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·16. Juni 2026
Reise in die Vergangenheit: Dritter Platz und Brasilien-Drama: Das war Türkiyes letzte WM! Teil 2

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·16. Juni 2026

Lange 24 Jahre mussten türkische Fans auf diesen Moment warten: 2026 ist Türkiye zurück bei einer Weltmeisterschaft – und die Erinnerung an die letzte Teilnahme könnte kaum größer sein. Denn als die Türkei 2002 letztmals auf der WM-Bühne stand, endete die Reise nicht in der Vorrunde, sondern mit dem dritten Platz, einem spannenden Turnierlauf und einer Mannschaft, die bis heute Legendenstatus besitzt. In dieser zweiteiligen Reihe blickt LIGABlatt-Redakteur Jan-Niklas auf den letzten Auftritt auf großer Bühne.
Nachdem Türkiye die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2002 überstanden hatte, begann der historische Lauf der Mannschaft von Şenol Güneş erst richtig. Aus dem schwierigen Start gegen Brasilien, dem späten Rückschlag gegen Costa Rica und der Befreiung gegen China wurde in der K.o.-Phase eine der größten Geschichten des Turniers.
Das Achtelfinale
Die erste Aufgabe war dabei direkt besonders: Im Achtelfinale wartete mit Japan einer der beiden Gastgeber. Die Euphorie im Land war groß, Japan hatte die Vorrunde als Gruppensieger überstanden und wollte vor heimischer Kulisse den nächsten Schritt machen. Doch Türkiye zeigte früh, dass diese Mannschaft nicht nur über Leidenschaft, sondern auch über Effizienz verfügte. Ümit Davala brachte die Türkei bereits in der 12. Spielminute in Führung. Danach entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem Japan viel versuchte, aber nicht mehr zum Ausgleich kam. Türkiye verteidigte den knappen Vorsprung und zog durch das 1:0 erstmals in ein WM-Viertelfinale ein. Aus der Mannschaft, die in der Gruppenphase noch zittern musste, wurde langsam ein echter Turnierfaktor.
Das Golden Goal-Viertelfinale
Der nächste Gegner war Senegal – und damit eine weitere große Überraschungsmannschaft dieser Weltmeisterschaft. Die Senegalesen hatten bereits im Eröffnungsspiel Titelverteidiger Frankreich geschlagen und später auch Schweden aus dem Turnier geworfen. Das Viertelfinale wurde damit zu einem Duell zweier Teams, die vor der WM kaum jemand so weit erwartet hatte. Auch dieses Spiel blieb lange offen. Beide Mannschaften kämpften um den größten Erfolg ihrer bisherigen WM-Geschichte, beide wussten, dass der nächste Treffer alles verändern konnte. In der Verlängerung fiel dann die Entscheidung: İlhan Mansız traf in der 94. Spielminute nach Vorarbeit von Ümit Davala per Golden Goal zum 1:0. In einem Moment war das Spiel vorbei – und Türkiye stand im Halbfinale einer Weltmeisterschaft.
Das Wiedersehen
Dort kam es zum Wiedersehen mit Brasilien. Schon in der Gruppenphase hatte Türkiye gegen den späteren Weltmeister gezeigt, dass man mithalten konnte. Diesmal ging es jedoch nicht mehr um Punkte, sondern um den Einzug ins Finale. Brasilien war mit Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos und Cafu individuell überragend besetzt, doch die Türkei trat erneut mutig auf. Am Ende entschied Ronaldo das Halbfinale in der 49. Spielminute. Brasilien gewann mit 1:0 und zog ins Finale gegen Deutschland ein. Für Türkiye war der Traum vom Endspiel damit vorbei, doch die Mannschaft hatte den späteren Weltmeister zweimal ernsthaft gefordert. Aus türkischer Sicht blieb das bittere Gefühl, nah dran gewesen zu sein, aber auch die Erkenntnis, dass man sich endgültig auf der großen Bühne behauptet hatte.
Das Spiel um Platz Drei
Zum Abschluss wartete das Spiel um Platz drei gegen Südkorea. Wieder ging es gegen einen Gastgeber, wieder war das Stadion emotional aufgeladen. Doch Türkiye erwischte einen Traumstart und lag bereits nach wenigen Sekunden in Führung. Südkorea antwortete durch Lee Eul-yong, doch İlhan Mansız brachte Türkiye mit zwei Treffern wieder klar nach vorne. Erst in der Nachspielzeit verkürzte Song Chong-gug noch einmal auf 2:3. Danach war Schluss. Türkiye hatte das Spiel um Platz drei gewonnen und damit den größten Erfolg der eigenen WM-Geschichte gefeiert. Bronze bei der Weltmeisterschaft 2002 – erreicht mit einer Mannschaft, die sich von Rückschlägen nicht aus dem Turnier werfen ließ und in der K.o.-Phase gleich zwei Gastgeber bezwang.
24 Jahre später ist Türkiye nun zurück auf der WM-Bühne. Die Mannschaft von 2002 bleibt dabei nicht nur eine Erinnerung an eine erfolgreiche Vergangenheit, sondern auch ein Maßstab dafür, was bei einem großen Turnier entstehen kann, wenn eine Generation im richtigen Moment zusammenfindet. 2026 muss die neue Mannschaft diese Geschichte nicht kopieren. Aber sie kann eine eigene schreiben.
Foto: Gary M. Prior/Getty Images
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