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·29. Juni 2026

Raus aus dem Schatten: „Genie“ Vinicius verzaubert Brasilien

Artikelbild:Raus aus dem Schatten: „Genie“ Vinicius verzaubert Brasilien

Vinicius Júnior breitete die Arme aus und genoss sein kleines Tänzchen im Scheinwerferlicht vor den jubelnden Fans. Während die ganze Fußballwelt das Comeback von Neymar feierte, hatte der Tempodribbler von Real Madrid Rekordweltmeister Brasilien längst im Alleingang zum Gruppensieg geschossen – und damit im fußballverrückten Land die Hoffnungen auf den sechsten Stern geschürt.

„Ich bin nicht hier, um individuelle Auszeichnungen zu gewinnen. Ich bin hier, um Weltmeister zu werden“, sagte Vini, der sich unter Nationaltrainer Carlo Ancelotti vom Einzelgänger und Selbstdarsteller zum Leader entwickelt hat. Vier Tore, darunter sein Doppelpack beim 3:0 gegen Schottland, schoss der 25-Jährige in den ersten drei Spielen und ist damit endlich aus dem Schatten Neymars hervorgetreten.


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Vinicius „absolute Weltklasse“

„Für mich ist Vini absolute Weltklasse“, schwärmte Ancelotti, der den schnellen Flügelspieler schon bei den Königlichen in Spanien coachte. Er habe „keine Zweifel daran gehabt“, dass Vinicius bei dieser WM glänzen würde: „Er ist ganz klar einer der Besten der Welt.“

Erstmals nach den Ikonen Ronaldo und Rivaldo beim bislang letzten Titelgewinn 2002 traf ein Brasilianer in allen drei Gruppenspielen. Doch jetzt, mit dem Sechzehntelfinale am Montag (19.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Houston gegen Japan, beginne die WM erst richtig, stellte Vinicius klar, und er forderte von seinen Kollegen: „Wir müssen bereit sein, große Spiele zu machen – um Brasilien wieder an die Spitze zu bringen.“

Vinicius selbst scheint in diesem Jahr bereiter denn je. „Sein Niveau ist herausragend und er steigert sich mit jedem Spiel weiter. Nie zuvor sah er im Nationaltrikot so gut aus“, schrieb die spanische Zeitung AS. „Vinicius ist ein Genie, im Eins-gegen-Eins ist er kaum zu verteidigen“, meinte Mitspieler Douglas Santos.

Also jene Fähigkeiten, mit denen Neymar jahrelang die Offensive und das „Jogo Bonito“ der Selecao geprägt hatte. Doch weil der 34-Jährige bei seiner vierten WM noch nicht bei 100 Prozent ist und sich auch Raphinha schwerer verletzte, rückte Vinicius in den Mittelpunkt. „Er macht sich hervorragend, er hat sogar ein Kopfballtor erzielt, was für ihn sehr selten ist“, sagte Ancelotti.

Letztlich gehe es aber „nicht nur um Neymar, Endrick und mich“, stellte Vinicius klar: „Wir alle werden unseren Beitrag leisten. Wir müssen als Team kämpfen.“ Dann, und nur dann, könne Brasilien nach 24 Jahren auf den Thron zurückkehren. „Der wichtigste Moment des Wettbewerbs ist gekommen“, sagte Vini, der auch in der K.o.-Runde weiter tanzen will: „Es geht jetzt um alles oder nichts. Es stehen noch fünf Endspiele an.“

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