RB Leipzig: Warum schönes Spiel allein die Krise nicht löst | OneFootball

RB Leipzig: Warum schönes Spiel allein die Krise nicht löst | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: feverpitch.de

feverpitch.de

·16. Februar 2026

RB Leipzig: Warum schönes Spiel allein die Krise nicht löst

Artikelbild:RB Leipzig: Warum schönes Spiel allein die Krise nicht löst

Trotz spielerischer Dominanz holt RB Leipzig zu wenig Punkte. Die Ineffizienz wird zum Muster, der Abstand zur Tabellenspitze wächst.

Ein Sieg aus fünf Pflichtspielen, Tabellenplatz fünf, ein 2:2 gegen Wolfsburg trotz klarer Überlegenheit. Ich schaue auf diese Zahlen und frage mich: Wann wird aus einem Formtief bei RB Leipzig eigentlich eine strukturelle Krise?


OneFootball Videos


Marcel Schäfer spricht von Enttäuschung, Ole Werner lobt die Einstellung, Oliver Mintzlaff fordert die Champions League. Sportchef, Trainer, Big Boss: Alle haben recht, und genau das ist das Problem. In Leipzig herrscht gerade eine seltsame Dissonanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen dem, was auf dem Platz passiert, und dem, was am Ende auf der Anzeigetafel steht.

Die Partie gegen Wolfsburg war symptomatisch. Großchancen im Überfluss, spielerische Dominanz über weite Strecken, und am Ende stehen zwei Gegentore durch Amoura und Svanberg, die Leipzig jeweils in Rückstand brachten. Yan Diomande und Neuzugang Brajan Gruda glichen zwar aus, doch das reichte eben nicht. Wer so viele Möglichkeiten liegen lässt, darf sich über ein Remis nicht wundern. Die Ineffizienz ist kein Pech mehr, sie ist ein Muster.

Mintzlaff hat nach dem Pokal-Aus gegen Bayern München klare Worte gefunden. Er nahm die Mannschaft öffentlich in die Pflicht, formulierte unmissverständlich das Ziel Champions League. Bei manchen Vereinen würde so eine Ansage vom Geschäftsführer für Unruhe sorgen. In Leipzig versucht man, das als normale Ambition zu verkaufen. Schäfer betont, man brauche keinen Wachrüttler, das sei seit Jahren die Klubambition.

Ich sehe das anders. Wenn ein Verein mit den finanziellen Möglichkeiten und dem Kaderaufgebot von RB Leipzig nur einen Sieg aus fünf Spielen holt, dann braucht es mehr als Lippenbekenntnisse. Dann braucht es eine ehrliche Analyse, warum eine Mannschaft mit dieser individuellen Qualität im entscheidenden Moment so oft versagt.

Ole Werner sagt, die Leistung passe nicht zum Ergebnis, und genau das unterscheide Leipzig von den Mannschaften darüber. Er hat den Kern des Problems benannt, ohne eine Lösung anzubieten. Denn gute Leistungen ohne Punkte sind im Profifußball wertlos. Die Tabelle lügt nicht.

Der Abstand zur Spitze wächst, und mit jedem verlorenen Punkt wird die Champions-League-Qualifikation schwieriger. Leipzig hat sich in eine Situation manövriert, in der schönes Spiel nicht mehr reicht. Die Frage ist nicht, ob Mintzlaff mit seiner Kritik recht hat. Die Frage ist, ob dieser Kader und diese Führung in der Lage sind, aus berechtigtem Anspruch auch tatsächlich Ergebnisse zu machen. Wer das Maximum will, muss irgendwann liefern. Sonst bleibt von der Ambition nur eine leere Phrase.

Impressum des Publishers ansehen