FC Bayern München
·15. April 2026
PSG: Das ist der Halbfinalgegner des FC Bayern in der Champions League

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·15. April 2026

Der FC Bayern trifft im Halbfinale der Champions League auf den amtierenden Titelträger Paris Saint-Germain! Die Halbfinalpartien werden am 28. April in Paris und am 6. Mai in München ausgetragen. Der Gewinner dieses Kracherduells zieht ins Finale am 30. Mai 2026 in Budapest ein. fcbayern.com wirft vor dem Halbfinale einen Blick auf PSG und erklärt, was die Franzosen so stark macht.
Seitdem Katars Staatsfonds 2011 Paris Saint-Germain gekauft hat und PSG in der Folge in die Weltspitze vorstieß, gab es ausschließlich Kräftemessen mit dem FC Bayern auf allerhöchstem Niveau. Im September 2017 musste der deutsche Rekordmeister eine 0:3-Niederlage gegen Thiago Silva, Edinson Cavani & Co. im Prinzenpark einstecken, dafür siegte der FCB ab dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League im April 2021 (1:0) bis März 2023 dreimal in Folge gegen das Paris-Team um Neymar, Kylian Mbappé und Lionel Messi.
Dann änderten die PSG-Verantwortlichen die Marschrichtung und setzten weniger auf Starkult, sondern auf eine eingeschworene Gemeinschaft - die dennoch mit individueller Klasse bestach. Diese Entwicklung gipfelte im mit 5:0 gewonnenen Königsklassen-Finale 2025 gegen Inter Mailand - dem höchsten Endspielsieg in der Geschichte des Europapokals. Auf dem Weg zum lang ersehnten ersten Henkelpott der Vereinsgeschichte unterlag das Team von Trainer Luis Enrique in der Ligaphase jedoch dem FC Bayern noch mit 0:1 in der Allianz Arena. „Ich glaube, dass wir Bayern München sehr ähnlich sind. Beide Mannschaften wollen den Ball, beide pressen aggressiv. Die Statistiken sagen, dass wir sehr ähnlich sind“, so der PSG-Coach damals.
Auch im Sommer 2025 trafen die beiden europäischen Schwergewichte in einem Pflichtspiel aufeinander, im Viertelfinale der FIFA Klub-WM siegte PSG nach vier Niederlagen gegen die Bayern mit 2:0. Die Münchner schieden jedoch erhobenen Hauptes aus, da sie den amtierenden CL-Champion am Rande der Niederlage hatten. Dieses Vorhaben setzte die Kompany-Elf dann in der Ligaphase der laufenden Königsklassen-Saison um, als die Bayern beim 2:1-Auswärtssieg in Paris eine ihrer besten Saisonleistungen zeigten.
Anfang November 2025 trafen beide Teams nach jeweils drei Siegen zum Start zum absoluten Topspiel im Prinzenpark aufeinander. Die Münchner hatten zuvor Chelsea (3:1), Pafos (5:1) und Brügge (4:0) keine Chance gelassen, die Franzosen brillierten gegen Atalanta (4:0), Barcelona (2:1) und Leverkusen (7:2). Was dann in der ersten Halbzeit im Gipfeltreffen folgte, war eine Machtdemonstration der Bayern. Sie pressten PSG enorm hoch, gewannen die Zweikämpfe und zeigten sich vor dem PSG-Tor eiskalt: Nach einem Doppelpack von Luis Díaz stand es nach 32 Minuten bereits 2:0 für die Bayern.
Dann sah der überragende Kolumbianer nach einem Foulspiel an Achraf Hakimi jedoch kurz vor dem Halbzeitpfiff die Rote Karte – und die Münchner mussten in Durchgang zwei mit Mann und Maus das eigene Tor verteidigen. Bis auf den Anschlusstreffer von João Neves (74.) gelang das bestens, Jonathan Tah & Co. stemmten sich erfolgreich gegen den Ausgleichstreffer. Die Partie war so mitreißend, dass Kompany nach Schlusspfiff auf das Spielfeld rannte und mit seinen Spielern diesen Statement-Sieg feierte. Bereits vor dem Highlight-Spiel in der Ligaphase sagte Kompanys Gegenüber Luis Enrique treffend: „Wer das beste Team in Europa oder auf der Welt ist, das wird nicht morgen entschieden, sondern am Ende der Saison.“ Er könnte recht behalten haben, denn der Sieger der Neuauflage im Halbfinale dürfte auch im Finale der leichte Favorit sein, zu stark spielen die Bayern über die komplette Saison und zu beeindruckend ist die aktuelle Form der Pariser.
