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·17. April 2026

Reaktion auf Ausschreitungen: Auch Hertha erwägt Stadionverbote

Artikelbild:Reaktion auf Ausschreitungen: Auch Hertha erwägt Stadionverbote

In der Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Infolge der Aufarbeitung der Vorfälle haben die Sachsen kürzlich erste Maßnahmen erarbeitet. Jetzt reagieren auch die Berliner, die Stadionverbote als Sanktionen nicht ausschließen.

"Sehe mich in einer Vermittlerrolle"

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) blickte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich auf die massiven Ausschreitungen im Duell mit Dynamo Dresden zurück. Die Aufarbeitungen laufen, die Erkenntnisse wachsen. "Man wird sicherlich auch darüber diskutieren müssen, wie es mit der Ausübung der Mitgliedschaft aussieht", so Görlich knallhart. "Diese Diskussion ist aus unserer Sicht unumgänglich." Mit Stadionverboten ist außerdem zu rechnen, wie der 59-Jährige weiter betonte. Darüber habe er sich auch mit der aktiven Fanszene "sehr intensiv" und "sehr offen" ausgetauscht.


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Die Vorfälle in Dresden haben Görlich erschüttert. Es waren bedenkliche Szenen, die sich am 4. April im Rudolf-Harbig-Stadion abspielte, auf die Dresden schon reagierte - ebenfalls mit Stadionverboten, aber auch mit Umbaumaßnahmen und einem neuen Sicherheitskonzept. Görlich nahm die Hertha-Anhänger in die Verantwortung. "Ich sehe mich in einer Vermittlerrolle und scheue mich nicht, klare Grenzen zu setzen und klare Entscheidungen zu formulieren, auch wenn sie dem einen oder anderen in seiner Welt nicht gefallen", bekräftigte der Geschäftsführer. "Ja, da gibt es andere Erfahrungswerte, und ja, da gibt es andere Sichtweisen, aber wir haben uns eine Kultur erarbeitet, wo das bessere Argument zählt. Das sehe ich auch auf der Fanseite."

"Will man Sand oder will man Samen sein?"

Görlich denkt über den Einzelfall hinaus. Denn zukünftig sollen sich derartige Bilder nicht wiederholen. "Die Fanszene muss sich die Frage stellen: Will man Sand oder will man Samen sein in den zukünftigen Strukturen? Vor dem Hintergrund der Betrachtung durch die Innenministerkonferenz und die Sportministerkonferenz waren diese Aktionen sicherlich nicht förderlich", erläuterte der 59-Jährige. "Ich glaube, man kann nicht nur einfordern, sondern zum Einfordern gehört auch, dass wir uns an Regeln halten, die jedem ein schönes Stadionerlebnis ermöglichen. Das, was wir in Dresden gesehen haben, hat nichts mit einem schönen Stadionerlebnis zu tun." Wasser auf den Mühlen der Kritiker - das sei es, was letztendlich an diesem Tag in Erinnerung blieb.

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