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VfL Osnabrück

·15. Januar 2026

Rückrundenstart im Tivoli: VfL Osnabrück zu Gast bei Alemannia Aachen

Artikelbild:Rückrundenstart im Tivoli: VfL Osnabrück zu Gast bei Alemannia Aachen

Zum Auftakt der Rückrunde reist der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag zum TSV Alemannia Aachen. Anstoß im Tivoli ist um 16:30 Uhr. Die Lila-Weißen treffen dabei auf einen Gegner, der sich seit dem Saisonbeginn sowohl personell als auch strukturell deutlich verändert hat. Der Vorbericht

Der Gegner Beim ersten Pflichtspielgegner des VfL Osnabrück hat sich seit dem letzten Aufeinandertreffen – dem torlosen Unentschieden am 2. August 2025 – personell viel getan. Sechs der insgesamt 13 Sommertransfers der Schwarz-Gelben stießen erst nach dem Auftaktspiel der Saison zum Kader hinzu. Darunter befinden sich auch die Leistungsträger Lars Gindorf (Leihe von Hannover 96), Mika Schroers (Leihe von Arminia Bielefeld) und Marius Wegmann (SV Wehen Wiesbaden).


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Zudem musste Benedetto Muzzicato, der im Sommer das Traineramt bei der Alemannia übernommen hatte, nach nur zwei Siegen aus den ersten elf Spielen bereits wieder gehen. Seit Anfang November steht Mersad Selimbegović an der Seitenlinie des TSV. Der 43-Jährige bringt Erfahrung aus 150 Partien in der 2. Bundesliga mit, die er während seiner Amtszeiten beim SSV Jahn Regensburg und beim F.C. Hansa Rostock sammelte. Zuletzt war der Bosnier in der Saison 2024/25 beim nur wenige Kilometer von Aachen entfernten belgischen Zweitligisten KAS Eupen tätig.

Mit der Alemannia feierte Selimbegović bei seinem Debüt direkt den ersten Sieg gegen den VfB Stuttgart II. In der Folge kamen lediglich zwei Unentschieden gegen Hansa Rostock (2:2) und den TSV Havelse (1:1) hinzu, außerdem musste er drei Niederlagen hinnehmen.

Mit 21 Punkten überwinterten die Schwarz-Gelben somit auf Rang 17 und damit auf dem ersten Abstiegsplatz der 3. Liga. Um den drohenden Gang in die Viertklassigkeit zu verhindern, war der Verein bereits im Winter auf dem Transfermarkt aktiv. Den ersten Neuzugang präsentierte man dabei auf der neu geschaffenen Position des Kaderplaners. Der ehemalige Alemannia-Mittelfeldspieler Sérgio Pinto soll fortan eine aktive Rolle in der Transferplanung des TSV übernehmen.

Nach seiner aktiven Karriere, in der er von 2004 bis 2007 insgesamt 101 Pflichtspiele für die Aachener absolvierte und Teil der Aufstiegs- und Europapokalmannschaft war, arbeitete der heute 45-Jährige zunächst als Scout bei Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt. 2018 wurde Pinto Chefscout und später Kaderplaner bei der SpVgg Greuther Fürth. In dieser Zeit arbeitete er auch mit Rachid Azzouzi zusammen, der ihn nun als aktueller Geschäftsführer der Alemannia nach Aachen holte.

Mit den beiden Griechen Petros Bagalianis und Fotis Pseftis stellte der TSV in der laufenden Transferphase bereits zwei Neuzugänge vor. Während es für Innenverteidiger Bagalianis, der ablösefrei vom griechischen Erstligisten AE Larisa kommt, die erste Auslandsstation seiner Karriere ist, war Pseftis bereits in der Jugend für den AC Mailand aktiv. Der vom Schweizer Erstligisten ausgeliehene 22-Jährige komplettiert das Torhüterteam um Jan Olschowsky und Tom Hendriks.

Bereits zum 48. Mal trifft der VfL Osnabrück in einem Pflichtspiel auf den TSV Alemannia Aachen. Gegen keinen anderen Verein aus der aktuellen 3. Liga spielten die Lila-Weißen häufiger. Zwar fielen in den Duellen durchschnittlich 2,6 Tore pro Partie, in 24 Begegnungen blieb jedoch mindestens eine Mannschaft ohne eigenen Treffer.

Im Aachener Tivoli konnte der VfL bislang erst drei Siege feiern – alle endeten mit einem knappen 1:0-Auswärtserfolg. Zuletzt gelang dies im November 2012, als Andreas Glockner in der 79. Minute eine Flanke zum Treffer des Tages verwertete.

Die Ausgangslage Zur Rückrundenvorbereitung schlug die Alemannia Anfang des Jahres ein Trainingslager im türkischen Belek auf. Dort traf die Mannschaft von Mersad Selimbegović in zwei Testspielen auf den FC Carl-Zeiss Jena und den VfL Bochum. Während man gegen den aktuelen Tabellenzweiten der Regionalliga Nordost einen ungefährdeten 3:0-Sieg einfuhr, musste man gegen den Zweitligisten eine knappe 1:2-Niederlage hinnehmen. Offensiv ruhen viele Hoffnungen auf Lars Gindorf. Der Mittelfeldspieler ist mit 15 Torbeteiligungen (12 Tore und drei Vorlagen) nicht nur der beste Torschütze der Aachener, sondern auch einer der torgefährlichsten Akteure der 3. Liga. Einzig Berkan Taz (17) und Tolcay Cigerci (20) können noch mehr Torbeteiligungen vorweisen. Auffällig ist dabei der hohe Anteil an Elfmetertoren: Acht Strafstöße erhielt die Alemannia bislang, sieben davon verwandelte Gindorf selbst. Mehr als ein Drittel der insgesamt 28 Aachener Saisontore fiel somit vom Punkt.