Im Halbfinale der laufenden CL-Saison ließ Paris dem FC Liverpool zweimal so gut wie keine Chance. Das Hinspiel im Prinzenpark gewann die Enrique-Elf nach Toren von Desiré Doué und Khvicha Kvaratskhelia hochverdient mit 2:0. Liverpool hatte Fortuna auf seiner Seite, ansonsten hätte der Football Club bei der Chancenflut der Gastgeber bereits Schiffbruch erlitten. Apropos Wasser: Im Rückspiel in Anfield schüttete es aus Kübeln, Liverpool rannte an, konnte jedoch letztlich die erneute 0:2-Niederlage nicht verhindern. Ousmane Dembélé erzielte einen späten Doppelpack (73./90.).
Bevor Katar beim Hauptstadtclub eingestiegen war, schnitten die Pariser zwischen 2007 und 2010 als 15., 16. und 13. in der Tabelle der Ligue 1 ab. Zwischen 2013 und 2025 wurden Les Parisiens in 13 Spielzeiten elfmal Meister, dieser Lauf wurde lediglich von AS Monaco 2017 und vom LOSC Lille 2021 unterbrochen. Der Trophäenschrank des stolzen Clubs, der erst im Jahr 1970 gegründet wurde - als der FC Bayern bereits sein 70-jähriges Bestehen feierte -, ist seither prall gefüllt. 13 Meistertitel, 16 Pokalsiege und ein Europapokal der Pokalsieger 1996 wurden nun ergänzt durch den Champions League-Pokal und den UEFA Supercup. Die jüngsten Meriten sind Ansporn für die aktuelle Mannschaft, auf Europas Spitze zu bleiben.
In der aktuellen Saison gestaltet sich der Meisterschaftskampf in Frankreich spannender als zuletzt. Paris steht mit 63 Punkten auf Platz eins, dahinter folgt der RC Lens mit 59 Zählern vor Lille (53), Marseille (52), Lyon (51) und Rennes (50). Da PSG noch ein bzw. zwei Spiele in der Hinterhand hat im Vergleich zu den Verfolgern, stehen die Chancen sehr gut, dass die Hauptstädter den fünften Titelgewinn in Folge feiern können.
Mittelfeldstratege Fabián Ruiz (Knieprobleme) fiel zuletzt aus, ansonsten hatte Coach Luis Enrique alle Mann an Bord. Der Spanier, der im Ballbesitzspiel der Pariser normalerweise eine elementare Rolle innehat, hat die Verletzung bereits im Januar in der Champions League bei der 1:2-Niederlage in Lissabon erlitten. Zurück im Kader Enriques ist dagegen Bradley Barcola, der wegen einer Knöchelverstauchung fast einen Monat ausgesetzt hatte. Beim 2:0-Sieg im Halbfinal-Rückspiel in Liverpool wurde er nach 52 Minuten eingewechselt.
Fabiáns Verlust würde wohl jedem europäischen Team schmerzen, dennoch ist der Kader von PSG mit so vielen formidablen Ersatzangeboten bestückt, wie eine Speisekarte in einem Sterne-Restaurant auf den Champs-Élysées. In der Offensive tummeln sich Künstler wie Desiré Doué, Gonçalo Ramos, Khvicha Kvaratskhelia oder Ousmane Dembélé, die für verschiedene Leckerbissen sorgen können. Dembélé (vier), der 2025 den Ballon d’Or gewann, Doué (fünf) und Kvaratskhelia (acht) kommen in dieser Champions League-Saison zusammengerechnet bereits auf 17 Tore. Außerdem hat PSG viel Talent in den eigenen Reihen, Spielern wie Lucas Beraldo (22 Jahre), João Neves (21), Warren Zaire-Emery (20), Senny Mayulu (19) oder Ibrahim Mbaye (18) gehört die Zukunft.
