, ein Zwangsabstieg oder Forderungen nach aberkannten Titeln im Raum.
Im von britischen Medien als „Fußball-Prozess des Jahrhunderts“ bezeichneten Verfahren zieht sich die Schlinge um Manchester City nach Berichten von The Athletic und der BBC weiter zu. The Athletic meldet, eine unabhängige Kommission habe den Klub in 114 der insgesamt 115 Anklagepunkte für schuldig befunden. Die BBC berichtet ebenfalls, City sei in einem „Großteil“ der Vorwürfe schuldig gesprochen worden.

MANCHESTER, ENGLAND – 20. September 2026: Außenansicht des Etihad Stadium vor dem Premier-League-Spiel zwischen Manchester City und Sunderland. (Foto: Carl Recine/Getty Images)
Eine Entscheidung über das Strafmaß steht nach diesen Informationen jedoch noch aus. City verwies in einer ersten Stellungnahme auf das noch laufende Verfahren der Premier League. „Wesentliche Teile müssen noch abgeschlossen werden“, erklärte der Verein. Der Klub hatte die Vorwürfe zuvor vollständig zurückgewiesen. Sollte es beim Schuldspruch bleiben, will Manchester City laut The Athletic Berufung einlegen.
Die Ermittlungen der Premier League laufen seit 2023, nachdem die Liga bereits vor sechs Jahren eigene Untersuchungen aufgenommen hatte. Dem Verein werden 80 Verstöße gegen Finanzvorschriften aus dem Zeitraum von 2009 bis 2018 zur Last gelegt. Hinzu kommen 35 weitere Punkte, die sich auf eine mutmaßlich unzureichende Kooperation mit den Ermittlern der Premier League beziehen.
Im Mittelpunkt steht das Geschäftsgebaren der Besitzer aus Abu Dhabi, die Manchester City im Jahr 2008 übernommen hatten. Nach den Vorwürfen sollen Sponsoringerlöse der staatlich kontrollierten Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sowie des Telekommunikationsunternehmens Etisalat künstlich erhöht worden sein. Direkte Investitionen der Abu Dhabi United Group könnten demnach als reguläre Einnahmen ausgewiesen worden sein.

PARMA, ITALIEN – 22. August 2026: Leonardo Bonucci und Roberto Mancini besuchen das Serie-A-Spiel zwischen Parma Calcio und Cagliari Calcio im Stadio Ennio Tardini. (Foto: Luca Amedeo Bizzarri/Getty Images)
Als Belege gelten unter anderem E-Mails, die angeblich zwischen führenden City-Verantwortlichen ausgetauscht wurden. Weitere Unterlagen sollen auf nicht offiziell verbuchte Zahlungen an den damaligen City-Trainer Roberto Mancini hindeuten. Diese Gelder seien demnach als Beraterhonorare eines Klubs aus Abu Dhabi verschleiert worden.
Ähnliche Anschuldigungen hatten bereits die UEFA beschäftigt. Der europäische Verband schloss Manchester City 2020 zunächst für zwei Jahre vom Europapokal aus. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob dieses Urteil später auf und reduzierte die zunächst verhängte Geldstrafe von 25 auf acht Millionen Pfund.
Ein bestätigter Schuldspruch würde die außergewöhnliche Erfolgsphase des Klubs überschatten. Manchester City gewann in den vergangenen 15 Jahren acht Meisterschaften in der Premier League, vier FA Cups, sieben Ligapokale sowie einmal die Champions League.

MANCHESTER, ENGLAND – 20. September 2026: Ruben Dias von Manchester City im Tor während des Premier-League-Spiels gegen Sunderland im Etihad Stadium. (Foto: Carl Recine/Getty Images)
Welche Strafe die Kommission verhängen könnte, bleibt offen. Everton und Nottingham Forest hatten in der Saison 2023/24 für einzelne Verstöße gegen Finanzvorgaben bereits Punktabzüge erhalten. Im Fall von City könnten andere Vereine bei einem nachgewiesenen unlauteren Vorteil zudem auf aberkannte Titel und Schadenersatz klagen.
„Wir befinden uns auf unbekanntem Terrain“, schrieb die BBC am Freitag: „Die Disziplinarkommission verfügt über weitreichende Befugnisse. Würde Manchester City mit Punktabzügen belegt? Würde der Verein aus der Premier League ausgeschlossen? Würde eine hohe Geldstrafe verhängt? Wir wissen es schlichtweg nicht.“







































