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·30. März 2026

Raphaël Guerreiro verlässt den FC Bayern: Ein kluger Schachzug

Artikelbild:Raphaël Guerreiro verlässt den FC Bayern: Ein kluger Schachzug

Nach insgesamt drei Jahren ist im Sommer Schluss für Raphaël Guerreiro an der Säbener Straße: Der Europameister von 2016 verlässt den FC Bayern. Wir blicken zurück auf einen smarten Transfer, der vielfach im Schatten anderer stand.

Glaubt man den Daten von transfermarkt.de verliert der FC Bayern mit Raphaël Guerreiro einen Spieler, den man als personifiziertes Schweizer Taschenmesser bezeichnen kann. Bei den in der Datenbank hinterlegten 520 Karriere-Einsätzen sind beim 32-jährigen Portugiesen bis dato sieben verschiedene Positionen vermerkt. Nur als Torwart, rechter Flügel und als Stürmer hat man den 1,70 Meter großen Alleskönner bisher nicht bewundern dürfen. Die Betonung liegt auf bisher.


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Guerreiro, 2023 ablösefrei nach sieben Jahren beim BVB zum FCB gewechselt, genießt in München ein hohes Standing. Ex-Trainer Thomas Tuchel bezeichnete seinen ehemaligen BVB-Schützling als „Augenweide“.

Tuchel, der sich vehement für einen Transfer des 65-fachen portugiesischen Nationalspielers einsetzte, beschrieb Guerreiro einst als „feinen Fußballer“, der sehr ballsicher, sehr schlau agiere. Alle Entscheidungen, so der heutige englische Nationaltrainer, treffe der Linksfuß, weil er zwei Schritte voraus sei.

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Und auch Vincent Kompany weiß um die Qualitäten des Routiniers und lobte ihn vor dem Champions-League-Duell mit Sporting CP als „großartigen Spieler, einen fantastischen Profi“. Doch dennoch trennen sich die Wege des begabten Musterprofis und des FC Bayern zum Saisonende.

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Musterprofi Raphaël Guerreiro verlässt den FC Bayern

Eine Entscheidung, die ebenso richtig ist wie der damalige Transfer des Allrounders. Guerreiro, beim BVB in 224 Pflichtspielen an 90 Toren direkt beteiligt (40 eigene Treffer), konnte in München in drei Spielzeiten nie vollends an die Statistiken in schwarz und gelb anknüpfen. In Dortmund war Guerreiro meistens Stammspieler, in München war das nur gelegentlich der Fall.

Der verletzungsanfällige Profi verpasste seit seinem Wechsel in die Bundesliga vor zehn Jahren 133 Spiele für Verein und Nationalmannschaft, ein Umstand, der es ihm besonders in München bei größerer Konkurrenz schwer machte, Fuß zu fassen.

In der aktuellen Saison kommt Guerreiro auf 908 Spielminuten, nur noch selten kommt er dabei auf seiner ehemaligen Paradeposition als Linksverteidiger zum Einsatz. Schnelligkeitsdefizite sorgten dafür, dass Kompany Guerreiro häufig auf der Acht oder Zehn einsetzte.

In der Saison zuvor sah das allerdings noch anders aus. Die 2.449 Pflichtspielminuten absolvierte der Portugiese hauptsächlich als Links- oder Rechtsverteidiger, das war auch unter Förderer Tuchel in seiner Premieren-Saison (1.617 Spielminuten) der Fall.

Von links auf die Bank: Guerreiro wird zum Stanišić-Opfer

Doch seit der Rückkehr von Josip Stanišić hat es Guerreiro auf außen immer schwerer. Und selbst als die Abwehrnot beim FC Bayern groß war, setzte ihm Kompany mit Tom Bischof einen nominellen Mittelfeldspieler vor die Nase.

Guerreiro, das soll nicht unerwähnt bleiben, ertrug sein Schicksal mit Fassung, öffentlich machte er nie Stunk oder forderte eine größere Rolle ein. Max Eberl würdigt diesen Wesenszug in der offiziellen Klub-Mitteilung zum Abschied. „Wir möchten uns bei Rapha herzlich für die gemeinsame Zeit bedanken: Auf Rapha war auf dem Platz immer Verlass, zudem bereichern Charaktere wie er jede Kabine“, heißt es dort.

Guerreiro und Goretzka machen beim FC Bayern Platz für eine neue Generation. Der von Hannover zurückbeorderte Noël Aséko wartet genauso auf seine Chance wie Tom Bischof. Zudem steht, zumindest Stand jetzt, mit João Palhinha eine weitere Option für das zentrale Mittelfeld ab Sommer wieder im FCB-Kader.

War der Transfer von Guerreiro, der bis dato 89-mal für den FC Bayern auflief, also ein Fehlinvestment? Die klare Antwort ist: Nein. Zum einen ist die finanzielle Komponente zu betrachten, der Transfer damals ging, wie jetzt im Sommer, ablösefrei über die Bühne.

Und Guerreiro bereicherte mit seiner Vielseitigkeit den Kader des FC Bayern. Zwölf Tore und acht Vorlagen sind eine gute Bilanz für einen Rotationsspieler, der stets um seine Rolle wusste und seinen Zweck erfüllte. Solche Spieler wie Guerreiro sind Goldwert für den Kader und die Kabine.

Das Schweizer Taschenmesser war immer da, wenn es gebraucht wurde und ergänzte den Kader gleich auf mehreren Positionen sinnvoll. Gleichzeitig ist der Zeitpunkt des Abschieds gut gewählt. Junge Spieler drängen nach vorn und wollen die Minuten, die jetzt frei werden, füllen.

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