Auf dem Transfermarkt ging es vor der Saison für Pariser Verhältnisse eher ruhiger zu. Innenverteidiger Ilya Zabarnyi und Torhüter Lucas Chevalier waren die Top-Neuzugänge. Franzose Chevalier ersetzte als neue Nummer eins Gianluigi Donnarumma, der zu Manchester City abgewandert ist. Spieler wie der Ex-Münchner Renato Sanches (zu Panathinaikos) oder Randal Kolo Muani (Tottenham Hotspur) wurden verliehen. Stand im Ligaphasen-Spiel gegen Bayern noch Chevalier zwischen den Pariser Pfosten, verdrängte Matvey Safonov den Neuzugang im Dezember als Nummer eins. Der Russe dürfte somit auch gegen die Bayern im Tor stehen. Vor dem 27-Jährigen ordnet Coach Enrique häufig ein 4-3-3-System an.
Der Königsklassen-Sieger überzeugt vor allem mit taktischer Raffinesse und Flexibilität. Gegen Bayern könnten innen der Ex-Frankfurter Pacho und Routinier Marquinhos verteidigen - oder Enrique bringt Ex-Bayern-Spieler Lucas Hernández, der im Aufeinandertreffen bei der Klub-WM wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog. In Linksverteidiger Nuno Mendes und Rechtsverteidiger Achraf Hakimi hat PSG zudem zwei weltweit gefürchtete Schienenspieler im Aufgebot, die offensiv ordentlich Alarm machen. Beide sorgen durch ihr offensives Hinterlaufen für Überzahlsituationen und neue Passwinkel.
Im Spielaufbau agieren der schussgewaltige Vitinha, João Neves oder Zaire-Emery als verbindende Taktgeber zwischen Defensive und Offensive. Eine Reihe davor sorgt Kvaratskhelia im Zwischenraum für Dynamik und Tempowechsel, während Dembélé mit seiner Dribbelstärke und variablen Positionierung zusätzliche Unberechenbarkeit ins Pariser Angriffsspiel bringt. Wenn der FC Bayern das Weltklasse-Trio Doué-Dembélé-Kvaratskhelia so weit es geht in Schach halten kann - wie in den vergangenen drei direkten Duellen -, erhöhen sich die Siegchancen deutlich. „Es wird sehr Intensiv und hochklassig. Eine Partie, wie wir sie alle lieben zu spielen - in der wir zeigen können, wir gut wir auch als Team performen“, meinte Vitinha bereits im November. Und weiter: „Das wird eine der Herausforderungen, wie wir sie suchen. Was der Schlüssel sein wird? Schwierig, es wird wie gesagt auf Kleinigkeiten herauslaufen - manchmal eine individuelle Aktion, manchmal die der ganzen Mannschaft. Vielleicht geht der Ball nur an den Pfosten, vielleicht springt er rein - es wird schwer sein zu sagen, was am Ende den Unterschied ausgemacht hat.“
Im Pressing besticht PSG durch kollektive Abstimmung, gezielte Triggerpunkte und eine perfekte orchestrierte Staffelung – Fehler werden nicht abgewartet, sondern erzwungen. Die Mannschaft denkt Ballbesitz als Mittel zur Kontrolle und zum Raumgewinn. Die Enrique-Elf kombiniert überraschende Positionswechsel mit einer disziplinierten Rückwärtsbewegung. „Wir haben Spieler, die auf verschiedenen Positionen gute Leistungen bringen können“, sagte Paris-Trainer Enrique über seine Mannschaft. „Wir sind ein echtes Beispiel für ein Team, deren Spieler auch während des Spiels die Positionen wechseln können.“
Trotz Ausfällen – wie dem von Fabián – bleibt PSG durch die Tiefe des Kaders und die taktische Vielseitigkeit eine der gefährlichsten und modernsten Mannschaften Europas. Somit können sich die beiden Fanlager und jeder Fußball-Fan auf das nächste Kräftemessen dieser beiden europäischen Schwergewichte freuen.
So lief das Viertelfinal-Rückspiel des FC Bayern gegen Madrid:









































