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·23. September 2026
Rice, Palmer und drei weitere fehlen England gegen Spanien

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Vier Länderspiele in drei Wochen, das längste Fenster des Herbstes – und noch bevor Thomas Tuchel sein erstes Training leitet, fehlen ihm fünf Spieler. Der erste Gegner am Samstag ist ausgerechnet Spanien. Der Weltmeister.
Die FA hat am Montag bestätigt, was sich übers Wochenende angedeutet hatte: Declan Rice, Cole Palmer, Marcus Rashford, Kobbie Mainoo und Tino Livramento sind raus. Offiziell ist von Verletzungsproblemen die Rede. Nachnominiert wurden Morgan Gibbs-White von Nottingham Forest und James Garner vom FC Everton. Beide stoßen am Dienstag in St. George’s Park zum Team.
Ein klassisches Lazarett ist das nicht, eher eine Mischung aus echten Blessuren und vorsichtiger Schonung. Rashford und Livramento plagen handfeste Probleme. Bei Rice deuten die Berichte aus London dagegen auf dosierte Belastung hin: Er stand bei Arsenal in jedem Ligaspiel in der Startelf, nachdem er schon bei der WM mit Nervenschmerzen im Oberschenkel gespielt hatte.
Zahlenmäßig kann England fünf Ausfälle verkraften, der Kader ist tief genug. Inhaltlich wird es komplizierter. Rice ist Vizekapitän und die Achse im Zentrum. Er verteidigt Umschaltsituationen, bevor sie gefährlich werden. Gegen Spanien, das seinen Rhythmus über Ballbesitz im Mittelfeld findet, ist genau dieses Profil kaum zu ersetzen. Mit Mainoo fehlt zudem die naheliegende Alternative für einen ruhigen Aufbau.
Gibbs-White und Garner sind verlässliche Arbeiter, Garner mit zwei Länderspielen seit März, Gibbs-White mit sechs. Keiner von beiden spielt die Rolle, die Rice ausfüllt. Tuchel wird das Zentrum umbauen müssen, statt einfach Namen auszutauschen.
Bitter sind die Ausfälle auch wegen der Geschichten dahinter. Palmer war nach seiner Nichtberücksichtigung für den WM-Kader zurückgeholt worden, verbunden mit der öffentlichen Ansage, er habe etwas zu beweisen. Die Bühne gegen Spanien hätte gepasst. Mainoo saß bei der WM im Kader, ohne eine einzige Minute zu spielen. Tuchel nahm das auf seine Kappe – „That was totally on me“ – und versprach ihm diesmal Einsatzzeit. Beide Signale laufen nun ins Leere.
Man kann die Absagen als Schwächung lesen. Man kann sie auch als Gelegenheit sehen: Die vier Spiele, darunter Tschechien doppelt und Kroatien in Rijeka, bieten genug Minuten für die zweite Reihe. Für so etwas ist die Nations League der passende Rahmen, mit wenig Druck und trotzdem echten Gegnern.
Am Samstag hilft diese Logik allerdings wenig. Gegen den Weltmeister entscheidet nicht die Breite des Kaders, sondern die Qualität der ersten Elf im Zentrum, und genau dort klafft die Lücke. Wer ohne seinen Taktgeber gegen Spanien antritt, merkt schnell, wie viel ein Spieler wiegt, den man sonst kaum bemerkt.















