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·23. Juni 2026

Real Madrid vs. LaLiga: Sieg und Niederlage im Rechtsstreit um CVC-Deal

Artikelbild:Real Madrid vs. LaLiga: Sieg und Niederlage im Rechtsstreit um CVC-Deal
Artikelbild:Real Madrid vs. LaLiga: Sieg und Niederlage im Rechtsstreit um CVC-Deal

Im juristischen Tauziehen um den CVC-Deal konnte Real Madrid zumindest einen Teilerfolg verbuchen – Foto: getty images

Der Hintergrund: LaLiga sucht frisches Kapital

Im Sommer 2021 präsentierte LaLiga-Präsident Javier Tebas das Projekt „LaLiga Impulso“. Der Plan sah vor, dass der Finanzinvestor CVC Capital Partners rund zwei Milliarden Euro in die Liga investiert. Im Gegenzug sollte der Investor über Jahrzehnte an den kommerziellen Erlösen der Liga beteiligt werden (angeblich elf Prozent der jährlichen TV-Einnahmen jedes beteiligten Klubs). Die Mittel sollten vor allem in Infrastruktur, Digitalisierung und Internationalisierung der Vereine fließen. Ein Großteil der Erst- und Zweitligisten unterstützte das Vorhaben, genauer gesagt alle bis auf Real Madrid und der Athletic Club sowie anfangs auch noch der FC Barcelona.


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Real Madrid vs. LaLiga

Real Madrid stellte sich von Beginn an vehement gegen die Vereinbarung. Präsident Florentino Pérez argumentierte, dass Liga-Verband LFP mit dem Deal faktisch langfristige wirtschaftliche Rechte der Vereine veräußere, ohne deren Zustimmung einzuholen. Der Klub kritisierte insbesondere:

  • die außergewöhnlich lange Laufzeit von bis zu 50 Jahren,
  • die Beteiligung von CVC an zukünftigen Einnahmen aus Medien- und Sponsoringrechten,
  • die aus Sicht Real Madrids mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen,
  • sowie die Gefahr, dass künftige wirtschaftliche Handlungsspielräume der Vereine eingeschränkt würden.

Sogar von einer „Enteignung“ von Vereinsrechten sprachen die Königlichen und bezeichneten die finanziellen Konditionen als unverhältnismäßig zugunsten des Investors. Tebas und Co. hingegen verteidigten die Vereinbarung stets als strategische Zukunftsinvestition. Die Liga argumentiert, dass CVC keine direkten Eigentumsrechte an den TV-Rechten der Vereine erhalte, sondern lediglich an einer neuen Gesellschaft beteiligt sei, die kommerzielle Erlöse verwaltet. Die Investition habe vielen Vereinen ermöglicht, Stadien zu modernisieren, Schulden abzubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Aus Sicht von Javier Tebas handelt es sich um ein Projekt, das den spanischen Fußball langfristig stärken soll und von der überwältigenden Mehrheit der Profiklubs getragen wird (wohl aber auch durch den Ausblick auf schnelles Geld, so die Vermutung).

Juristische Eskalation

Bereits kurz nach Bekanntgabe des Deals leitete Real Madrid rechtliche Schritte gegen Javier Tebas und CVC ein. Gemeinsam mit dem Klub aus Bilbao versuchte der spanische Rekordmeister, die Vereinbarung gerichtlich stoppen zu lassen. Die Kläger argumentierten, der Deal verstoße gegen das Sportrecht und gegen die Statuten der Liga. In einzelnen Verfahren konnten die Gegner des Deals zunächst Teilerfolge erzielen. So erklärte ein Gericht 2023 eine frühe Versammlung von LaLiga wegen formaler Mängel für fehlerhaft einberufen. Dabei ging es vor allem um Verfahrensfragen und die Informationsversorgung der Vereine.

2024 allerdings wiesen spanische Gerichte zentrale Klagen von Real Madrid und Athletic gegen den Deal zurück. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass die Vereinbarung grundsätzlich mit den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen vereinbar sei und die Rechte der Vereine nicht verletze. Und am Dienstag erlitt der Hauptstadtklub einen weiteren Rückschlag: Ein Berufungsgericht bestätigte die Rechtmäßigkeit des CVC-Modells und wies die Einwände von Real und Athletic erneut zurück. Der Rekordmeister kündigte daraufhin in einer offiziellen Mitteilung an, den Rechtsstreit vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens fortsetzen zu wollen:

„Real Madrid teilt mit, dass das Bezirksgericht von Madrid die gemeinsam von Real Madrid und dem Athletic Club eingelegte Berufung gegen die von LaLiga im Zusammenhang mit der sogenannten CVC-Transaktion verabschiedeten Beschlüsse zurückgewiesen hat.

Real Madrid respektiert die gerichtliche Entscheidung uneingeschränkt, ist jedoch mit deren Schlussfolgerungen zutiefst nicht einverstanden und ist der Ansicht, dass das Urteil keine ausreichende Antwort auf Fragen von außerordentlicher rechtlicher, wirtschaftlicher und institutioneller Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft des spanischen Profifußballs gibt. Die Entscheidung stützt sich im Wesentlichen auf die Auffassung, dass die zugunsten von CVC vorgesehene Vergütung eine Ausgabe für die Vermarktung der audiovisuellen Rechte darstellt, sowie auf die Einschätzung, dass die Transaktion keine Auswirkungen auf die Vereine hat, die sich gegen eine Teilnahme entschieden haben. Real Madrid vertritt hingegen die Auffassung, dass die angefochtenen Vereinbarungen direkte Auswirkungen auf das Verwaltungsmodell der audiovisuellen Rechte, die Wirtschaftsordnung der LaLiga sowie die Rechte und berechtigten Interessen aller am Wettbewerb teilnehmenden Vereine haben.

