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·29. Juni 2026

Rekord für Kane, Kritik an England: „Werden uns steigern“

Artikelbild:Rekord für Kane, Kritik an England: „Werden uns steigern“

Mit großen Augen blickte Harry Kane auf die weiße Wand der englischen Fans. Anders als seine Mitspieler, die das Ritual eher pflichtbewusst hinter sich brachten, saugte der Rekordtorjäger den Moment auf. Er breitete die Arme aus und strahlte, als „Wonderwall“ aus den Boxen dröhnte. Und er ließ sich die Laune auch nicht dadurch vermiesen, dass in der Heimat die Zweifel an der WM-Titelmission wachsen.

„75 Prozent waren wirklich gut, aber da sind sicher noch 25 Prozent Luft nach oben“, gab der Münchner Starstürmer nach dem glanzlosen 2:0 (0:0) gegen den Fußball-Zwerg Panama zu. Schließlich war England wie bei der Nullnummer gegen Ghana hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Und dennoch forderte Kane Gelassenheit. „Lasst uns durchatmen“, betonte er, und den Gruppensieg und das Erreichen des Etappenziels „genießen“.


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Kane und England haben Druck

So einfach machte es sich die heimische Presse jedoch nicht. Das Boulevardblatt Sun schrieb nach dem Arbeitssieg von „einer dieser allzu bekannten, eindimensionalen England-Shows“, die einst die Amtszeit von Thomas Tuchels Vorgänger Gareth Southgate geprägt hatten. Man müsse schon „sehr mutig“ sein, um auf eine Rückkehr der Three Lions nach East Rutherford zum Finale zu wetten. Der Guardian analysierte kurz und knapp: „So wie sie spielen, werden sie die WM nicht gewinnen.“

Tuchel gab zu, dass Englands Spielstil zuletzt „weniger spektakulär“ gewesen sei. Er ließ sich das Weiterkommen zwar nicht kleinreden, wusste aber, dass es einer Steigerung bedarf. „Das Turnier“, sagte er, beginne in der K.o.-Phase „von Neuem. Je wichtiger die Spiele werden, desto stärker werden auch wir. Wir werden uns steigern“, versprach er.

Tuchel ermutigte seine Spieler trotz der Skepsis auf der Insel, neuer Verletzungssorgen in der Abwehr durch den Ausfall von Jarell Quansah und der drei Halbzeiten ohne eigenen Treffer, „diesen Moment zu genießen“. Obwohl es England bislang nicht gelang, den starken Auftakt gegen Kroatien (4:2) zu bestätigen, hätten es vor dem Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo alle verdient, „mit einem Lächeln ins Flugzeug zu steigen“.

Vor allem Kane hatte allen Grund dazu, nachdem er zu Englands alleinigem WM-Rekordtorschützen aufgestiegen war. „Für mich ist er der beste englische Spieler aller Zeiten“, schwärmte Jude Bellingham, der das Spiel mit einem Treffer und einer Vorlage für Kane geprägt hatte. Man zweifelt keine Sekunde daran, dass er den Unterschied machen wird.“

Kane wiederum gab das Lob zurück und adelte Bellingham als einen Spieler, „den man sich wünsche“. Ohne die besonderen Momente des Duos, so wirkte es am Samstagabend in East Rutherford, steht Englands Traum vom ersten WM-Triumph seit 60 Jahren jedoch auf der Kippe. Er nehme diese Momente nie als selbstverständlich hin“, sagte Kane über die Augenblicke vor den Fans: „Ein weiterer wichtiger Meilenstein, und ich hoffe, es ist nicht der letzte in diesem Turnier.“

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