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·2. Juli 2026
Ronaldo gegen Modrić: Der allerletzte Tanz von Toronto

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Vier Champions-League-Titel haben sie gemeinsam gewonnen, 81 Lebensjahre bringen sie zusammen auf die Waage – und heute Nacht schickt einer den anderen nach Hause. Ronaldo gegen Modrić, Toronto, Sechzehntelfinale. Mehr Abschied passt nicht in 90 Minuten.
Cristiano Ronaldo ist 41, Luka Modrić 40. Sechs Jahre lang trugen sie dasselbe Trikot, gewannen mit Real Madrid zwischen 2014 und 2018 viermal die Champions League – und standen sich doch immer wieder als Gegner gegenüber, wenn es um alles ging. Bei der EM 2016 warf Portugal die Kroaten im Achtelfinale raus, 1:0 nach Verlängerung, auf dem Weg zum Titel. Zehn Jahre später liefert das Turnier die Fortsetzung. Vermutlich die letzte.
Denn so ehrlich muss man sein: Für einen der beiden endet in Toronto nicht nur eine WM. Es endet ein Kapitel Fußballgeschichte, das mit galaktischen Nächten in Madrid begann und nun in einem kanadischen Sechzehntelfinale seinen Schlusspunkt findet. Wer Abschiede im Fußball für Kitsch hält, sollte sich diese Nacht trotzdem antun.
Sportlich ist das Duell weniger eindeutig, als die Namen suggerieren. Portugal zerlegte Usbekistan mit 5:0 – Ronaldos bester Turnierabend –, quälte sich dann aber zu einem torlosen Remis gegen Kolumbien und rutschte auf Rang zwei der Gruppe K. Kroatien wiederum kassierte gegen England vier Gegentore, zitterte sich gegen Panama und Ghana zu knappen Siegen und geht mit einer Abwehr ins Spiel, die in fünf Partien achtmal hinter sich greifen musste. Wer zuerst seine Baustelle schließt, steht im Achtelfinale.
Während Toronto Nostalgie serviert, liefert Los Angeles den klassischen David-Stoff. Österreich steht erstmals seit 1982 in einer WM-K.-o.-Runde – gerettet durch Saša Kalajdžićs Kopfball tief in der Nachspielzeit beim 3:3 gegen Algerien. Der Gegner: Europameister Spanien, Gruppensieger ohne Gegentor, laut Opta mit gerade einmal vier zugelassenen Abschlüssen aus dem eigenen Strafraum im gesamten Turnier. Die Zahlen lügen nicht.
Und trotzdem. Spanien hat noch nicht geglänzt, Nico Williams fällt mit Adduktorenproblemen aus, Lamine Yamal kommt gerade erst wieder in Fahrt. Ralf Rangnick, der ausgerechnet an seinem 68. Geburtstag an der Seitenlinie steht, gibt die Marschroute mit einem Satz vor: „In diesem Spiel können wir tatsächlich nur gewinnen.“ Wer den 3:3-Wahnsinn von Kansas City gesehen hat, weiß: Diese Mannschaft gibt kein Spiel her, bevor der Schiedsrichter es ihr wegnimmt.
Man kann diesen Abend als zwei gewöhnliche Sechzehntelfinals abtun. Man kann ihn aber auch als das nehmen, was er ist: die vielleicht letzte Bühne für zwei Spieler, die zwei Jahrzehnte lang definiert haben, wie dieser Sport aussieht – und dazu die Chance auf eine österreichische Sternstunde gegen den formstärksten Defensivblock des Turniers. Große Turniere leben von solchen Nächten. Diese hier hat alles. Wer sie verschläft, dem ist nicht zu helfen.







