Unser Verein ist zudem der Ansicht, dass eine Maßnahme, die über Jahrzehnte hinweg Auswirkungen auf die wirtschaftliche und Führungsstruktur des spanischen Profifußballs haben soll, eine besonders gründliche Analyse aller aufgeworfenen rechtlichen Fragen sowie ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Folgen erfordert.

Aus all diesen Gründen kündigt der Real Madrid an, dass er beim Obersten Gerichtshof Kassationsbeschwerde einlegen wird, da seiner Ansicht nach Fragen von offensichtlichem Kassationsinteresse vorliegen, die eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs und die Festlegung von Rechtsprechung zu wesentlichen Aspekten der Rechtsordnung erfordern, die für die Verwaltung und Verwertung der audiovisuellen Rechte im Profifußball gilt. Real Madrid wird auch weiterhin in allen geeigneten Instanzen die Grundsätze der Rechtmäßigkeit, Transparenz, Rechtssicherheit sowie den Schutz der Rechte und Interessen seiner Mitglieder und aller Vereine des spanischen Profifußballs verteidigen.“

Teilerfolg für Real vor dem Oberstengerichtshof

Doch am selben Tag konnte Real Madrid auch einen wichtigen juristischen Erfolg gegen LaLiga verbuchen. Denn der spanische Oberste Gerichtshof bestätigte nämlich endgültig, dass LaLiga die Beteiligungsrechte des Vereins verletzt hatte, als Real Madrid 2022 von mehreren Sitzungen des Kontrollorgans für die Verwaltung der audiovisuellen Rechte ausgeschlossen wurde. Nach Auffassung der Gerichte hatte LaLiga die Einschränkung der Mitwirkungsrechte ohne das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren beschlossen. Bereits frühere Instanzen hatten dies beanstandet. Der Versuch von LaLiga, diese Entscheidungen durch weitere Rechtsmittel und einen Nichtigkeitsantrag aufheben zu lassen, blieb erfolglos. Der Oberste Gerichtshof bestätigte damit die Rechtswidrigkeit des Vorgehens endgültig. Auch dazu gab es ein offizielles Statement der Königlichen, in dem der Klub seine Zufriedenheit mit dem Urteil zu Ausdruck brachte:

„Real Madrid teilt mit, dass der Oberste Gerichtshof die Nichtigkeit der vom Präsidenten der LaLiga getroffenen Entscheidungen endgültig bestätigt hat, die die Teilnahme unseres Vereins an verschiedenen Sitzungen des Kontrollgremiums für die Verwaltung der audiovisuellen Rechte der LaLiga im Jahr 2022 verhindert hatten.Die Erste Kammer des Obersten Gerichtshofs wies am 10. April 2026 die von LaLiga eingelegte Kassationsbeschwerde zurück und bestätigte die gerichtlichen Entscheidungen, wonach diese Beschlüsse die Mitwirkungsrechte von Real Madrid verletzt hatten und ohne Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens getroffen worden waren. Weit davon entfernt, dieses Urteil zu akzeptieren, reichte LaLiga anschließend einen Antrag auf Nichtigerklärung ein, um ein bereits rechtskräftiges Urteil in seinen Grundzügen anzufechten. Der Oberste Gerichtshof hat beschlossen, diesen Antrag als unzulässig zurückzuweisen, und ausdrücklich abgelehnt, dass dieses Verfahren dazu genutzt werden kann, eine bereits von den Gerichten geklärte Rechtsfrage erneut zu erörtern. Diese neue Entscheidung bestätigt endgültig die Richtigkeit der Haltung, die Real Madrid während des gesamten Verfahrens eingenommen hat, und beendet die wiederholten Versuche von LaLiga, Entscheidungen anzufechten, die für rechtswidrig erklärt wurden. Real Madrid bringt seine Zufriedenheit über diese gerichtliche Entscheidung zum Ausdruck, die die Grundsätze der Rechtmäßigkeit, der Rechtssicherheit und der Achtung der Rechte der Vereine bekräftigt, die die Institutionen des Profifußballs bilden.“

Für Real Madrid hat dieses Urteil vor allem symbolische Bedeutung. Der Verein sieht sich in seiner langjährigen Kritik an der Führungsstruktur von LaLiga und am Vorgehen von Präsident Javier Tebas bestätigt. Zwar betrifft das Urteil nicht unmittelbar die Rechtmäßigkeit des CVC-Deals selbst (zumal CVC mittlerweile in der französischen Ligue 1 für enorme finanzielle Schäden gesorgt hat), es stärkt jedoch die Position des Klubs in der Auseinandersetzung um Mitspracherechte und die Kontrolle über die Vermarktung der audiovisuellen Rechte des spanischen Profifußballs. So oder so scheint klar: Der Streit ist auch juristisch noch lange nicht vorbei – auch der Kampf Tebas gegen Pérez wird weiter gehen. 

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