Rund um den Brustring
·18. Januar 2026
Rund um das Spiel gegen Union Berlin

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·18. Januar 2026

Nach zwei Ausrufezeichen wartet mit Union Berlin der nächste schwere Brocken auf uns.
Natürlich müssten wir nach den beiden Siegen gegen die direkte Konkurrenz voller Stolz und Selbstvertrauen in das Duell gegen Union Berlin gehen, aber wir Schwaben haben nicht umsonst den Ruf Bruddler zu sein und deswegen denke ich mir seit dem Abpfiff Dienstagabend, dass es nichts typischeres gäbe, als ausgerechnet gegen Union Berlin zu verlieren. Aber gut, ich versuche optimistisch zu bleiben, auch weil gerade irgendwie alles beim VfB funktioniert. Leweling strotzt nur so vor Selbstbewusstsein, vor allem gegen den Ball wirkt es wahrscheinlich selbst für den gestandendsten Bundesliga-Innenverteidiger einschüchternd, wenn Leweling zum Pressing ansetzt. Undav ist in der Form seines Lebens und hat sogar ein Tor mehr geschossen, als in der Vizemeister-Hinrunde. Doch nicht nur Undav und Leweling können an alte Erfolge anknüpfen, auch Chris Führich hat sein Jam wiedergefunden. Dazu kommt noch ein Nikolas Nartey, der wie ein gefühlter Neuzugang wirkt. Doch woran liegt das? Wie konnte der VfB wieder in die Erfolgsspur zurückfinden? Die Antwort ist Sebastian Hoeneß. Ich hatte während unserer Downphase vor einem Jahr schon befürchtet, es käme zu einer ähnlichen Implosion wie damals zu seinen Hoffenheim-Zeiten, doch er hat wohl dazugelernt und schafft es sich immer neu zu entwickeln. Das macht aus einem guten einen überragenden Trainer. Man hat es schließlich oft gesehen: Trainer kommt, Mannschaft spielt besseren Fußball, die Gegner finden eine Lösung, Mannschaft verliert, Trainer findet keine Antworten, Trainer wird entlassen und kann nirgendswo an alte Erfolge knüpfen. Hoeneß dagegen hat sich weiterentwickelt und schreckt nicht davor zurück, aktuelle Trends zu kopieren. Einige Taktikblogger, die ich so verfolge, haben unabhängig von einander angemerkt, dass Hoeneß den gleichen Fußball wie Kompany spielen lässt. Enge Manndeckung gepaart mit regelmäßiger Rotation auf den Platz – vereinfacht gesagt.
Ich finde, ich übertreibe nicht, wenn ich sage Hoeneß ist einer der besten Trainer der Bundesliga. Klar, Kompany von den Bayern muss man vielleicht über ihn setzen, aber dennoch, wer soll besser sein? Und da fallen mir nicht viele ein, um ehrlich zu sein. Ich habe großen Respekt vor seiner Arbeit. Ich befürchte trotzdem, dass er die längste Zeit VfB Trainer war. Nicht, dass ich sein Rausschmiss erwarte – im Gegenteil. Ich befürchte, sollten wir uns nicht für die Champions League qualifizieren und sollte der VfB ihm nicht einen konkurrenzfähigen Kader zur Verfügung stellen, werden zwangsläufig andere Vereine nach ihm greifen. Gerade sind Chelsea, Manchester United und Real Madrid auf Trainersuche und, auch wenn vielleicht Real sich nach einer gestandenen Trainerpersönlichkeit umschauen wird, die großen englischen Clubs werden auf jeden Fall den ein oder anderen Scout ins Neckarstadion geschickt haben.
Aber gut ich schweife ab, zurück zu Union Berlin. Die Eisernen konnten sich aus den Abstiegskampf befreien und stehen im Tabellen-Niemandsland. Die Tendenz geht eher Richtung Europa als dass sie wieder mit Bangen auf Platz 16 schauen. Baumgart hat sie auf jeden Fall weiterentwickelt und sie sind auch nicht mehr eine Mannschaft, die auf Erfahrung und Mentalität setzt, sondern haben den ein oder anderen jungen Spieler, mit Potenzial zu mehr. Allen voran Leopold Querfeld ist im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Talent. Mit seinen 1,90m ist der 22-jährige Österreicher ein Leuchtturm in der Verteidigung und könnte den Eisernen sehr viel Geld in die Kassen spülen. Auch Stürmer Ilyas Ansah, der für wenig Geld als Paderborn kam, macht mit seinen 21 Jahren einen sehr guten Eindruck und könnte ebenfalls sich zu einem richtigen Goldesel entwickeln.
Ist unverändert zum Spiel gegen Frankfurt. Zumindest wurden keine Neuigkeiten kommuniziert.
Ich vermute Hoeneß schmeißt bisschen die Rotationsmaschine ein. Andres gibt Stiller seine verdiente Pause und bekommt Spielpraxis. Das gleiche gilt für Assignon rechts.
Von insgesamt elf Duellen zwischen dem VfB und dem 1. FC Union Berlin konnte Stuttgart drei Spiele gewinnen, während Union Berlin vier Siege verbuchen konnte. Vier Partien endeten unentschieden. Im Kalenderjahr 2025 konnte Union Berlin insgesamt vier Punkte gegen den VfB holen. Unvergessen bleibt wahrscheinlich das spektakuläre 4:4 an der alten Försterei, mit zwei Traumtoren von Millot und von Querfeld. Zuhause im Neckarstadion konnte Union Berlin bislang einmal gewinnen. Damals gegen Matarazzos Mannschaft gewann man 1:0, was auch das letzte Spiel des US-Amerikaners als VfB-Trainer war. Unter Hoeneß gewann der VfB jedes Heimspiel gegen die Eisernen.
Union Berlin setzt auf einen sehr kämpferischen Fußball. Sie begehen die meisten Fouls der Bundesliga und haben die zweitmeisten gelben Karten kassiert. Sie haben die schwächste Pass – und Ballbesitzquote der Liga. Das liegt daran, dass sie besonders auf lange Bälle setzen. Sie haben die wenigsten kurze Pässe der Liga gespielt und schlagen dafür die viertmeisten Bälle in die Spitze.
Ein typisch schwieriger Gegner, gegen den wir was gut zu machen haben. Ich denke, wenn wir weiter so machen wie bisher, sollte uns Union keine Steine in den Weg legen. Aber ich erwarte ein verkrampftes und umkämpftes Spiel mit hoffentlich Matchglück auf Seiten unseres VfB.
Titelbild: © Sebastian Widmann/Getty Images









































