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·26. August 2026

RB Leipzig mietet Nkunku – und riskiert dabei fast nichts

Artikelbild:RB Leipzig mietet Nkunku – und riskiert dabei fast nichts

Der Rückkehrer soll die Lücke nach Diomandes Abgang füllen. Teuer wird es für RB erst in zwölf Monaten – und nur, wenn es sich lohnt.

„Ich freue mich riesig, wieder hier zu sein, bin topfit“: Mit diesem Satz meldet sich Christopher Nkunku am Dienstagabend bei RB Leipzig zurück. Ein Spieler, der seine Fitness von sich aus beteuert, kennt die Frage, die ihm sonst gestellt würde. Drei Jahre beim FC Chelsea und bei der AC Mailand liegen zwischen diesem Satz und seiner ersten Leipziger Zeit.


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Die Konstruktion dieses Transfers ist die eigentliche Nachricht: Leipzig hat Nkunku nicht gekauft, sondern zunächst für ein Jahr von den Italienern ausgeliehen, dazu eine Kaufoption, die laut Medienberichten bei 28 Millionen Euro liegt. Der Klub beantwortet die Frage nach diesem Spieler nicht heute. Er verschiebt sie um zwölf Monate – und lässt Nkunku die Antwort selbst liefern.

Dass der Name überhaupt trägt, steht in den Zahlen bis 2023: 70 Tore in vier Jahren für die Sachsen, die DFB-Pokalsiege 2022 und 2023, die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres 2022, schließlich 16 Bundesligatreffer und die Torjägerkanone gemeinsam mit Niclas Füllkrug. Solche Vitae bekommt ein Bundesligist selten zweimal in die Hand.

Ein 28-Jähriger kommt zurück, und das jüngste Argument für ihn ist drei Jahre alt. „Er hat in Leipzig bereits gezeigt, welche außergewöhnliche Qualität er mitbringt und dass er Spiele entscheiden kann“, sagt Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer – ein Lob, das komplett in der Vergangenheitsform steht. Ein Klub, der seinen Shootingstar Yan Diomande in Richtung Real Madrid ziehen lässt und die Lücke mit einem Rückkehrer schließt, der England und Italien hinter sich hat, ersetzt Zukunft durch Erinnerung.

Genau davor schützt die Leihe. Leipzig zahlt keine Ablöse für eine Hoffnung, sondern stellt die Rechnung unter eine Bedingung: erst die Saison, dann der Preis. Wer 70 Tore in vier Jahren geschossen hat, muss zeigen, dass davon etwas übrig ist – und 28 Millionen Euro sind genau die Summe, über die niemand entscheiden muss, solange die Option nicht gezogen wird.

Das ist keine Nostalgie, das ist Buchhaltung mit Fluchtweg. Die Entscheidung fällt nach dem Beweis, nicht davor.

Bleibt der zweite Satz des Sportchefs, der aus dem Vorgang eine Gefühlsgeschichte macht: „Besonders gefreut hat uns, wie klar Christo seinen Wunsch geäußert hat, wieder für RB Leipzig zu spielen. Trotz des Interesses anderer europäischer Topclubs wollte er unbedingt zurück.“ Nkunku selbst spricht davon, er habe gespürt, „wie sehr mich die Verantwortlichen hier immer noch schätzen“. Wille ist kein Leistungsnachweis. Er ist im Fußball trotzdem keine Kleinigkeit, wenn ein Spieler seine Rolle nicht erst suchen muss.

Sportlich neu erfunden hat sich in Leipzig damit nichts. Ein Klub, der 2022 und 2023 mit diesem Angreifer Titel und Torjägerkanone gefeiert hat, holt ihn unter Bedingungen zurück, die er selbst diktiert: ein Jahr, kein Muss, kein Risiko im Voraus.

Leipzig hat nicht seine Vergangenheit zurückgeholt, sondern zwölf Monate Bedenkzeit gekauft – und die 28 Millionen werden erst dann zur Frage, wenn Nkunku vor den Fans in der Red Bull Arena die Antwort geliefert hat.

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