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·1. September 2026
Reform-Stillstand macht Fans wütend: " Christoph Kern – Deine Zeit ist um. Kompassmodell jetzt!"

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·1. September 2026

Es ist eine der großen Diskussionen im deutschen Fußball: die vorerst gescheiterte Aufstiegsreform zur Dritten Liga. Nachdem sich die aktive Fanszene des TSV 1860 nach dem Zwangsabstieg zuletzt auffällig zurückgehalten hatte, meldete sie sich am Sonntag beim 1:1 gegen den TSV Landsberg deutlich zu Wort. In der Westkurve wurde ein unmissverständliches Plakat ausgerollt: „Aufstiegsreform? Vereine & Fans betrogen. Christoph Kern – Deine Zeit ist um. Kompassmodell jetzt!"
Harte Worte – vor allem vor dem Hintergrund, dass BFV-Präsident Christoph Kern nach dem Zwangsabstieg einiges dafür getan hatte, dass die Löwen in der Regionalliga Bayern möglichst weich fallen. Aber Dankbarkeit gibt es im rauen Fußball-Alltag offenbar nicht.Und nicht nur die Löwen-Fans machen mobil. Auch die Anhänger des FC Bayern schweigen nicht länger. Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel des deutschen Meisters gegen den VfB Stuttgart (5:1) war der Protest nicht zu übersehen: „DFB + Regionalverbände: Fußballmafia.“
Dabei wurde auch Kern persönlich ins Visier genommen. Auf mehreren Bannern hieß es unter anderem: „BFV-Kernkompetenz: Trotz Kompass den falschen Weg eingeschlagen. Wir sind der einzige Meister, der nicht aufsteigen muss.“ Oder: „Bayerische CL statt Meister steigen auf, Richter Christoph Kern – kein Freund der Gerechtigkeit.“ Und mit einer gehörigen Portion Spott: „Wenn wir so viele Nebelkerzen zünden wie Dr. Kern, wären wir Randale-Meister.“
Auch die „BILD“ geht Kern hart an und schreibt: „Dr. Kern gilt als Hauptblockierer der notwendigen Reform für eine klare Ligenstruktur in Deutschland.“ Gegenüber der „AZ“ hatte der BFV-Präsident seine Haltung kürzlich verteidigt: „Wir haben unsere Vereine schon mehrfach zusammengeholt, aber bei uns hat keines der Modelle eine überzeugende Mehrheit gefunden. Entsprechend bin ich nicht bereit, die Regionalliga Bayern einfach so aufzugeben.“
Das Problem: Sportlich ist die Regionalliga Bayern überschaubar, aktuell lebt sie vor allem vom Zugpferd 1860. Besonders bitter: Ein großer Teil der Klubs will oder kann gar nicht in die Dritte Liga aufsteigen. Das zeigte sich erst in der vergangenen Saison: Der Club-Nachwuchs wurde Meister der Regionalliga Bayern, verzichtete aber auf die Aufstiegsrelegation. Auch die SpVgg Unterhaching sagte ab.Der Hintergrund der Fan-Proteste: Aus den derzeit fünf Regionalligen sollten im sogenannten Kompassmodell vier Staffeln werden. Damit könnte jeder Regionalliga-Meister direkt in die Dritte Liga aufsteigen. Das bisherige Nadelöhr mit fünf Meistern, aber nur vier Aufstiegsplätzen, wäre beseitigt.
In der laufenden Saison steigen die Meister der Regionalligen West, Südwest und Nordost direkt auf. Den vierten Aufsteiger ermitteln dagegen der Meister der Regionalliga Nord und der bayerische Vertreter in zwei Relegationsspielen.
Für 1860 könnte genau das noch zum großen Thema werden: Sollten sich die Löwen als Meister oder bestplatziertes aufstiegsberechtigtes Team der Regionalliga Bayern qualifizieren, wäre der Weg zurück in die Dritte Liga noch nicht geschafft. Der Traditionsklub müsste zusätzlich zwei Relegationsspiele gegen den Vertreter aus dem Norden (derzeit VfB Oldenburg) überstehen. Und spätestens dann dürfte die Diskussion um Kern, das Kompassmodell und die ungelöste Aufstiegsfrage noch einmal deutlich lauter werden.







































