liga3-online.de
·23. September 2026
"Reizt mich sehr": Jochen Seitz ist neuer Trainer beim SVWW

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·23. September 2026

Etwas mehr als eine Woche nach der Freistellung von Daniel Scherning hat der SV Wehen Wiesbaden am Mittwoch mit Jochen Seitz seinen neuen Cheftrainer vorgestellt. Der 49-Jährige unterschrieb bis zum Ende der Saison inklusive Verlängerungsoption. In Nico Wegmann bringt Seitz auch einen neuen Co-Trainer mit. Er folgt auf den ebenfalls freigestellten Andreas Zimmermann.
Gleich zweimal holte Seitz in den letzten beiden Spielzeiten mit Viertligist Lok Leipzig – neben dem Landespokal in Sachsen – den Meistertitel in der Regionalliga Nordost. Zum Aufstieg reichte es dennoch nicht, weil Lok in den Aufstiegsspielen sowohl am TSV Havelse als auch an den Würzburger Kickers scheiterte. Anschließend legte Seitz sein Amt nieder, da er "keine Energie für den dritten Anlauf" habe, wie er Anfang Juni sagte. Mit der Unterschrift in Wiesbaden gelingt ihm der Sprung in die 3. Liga nun doch noch. Insgesamt stand Seitz in 82 Partien bei den Leipzigern an der Seitenlinie – bei 54 Siegen, 11 Unentschieden, nur 17 Niederlagen und 176:71 Toren. Das macht einen Punkteschnitt von 2,11.
Zuvor trainierte er sieben Jahre lang (2016-2023) den SV Viktoria Aschaffenburg und führte den Klub aus Bayern 2018 in die Regionalliga. Begonnen hatte Seitz seine Trainerkarriere bei Bayern Alzenau, wo er im Juli 2016 als aktiver Profi aufgehört hatte. Beim Fünftligisten fungierte er dabei als Spielertrainer. Als Profi bestritt der 49-Jährige insgesamt 162 Bundesliga-Spiele für den HSV, Schalke, Kaiserslautern, Unterhaching und Stuttgart, zudem lief er 73 Mal in der 2. Liga auf und gewann insgesamt dreimal den UI-Cup.
"Mit Jochen Seitz konnten wir einen Trainer für uns gewinnen, der in den vergangenen Jahren bewiesen hat, dass er Mannschaften erfolgreich entwickelt, stabilisiert und dauerhaft leistungsfähig macht", sagt Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver. Seine Teams seien "klar strukturiert" gewesen, verfügten über "eine erkennbare Handschrift" und hätten "regelmäßig mehr erreicht, als viele ihnen im Vorfeld zugetraut hatten", so Stöver.
Darüber hinaus bringe Seitz eine "aktive und mutige Spielidee" mit, die hervorragend zum SVWW passe. "Hohe Intensität gegen den Ball, Tempo im eigenen Spiel und die klare Ausrichtung, Spiele gewinnen zu wollen", skizziert Wiesbadens Sportchef die Spielidee und zeigt sich von der Qualität des Kaders weiterhin überzeugt. Jetzt gehe es darum, "diese Qualität mit Struktur, Klarheit und Überzeugung auf den Platz zu bringen, um bis zur Winterpause die nötige Stabilität zu entwickeln und den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herzustellen".
Beim SV Wehen Wiesbaden tritt Seitz die Nachfolge von Daniel Scherning an, der am Montag vor einer Woche nach dem Fehlstart entlassen worden war. Seitdem betreute Co-Trainer Frank Steinmetz die Mannschaft interimsweise und führte diese gegen Fortuna Köln zum ersten Sieg in dieser Saison (2:0), ehe es gegen Tabellenführer MSV Duisburg am Sonntagabend eine deutliche 1:4-Pleite setzte. Auch künftig wird Steinmetz, genau wie auch Giuliano Modica, Teil des Trainerteams sein. Neu hinzukommt Nico Wegmann, der unter Seitz bereits in Aschaffenburg und Leipzig arbeitete. Zuletzt trainierte er den hessischen Verbandsligisten SF Seligenstadt.
In Wiesbaden wird das Duo nun erstmals im Profifußball tätig sein. "Der SV Wehen Wiesbaden bringt vieles mit, was eine Aufgabe für einen Trainer attraktiv macht: ambitionierte Verantwortliche, professionelle Rahmenbedingungen und eine Mannschaft, in der großes Potenzial steckt", sagt Seitz und berichtet von "sehr professionellen" Gesprächen mit den Verantwortlichen, die ihn überzeugt und ihm "sehr gutes Gefühl" gegeben hätten. "Umso mehr freue ich mich darauf, endlich auf dem Trainingsplatz zu stehen und gemeinsam mit der Mannschaft die Arbeit aufzunehmen."
Die Aufgabe, gemeinsam mit dem Trainerteam und der Mannschaft eine Struktur und Spielidee zu entwickeln und die vorhandene Qualität bestmöglich zur Geltung zu bringen, "reizt mich sehr", sagt der 49-Jährige und betont: "Jetzt gilt es, die Mannschaft Schritt für Schritt zu stabilisieren, als Einheit weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für erfolgreiche Ergebnisse zu schaffen.“
Die erste Trainingseinheit leiten wird Seitz am Donnerstag, erstmals an der Linie stehen wird der 49-Jährige am 2. Oktober bei einem Testspiel gegen den Karlsruher SC. Wohl am 7. Oktober folgt im Landespokal bei der SG Bornheim Grün-Weiß das Pflichtspiel- und am 11. Oktober in Ingolstadt das Liga-Debüt. Beim SVWW erhält Seitz, der nur 90 Kilometer von Wiesbaden entfernt in Erlenbach am Main geboren wurde, zunächst einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Gut möglich, dass sich das Arbeitspapier im Falle des nach wie vor anvisierten Aufstiegs automatisch verlängert. Derzeit belegt der SVWW mit nur fünf Punkten nach sieben Spielen den vorletzten Platz. Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsrang beträgt momentan zehn Punkte.















