Rund um den Brustring
·13. Februar 2026
Rund um das Spiel gegen Köln

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·13. Februar 2026

Die Serie ungeschlagener Liga-Spiele ist beendet, Zeit am Samstagabend gegen Köln eine neue zu starten.
Ach war das entspannt, mal so eine Woche ohne Spiel abends. Stattdessen konnten wir beobachten, dass der Weg zur Titelverteidigung im DFB-Pokal auch diesmal im Halbfinale über einen Bundesligisten führen wird und auch ein möglicher Finalgegner wird etwas höherklassig spielen als die Arminia im vergangenen Mai. Sei es drum, bis zum Halbfinale sind es ohnehin noch über zwei Monate, erstmal steht die Bundesliga an und dann der UEFA-Cup. Wie schon im Rückblick auf St. Pauli geschrieben, ist die Niederlage in Hamburg zwar ärgerlich und unnötig und wirft uns wegen der Tordifferenz auf Platz 5 zurück, kann aber auch dazu dienen, die Sinne noch einmal zu schärfen. Angesichts der letzten Jahre und der scharfen Selbstkritik der Mannschaft mache ich mir relativ wenig Sorgen, dass uns dieser Punktverlust komplett aus der Bahn wirft. Gleichzeitig erhöht die Niederlage natürlich auch den Druck, aus einem einzelnen Spiel keine Serie werden zu lassen. Zum Glück haben wir in dieser Saison unsere Heimstärke wiedergewonnen und empfangen mit dem FC eine Mannschaft, bei der vieles zusammen kommen muss, damit sie uns Punkte abnehmen können. Zwar stehen auch die Kölner mit nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz im Abstiegskampf, allerdings nicht ganz so mit dem Rücken zur Wand wie St. Pauli und auch die letzten Ergebnisse waren sehr wechselhaft. Ein kleines Fragezeichen steht für mich noch hinter dem, was in den Köpfen der Spieler vorgeht: Haben die zwei freien Tage nach dem letzten Spiel, die nach der Terminhatz der letzten Wochen sicherlich dringend nötig waren, für die nötige Ruhe vor der nächsten Anspannung gesorgt. Wir werden es am Samstagabend sehen.
Niko Nartey ist noch nicht wieder ganz fit, Angelo Stiller ist erkältet. Dafür rückt Tiago Tomás nach überstandener Muskelverletzung wieder in den Kader. Justin Diehl laboriert erneut an den Adduktoren und auch Lazar Jovanovic ist noch raus.

Gehen wir mal vom worst case aus, dann ersetzt Chema Stiller im zentralen Mittelfeld. Chabot, von Hoeneß in der Pressekonferenz in höchsten Tönen gelobt, rotiert wieder rein. Vorne kriegt Demirovic eine Pause und El Khannouss eine neue Chance nach der Auswechslung zur Halbzeit in Hamburg. Auf den Flügeln sorgen Führich und Leweling für Gefahr, hinten rechts darf Assignon mal wieder ran.
Es ist das 98. Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder in der Liga, hinzu kamen acht Pokal-Spiele und zwei UEFA-Pokal-Halbfinals. Mit 36 zu 34 Siegen hat der FC leicht die Nase vorn. Dieser Vorsprung rührt aber aus einer anderen Zeit, denn der VfB hat seit 2021 nicht mehr gegen Köln verloren. Die letzte Heimniederlage in einer dieser Begegnungen, in der traditionell immer die Heimmannschaft gewann, ist sogar elf Jahre her. Aktuell steht der FC wie bereits angesprochen mittendrin im sehr engen Abstiegskampf. Bemerkenswert sind die bereits zehn Niederlagen, keine der ersten 12 Mannschaften hat öfters verloren. Bei Flanken aus dem Spiel und gewonnenen Kopfballduellen findet man die Kölner in der Liga weit vorne, ebenso bei gelaufenen Kilometern. Shooting-Star Said El-Mala ist beim Aufsteiger der Topscorer und der gefährlichste Torschütze, kam aber zuletzt eher unregelmäßig zum Einsatz. Abgesehen von der hohen Anzahl in Niederlage ist der FC in den meisten Statistiken aber eine klassische Mittelfeldmannschaft — mit dem leichten Blick nach unten.
Ohne die Kölner zu unterschätzen, sind sie vielleicht genau der richtige Gegner für den VfB, um wieder in die Erfolgsspur zurück zu kehren. Klar ist, dass die von Ermedin Demirovic nach St. Pauli angesprochenen Basics wieder stimmen müssen und niemand, auch nicht in der sechsten Minute der Nachspielzeit, auch nur für eine Sekunde mit dem Kopf in Glasgow sein darf. Die Vorfreude auf diese beiden K.O.-Partien ist riesig, aber in Europa haben wir den Pflicht-Teil erfolgreich absolviert. Jede weitere Runde zählt jetzt zur Kür, dafür müssen wir in der Liga jetzt die Grundlagen legen, um den Vorsprung auf Platz 7 zu halten und auszubauen und uns eine weitere Saison in Europa zu sichern.
Titelbild: © Christian Kaspar-Bartke/Getty Images









