Aus dem Spiel heraus offenbaren sich dagegen Schwächen. Mit erst einem Kopfballtor, den wenigsten Torschüssen aus Kopfbällen (26) sowie den wenigsten Flanken (196) der Liga zeigen, dass die Offensivgefahr noch Steigerungspotenzial besitzt. Topwerte weist die Alemannia dagegen in den Laufwerten auf, wo man mit 2243,9 zurückgelegten Kilometern ligaweit den drittbesten Wert aufweist. Da die Aachner am 16. Dezember des vergangenen Jahres ihr 125-jähriges Bestehen feierten, wird die Partie am Samstag als Jubiläumsspiel inklusive Fanmarsch und Choreografie zelebriert. Dabei durften die Aachner Fans im vergangenen Jahr nicht häufig im Tivoli jubeln. Mit nur acht Toren und daraus resultierenden zwei Siegen ist man die zweitschlechteste Heimmannschaft der Liga.

An dieser Negativstatistik möchte der VfL Osnabrück am Samstag nichts ändern und ganz im Gegenteil als Partycrasher auftreten. Dabei mithelfen soll auch Mittelstürmer Julian Kania, den man leihweise vom Zweitligisten Arminia Bielefeld verpflichtet hat. Seinen ersten Auftritt feierte Osnabrück neue Nummer Neun bereits am vergangenen Samstag im Testspiel gegen den FC Schalke 04. Zwar verloren die Lila-Weißen die Partie im Gelsenkirchener Parkstadion mit 0:2, dennoch hinterließ der 24-jährige in der Doppelspitze neben Robin Meißner einen positiven Eindruck. Ebenfalls positiv gestaltete der VfL das zweite Testspiel der Vorbereitung einen Tag zuvor gegen den SC Rot-Weiß Oberhausen. Mit 5:2 besiegte man auf dem Trainingsgelände am Schinkelberg den Tabellendritten der Regionalliga West. Einen ähnlichen Auftritt würde Cheftrainer Timo Schultz dann gerne auch am Samstagnachmittag sehen. Schließlich möchte der 48-Jährige bei seinem Debüt im neuen Tivoli seine persönliche Bilanz gegen Trainerkollegen Mersad Selimbegović (3 Siege, 2 Niederlagen) ausbauen.

Das Personal Ähnlich wie bereits im Hinspiel ist das Lazarett bei den Aachener groß. Mit Fabio Torsiello (Reha nach Knie-OP), Jeremias Lorch (Knieverletzung), Lamar Yarbrough (Wadenverletzung), Florian Heister (Wadenverletzung), Mika Hanraths (Trainingsrückstand), Ginaluca Gaudino (Trainingsrückstand nach Erkältung) und Felix Meyer (Gelbsperre) sieben Spieler für das Heimspiel aus.

Auf der Gegenseite musste Cheftrainer Timo Schultz unter der Woche unter anderem auf Robin Fabinski und Fridolin Wagner verzichten. Während ein Einsatz von Fabinski fraglich bleibt, fällt Wagner für den Rückrundenstart definitiv aufgrund seiner Gelbsperre aus.

Stimmen zum Spiel VfL-Cheftrainer Timo Schultz hob im Spieltagsinterview ebenfalls die Veränderung des Aachener Kaders im Vergleich zum ersten Spieltag der Saison hervor: „Das Hinspiel war ein sehr zäher Saisonauftakt von beiden Mannschaften. Während wir dann in den nächsten Wochen sehr gut in Tritt gekommen sind und uns wirklich gut entwickelt haben, hat bei der Alemannia die Findungsphase etwas länger gedauert. Sie haben schon einen Trainerwechsel hinter sich und hatten einige Verletzte. Ich glaube jetzt sind sie sich mit der Verpflichtung von Rachid Azzouzi und Mersad Selimbegović ins ruhige Fahrwasser gekommen. Also ist das Spiel auf dem Tivoli jetzt nicht mehr mit dem am ersten Spieltag zu vergleichen.“

Angesprochen auf Neuzugang Julian Kania freut sich der 48-Jährige über eine neue drittligaerfahrende Option in der Offensive. „Wir haben uns dazu entschieden, Julian dazuzunehmen, um vorne in der Spitze noch eine Option mehr zu haben. Er hat in der 3. Liga schon bewiesen, dass er Tore schießen kann. Dementsprechend haben wir genug Alternativen und ich habe viele Möglichkeiten. Die Jungs geben alle Gas im Training und das ist das, was man sich als Trainer wünscht.“

Aachen-Coach Mersad Selimbegović fand in der Pressekonferenz vor dem Spiel lobende Worte für den kommenden Gegner. „Der VfL ist eine sehr körperlich spielende, disziplinierte, klar und gut strukturierte Mannschaft. Sie haben sich in der Hinrunde gut entwickelt und es ist sehr unangenehm, gegen sie zu spielen. Wir sind darauf vorbereitet und haben auch ein paar Dinge verbessert. Damit müssen sie dann zurechtkommen. Aber es ist wichtig, wie du ins Spiel startest, und dann brauchst du auch diese kleinen Momente, die zuletzt leider nicht auf unserer Seite waren. […] Aber klar ist: Die Osnabrücker Mannschaft steht zurecht da, wo sie steht, und sie ist in der Lage, jedem richtig wehzutun.“

TV und Liveticker Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 16:15 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.


Text: Jendrik Greiwe Foto: Jonas Jürgens

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